Künftig gibt es wieder Doppelgräber

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Das seitherige Grabkammersystem auf dem Neuhäuser Friedhof wird aufgegeben. Im Moment gehen die Fachleute davon aus, dass die noch vorhandenen Kammern bis Mitte 2019 belegt sind, neue sollen danach nicht mehr angelegt werden. Stattdessen möchte der Ortschaftsrat zum althergebrachten Doppelgrab ohne Tieferlegung zurückkehren. Das hat auch Auswirkungen auf die Stadtkasse: Rund 400 000 Euro werden mit dem Wechsel eingespart.

Am Grabkammersystem, sagt Ortsvorsteherin Lilli Reusch, sei in den vergangenen Jahren doch der eine oder andere wunde Punkt entdeckt worden. Deshalb bestehe in der Bevölkerung der Wunsch, zum normalen Doppelgrab zurückzukehren. „Mit dem Grabkammersystem“, sagt auch Klaus Rümmelin, „war Neuhausen nie glücklich.“ Immer wieder habe es Probleme gegeben, die auch das Eingreifen des Bauhofs erfordert hätten.

Eingeführt worden ist das Grabkammersystem einst, weil es gerade Tieferlegungen ermöglichte. Das funktioniert über Betonwannen, die es erlauben, zwei Gräber übereinander anzulegen. Dieses System ist vor allem dort in Gebrauch, wo die Beschaffenheit der tieferen Erdschichten für eine Beisetzung ungeeignet ist, wie in Neuhausen. Dort findet sich feuchter Lehmboden. Problematisch wird diese Situation, wenn die Liegezeit abgelaufen ist und die Grabstelle neu belegt werden soll. In der Vergangenheit, schreibt die Stadtverwaltung, stellte sich dann die Frage nach dem ethischen Umgang mit den verbliebenen Gebeinen. Mit dem Gedanken, die Angehörigen in Betonwannen zu bestatten, mochten sich viele Neuhäuser nie richtig anfreunden. Einige Ehepaare, sagt Ortsvorsteherin Lilli Reusch, seien deshalb sogar nach Metzingen ausgewichen, weil sie nebeneinander liegen wollten. Mit der Rückkehr zum Doppelgrab ist das nun wieder möglich. Das freilich lässt die Bestattungskosten um rund 600 Euro steigen. Ebenso wird für die Angehörigen der Pflegeaufwand fürs Grab etwas höher, weil sich die Fläche vergrößert. Im Gegensatz zum bundesweiten Trend entscheidet sich nach wie vor etwa die Hälfte der Neuhäuser und Metzinger für eine klassische Erdbestattung. Im Rest der Republik wählen inzwischen 70 bis 85 Prozent ein Urnengrab. Auf diese Entwicklung sind die Neuhäuser indessen gut vorbereitet: Im Herbst, sagt die Ortsvorsteherin, wird auf dem Friedhof die dritte Urnenwand installiert, auch Rasengräber gibt es genügend.

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