Musik und die neuen Partner am Pult

Ziemlich große Töne für eine Kleine Abendserenade. Und eine schöne Idee: die spontane Einlage vom Jugendsinfonieorchester der Musikschule mit dem Liederkranz Metzingen. Das könnte Folgen haben.

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  • Der Liederkranz Metzingen 1837 trägt seinen Teil zum Gelingen bei. Fotos: Angela Steidle 1/2
    Der Liederkranz Metzingen 1837 trägt seinen Teil zum Gelingen bei. Fotos: Angela Steidle
  • Bruno Seitz in seinem Element. 2/2
    Bruno Seitz in seinem Element.
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"Ab und zu machen wir auch spontane, schnelle Sachen", feixt Bruno Seitz, Leiter der Metzinger Musikschule, "das spornt die jungen Musiker an". Seitz dirigiert sein Jugendsinfonieorchester in Vereinsstärke im weiten Raum der getragenen Töne zu Franz Schuberts "Deutscher Messe" und nimmt den Chor des Liederkranzes vor dem Altar der Martinskirche gleich mit. Während Gunther Rall, Dirigent des Liederkranzes Metzingen 1837 nebenan in der Kirchenbank sitzt und den guten Ton angibt. Es funktioniert auch anders herum und Rall kommt nicht umhin, immer wieder anerkennend die Lippen zu schürzen.

Nur eine einzige gemeinsame Probe hatte es zuvor mit dem Ensemble der Musikschule gegeben. Das funktioniert nur auf hohem Niveau. Bruno Seitz hatte zum ersten Mal in seinem Leben "E-Mail-Proben" angesetzt: Seine Sinfoniker bekamen per Internet Anweisung, welche Passagen sie sich nochmals vornehmen sollten in Giuseppe Verdis Prelude aus der Oper "La Traviata" und der schweren protestantischen Messe Frank Schuberts. Der Chor hatte sich Richard Burzinskis "Kyrie" als Solo aufs Notenblatt geschrieben und "Oh Herr gib Frieden" von Dimitri Bortniansky. "Freude schöner Götterfunken" erstrahlte als gemeinsamer Showdown. Wenn mangelnde Probenarbeit nicht entschuldigt werden muss, kann das nur eins bedeuten: Am Pult in der Metzinger Martinskirche haben sich am vergangenen Donnerstag zwei Metzinger Kultur-Größen gefunden.

À la Bruno Seitz spielte es dann auch gar keine Rolle mehr, dass zu Friedrich Händels "Singe, Seele, Gott zum Preise" die Gesangs-Solistin krankheitshalber ausgefallen war, genauso wie deren Vertretung und der "Plan C": "Ich seh das völlig stressfrei, wenn wir daraus eine Metzinger Fassung machen". Händel selbst hat die Arien neun Mal umgeschrieben. "Es ist sehr schön und sehr professionell, mit Bruno Seitz zu arbeiten", kommentiert Liederkranz-Dirigent Gunther Rall nach dem Konzert, "ich möchte auf jeden Fall mit ihm in Kontakt bleiben". Da kann man den neuen Partnern am Pult nur wünschen, weiter schnelle Highlights zu erfinden. Dem Metzinger Publikum hat die "Kleine Abendserenade" spontan sehr zugesagt. Und ganz nebenbei ist die getragene Lyrik der "Deutschen Messe" eine wunderbare Einstimmung auf den Herbst und was danach kommt.

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