Mit Filderkraut und Kesselfleisch

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Den Gästen schmeckt die Schlachtplatte.  Foto: 

Eigentlich herrschte gestern perfektes Wetter, um einen gemütlichen Tag zu Hause zu verbringen. Doch viele Glemser und Stammgäste aus umliegenden Gemeinden ließen sich dennoch nicht von dem Besuch einer Traditionsveranstaltung abbringen: Die Kirbe des Gesangvereins lockte einmal mehr zahlreiche Menschen in die Otto-Single-Halle.

Das Zwölf-Uhr-Läuten und damit der traditionelle Beginn des Mittagessens war noch lange nicht zu hören, da hatten das Küchenteam und die Bedienungen bereits viel zu tun: Quasi im Akkord wurden komplette Schlachtplatten mit Kesselfleisch, Grieben- und Leberwürsten oder aber abgespeckte Varianten gerichtet und an die Tische getragen.

Auch Zwiebel- und Krautkuchen waren gefragt, der ein oder andere Gast gönnte sich mit einem Linseneintopf auch ein neues Gericht auf der umfangreichen Speisenkarte.

„Mir wurde gesagt, dass wir mit wenig Aufwand ein Gericht mehr anbieten können und es anscheinend nebenher läuft“, meint der Vorsitzende des Gesangvereins, Frank Harter, und freut sich über das Engagement des Küchenteams. „Es hängen sich einige richtig rein.“

Die Durchführung der Kirbe ist für alle Mitglieder ein Kraftakt: Seit Freitag werden für das Fest Filderkraut und Kesselfleisch gekocht sowie der Teig und die Beläge von Kraut- und Zwiebelkuchen vorbereitet, die am Samstag im Backhaus gebacken wurden.

„Früher wurden auch Zwetschgen- und Apfelkuchen selbst gemacht“, erklärt Harter. „Doch das sprengt inzwischen den Rahmen.“ Denn dem Gesangverein Glems geht’s wie vielen anderen: Die Zahl der Mitglieder schwindet, derzeit sind es 100. Rund 25 davon sind aktiv, da es mit dem Chor „Fortissimo“ nur noch einen unter dem Dach des Gesangvereins gibt. „Die passiven Mitglieder haben eine gewisse Altersstruktur erreicht“, so Harter. Die Kirbe könne letztlich durch die Bereitschaft von Bekannten und Familienmitgliedern in der gewohnten Form durchgezogen werden, weil sich alle der Tradition der Veranstaltung bewusst seien: „Wir raffen uns auf, die Kirbe jedes Jahr anbieten zu können.“

Doch es werde zunehmend schwieriger, das damit verdiente Geld werde jedoch dringend benötigt für laufende Ausgaben. „In alten Zeiten war der Chorleiter zufrieden, wenn er nach der Songstunde ein Bier bezahlt bekam“, berichtet der Vorsitzende von früheren Gepflogenheiten. „Heutzutage werden sie bezahlt.“

Zwei Tage Einsatz total als Küchenhilfe oder im Service, am Getränkestand oder beim Kuchenverkauf: Frank Harter gibt zu, dass die Mitglieder am Samstag gerne etwas mehr Zeit fürs Singen hätten und sich unter die singenden Gäste mischen würden – doch mehr als ein Kurzauftritt am Ende des ersten Kirbetages ist nicht drin. Für Unterhaltung sorgten viel mehr die Gastchöre vom Liederkranz Neuhausen, die „Met-Singers“ aus Metzingen und „ConTacto“ aus Altdorf.

Erstmals mit dabei war der Eintracht-Chor aus Wannweil, an deren Chor Convention die Glemser Sänger teilgenommen hatten: „Es war ein tolles Erlebnis für uns, weil’s so locker war“, erinnert sich Frank Harter gerne zurück, seither werde der Kontakt über die Grenze des Bezirks Neckar/Erms des Chorverbands Ludwig Uhland hinaus mit den Wannweilern gepflegt.

Kulinarisch-musikalisch geprägt ist der Samstag, am zweiten Kirbetag steht dagegen die Kulinarik im Vordergrund: Die Besucher sollen die Möglichkeit haben, sich beim gemeinsamen Essen ausgiebig zu unterhalten. Immerhin kommen dann traditionell zahlreiche Familien und Gruppen zum Mittagessen in die Otto-Single-Halle. Und die wollen eines: Miteinander schwätzen und genießen – beides war gestern ausgiebig möglich.

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