Mit Arkaden und  glasierten Ziegeln

|
Das bestehende Fabrikverkaufsgebäude in der Reutlinger Straße grenzt ans G&V-Gelände an. Ihm kommt künftig die Funktion eines Bindeglieds zwischen Bestand und Neubebauung zu.  Foto: 

Die  Bauarbeiten auf dem G&V-Areal haben inzwischen begonnen, weswegen auch das Gebäude Reutlinger Straße 46 bis 56 in den Blick der Planer gerät: Es soll künftig wegen seiner zentralen Lage als Bindeglied zwischen der bereits bestehenden Outletcity und den neu hinzukommenden Flächen auf dem G&V-Areal fungieren. Käufer werden dort auch weiterhin Produkte des Fabrikverkaufs finden, ebenso soll das Parkhaus P 3 erhalten bleiben. Die Zufahrt zum Parkhaus wird nach dem Umbau allerdings ausschließlich über die auf dem G&V-Gelände geplante Tiefgarage erfolgen. Damit entfällt die Ein- und Ausfahrt für das Parkhaus an der Reutlinger Straße, wie Konrad Berger, Leiter des Amtes für Planen und Bauen, am Donnerstag im Gemeinderat erläuterte.

Einheitliches Erscheinungsbild

Neu gestaltet wird überdies die Gebäudefassade. Vorgesehen ist eine hochwertige Aufmachung, die der künftigen Schlüsselrolle des Gebäudes gerecht werden soll, wie die Verwaltung ausführt. Analog zu den geplanten Gebäudekuben auf dem G&V-Gelände entsteht an der Reutlinger Straße eine Arkadenreihe. Diese dient sowohl dem einheitlichen Erscheinungsbild des gesamten Gebäudeensembles wie dem Schutz vor Wind und Wetter. Um die geplanten Änderungen vornehmen zu können, muss jedoch der bestehende Bebauungsplan geändert werden. Diesem Vorhaben gab der Gemeinderat am Donnerstag einmütig seine Zustimmung, der Plan liegt nun einen Monat lang öffentlich aus. Über die eingegangenen Stellungnahmen wird der Gemeinderat voraussichtlich im Herbst diskutieren.

Stadträtin Elke Haubold-Schüle (Grüne) lobte das Vorhaben: „Dadurch wird die Aufenthaltsqualität erheblich gesteigert und das Einkaufserlebnis aufgewertet.“ Indessen fürchte sie, dass die Fußgänger die Reutlinger Straße nach dem Umbau noch weniger als Straße wahrnehmen als bislang schon. Dabei sei die Straße für die Metzinger eine wichtige Verbindung, unter anderem ins Gebiet Katzensteig. Was die Stadt bezüglich dieses Problems unternehmen möchte, fragte sie nach. Außerdem wollte sie wissen, ob Schutzstreifen für Radler in der Reutlinger Straße vorgesehen seien. Immerhin verlaufe hier eine wichtige Verbindung nach Reutlingen.

Probates Mittel

Ein Thema, das auch Bernhard Mohr (FDP) beschäftigt. „Das ist ein drängendes Problem.“ Robert Schmid (FWV) plädierte gleichfalls dafür, Radschutzstreifen anzubringen: „Sie sind in diesem Bereich ein probates Mittel.“ Wenn ein Schutzstreifen möglich ist, so Konrad Berger, solle dieser zunächst auf der bergaufführenden Seite der Reutlinger Straße angelegt werden. Falls die Chance bestehe, werde selbstredend auch auf der anderen Seite ein Streifen angelegt. Er gehe zudem davon aus, dass sich die Verkehrsströme in der Straße reduzieren. Von den geplanten Arkaden bis zum Straßenrand bleibe indessen ein Abstand von 50 Zentimetern. Gleichwohl gelte es, den Straßenraum Fassade für Fassade zu beackern.

Die Pläne für die Umgestaltung des Gebäudes in der Reutlinger Straße stammen vom Büro Beer Bembé Dellinger Architekten und Stadtplaner. Das Gebäude, so führen die Planer in ihrer Projektbeschreibung aus, nehme eine zentrale Funktion in der Neuentwicklung des G&V-Areals ein, da es ein Gelenk im zukünftigen Wegenetz bilde. Es transportiere das Konzept der Arkaden von innen nach außen. Der Baukörper soll mit weißglasierten Ziegeln umhüllt werden, die sich auf zwei Neubauten übertragen. Das Dach der Arkaden in weiß-sandgestrahltem Beton umgreife das Gebäude, schaffe zur Reutlinger Straße hin einen eigenen, gedeckten Vorraum und vermittle die Wegeführung in die Gassen hinein. Der Gehweg werde mit der Überbauung zu einem multifunktionalen Ort aufgewertet. Dem regen Treiben an diesem Platz werde durch runde, glasierte Stützen entsprochen, deren Dimension auch ein Sicherheitsgefühl vermitteln solle.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Schäferlauf-Städte mit Antrag für Unesco-Kulturerbe

Die Kurstadt, Markgröningen und Wildberg ziehen an einem Strang, um die Schäferlauftradition zum immateriellen, nationalen Unesco-Kulturerbe zu erklären. weiter lesen