Mehr als nur ein Spiel mit Aromen und Innovationen

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Mehr als 20 Anbieter kamen im Henning-Areal zum ersten Metzinger Craft-Beer-Festival zusammen. Für die Besucher gab es eine Menge auszuprobieren und zu verkosten. In der Stuttgarter Straße gab es das passende Streetfood dazu.  Foto: 

Eine knackige Rote Wurst und ein spritziges Pils sind nach wie vor beliebt, doch rund um die vertraut-traditionellen Volksfest-Klassiker haben sich längst Trends etabliert. Zwei davon haben am Wochenende in Metzingen Lust auf mehr gemacht: Street food und Craft beer. An zwei Orten – in der Stuttgarter Straße und im Henning-Areal – genossen tausende von Besuchern vielfältige Speisen und ein etwas anderes Bier – zum Beispiel im Eichenfass gereifter Gerstensaft.

 Die gute alte Imbissbude ist noch nicht museumsreif, aber kleine Happen für Zwischendurch werden inzwischen immer öfters aus Foodtrucks oder gleich vom Straßenrand gereicht: Streetfood nennt sich der Trend, ein erstes Festival dieser Art hat der Metzinger Zilbear Dzaferi in seiner Heimatstadt organisiert.

Mit 10 000 Besuchern hat der Gastronom selbstbewusst gerechnet, die Marke hat er bereits am frühen Nachmittag des ersten Tages geknackt: „Es herrscht hier eine super Atmosphäre“, freut er sich. Die Stimmung war entspannt, auch wenn die Besucher zum Teil lange anstehen mussten für einen Edel-Burger oder den „Taste of Texas“.  Der Duft der großen und weiten kulinarischen Welt machte sich in der Stuttgarter Straße breit, die Qual der Genuss-Wahl war groß: Neben Ceviche aus Peru gab’s türkischen Weizengrießsalat, ein Ochse drehte sich am Spieß und Maultaschen de Luxe waren auch gefragt. „Ich habe die Anbieter selbst ausgesucht und alles ausprobiert“, erklärt Veranstalter Daferi. „Es gibt nichts zwei Mal.“ Trotz der Unterschiedlichkeit haben die 30 teilnehmenden Gastronomen eines gemeinsam: Die Qualität der Produkte und die Liebe zum Detail – auch wenn die Küche auf Rädern noch so klein ist.

 Dieser Gastro-Trend hat Metzingen nun erreicht, ein anderer ist mit dem inzwischen zweiten Craft-Beer-Festival in der City längst angekommen. Auch hier zählt das Besondere, das Spezielle und damit das etwas andere: „Dieses Bier schüttet man nicht einfach in sich hinein“, macht Veranstalter Stephan Allgöwer von der Event-Agentur-Solution Cube deutlich. Tasting (Probieren) ist das Zauberwort. Einer Wein-Degustation ähnlich, wird das Craft-Beer verkostet und gehen die Besucher mit ihrem Probierglas von einer Station zur anderen: „Bei Craft-Beer handelt es sich um ein Bier, das man genießen muss“, erklärt mit Thomas Nowicki einer, der es wissen muss. Stephan Allgöwer bezeichnet ihn als „Craft-Beer-Papst“ in der Region. Und als solcher muss Nowicki viel erklären, denn die Craft-Beer-Bewegung ist seinen Erfahrungen nach in der Region noch nicht so wirklich angekommen: „Man muss den Besuchern deutlich machen, wie man an das Thema rangeht.“

 Craft-Beer ist mehr als das Spiel mit Aromen und Innovationen. Das „Neubraugebiet“-Festival mit seinen 20 Ständen steht für gebrauten Genuss auf vielfältigen Ebenen und abseits vom Schubladen-Denken: Da gibt‘s belgisches Biere zur Verkostung, das beim ersten Schluck nach Most schmeckt. Andere gleichen einem Champagner, zur kreativen Bierszene gehören aber auch die kleinen regionalen Brauereien, die für die traditionelle Handwerkskunst stehen: Blank aus Zwiefaltendorf beispielswiese.

Oder das Team von der Beurener Felsenbrauerei, das seit kurzem „ehrliches“ Bier mit Zutaten aus der Region herstellt. Die Betreiber der Kulturkneipe „Löwen“ in Sickenhausen brauen ihr eigenes Bier für ausgewählte Events in ihrem Gasthaus, Bernd Kühfuß aus Großbettlingen dagegen lässt bei der Hirschbrauerei in Böhringen sein „Albverführer“-Bier nach seinen Vorgaben brauen. Er bietet auch eine Bierwanderung entlang des Albtraufs an.

Innovation und Kreativität trifft im Henning-Areal auf dem morbiden Charme einer ehemaligen Fabrikhalle – die Atmosphäre stimmt, genießen mit allen Sinnen hieß dort am Samstag das Motto. Das Konzept kam an, bei Craft-Beer-Fans, traditionellen Biertrinkern mit Lust auf etwas Neues und Besuchern, die ganz einfach neugierig waren. „Wir haben davon in der Zeitung gelesen“, erklären Steffen Schmid und Bettina Widmann, die aus Heimsheim zum Festival nach Metzingen gekommen sind. Gelassen prosten sich mit einem „Albverführer“-Hugo zu. Denn weit haben sie’s nicht, wenn sie etliche Probier-Biere später ins Bett gehen: „Wir testen unser neues Wohnmobil, das steht gleich um die Ecke auf dem Parkplatz.“

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