Kindergartengebühren: Höher, aber gerechter

Viele Eltern kritisierten das Gebührenmodell für die Metzinger Kindergärten als ungerecht. Das wird jetzt modifiziert. Aber auch die Beiträge ziehen an.

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Das Beitragssystem wird flexibler und gerechter.  Foto: 

Die Stadt Metzingen hinkt, was die Kosten für einen Kindergartenplatz anbelangt, dem Landesrichtsatz hinterher. Deswegen hat die Verwaltung dem Gemeinderat am Donnerstagabend eine Erhöhung der Beiträge um drei Prozent vorgeschlagen, was die Räte dann auch beschlossen haben. Die neuen Preise gelten ab September, doch bereits ein Jahr später könnte eine spürbare Erhöhung zwischen sechs und acht Prozent ins Hause stehen, wie Peter Nißle, bei der Stadt Metzingen für die Kindergarten zuständig, ausführte. Dass die Betreuungsplätze teurer werden, begründete Nißle mit den Tariferhöhungen für Erzieherinnen, die gewichtig ins Kontor fallen.

Gleichzeitig wird das gesamte Beitragssystem modifiziert. So gab es beispielsweise von Elternseite einige Beschwerden, weil die nach Betreuungszeit gestaffelten Beiträge für Kinder unter drei Jahren nicht mit denen für die älteren Kinder übereinstimmen. Gewisse Konstellationen ergaben in der Tat Ungereimtheiten, denn für die Inanspruchnahme einer achtstündigen Betreuungszeit mussten manche Eltern ebensoviel bezahlen wie andere, die ihr Kind zehn Stunden in einer Einrichtung lassen. "Ungerecht", wie nicht nur Peter Nißle, sondern auch der Gesamtelternbeirat befand.

Die Verwaltung hat jetzt mehr Zeitstufen einerseits und mehr Beitragsstufen andererseits ins Regelwerk aufgenommen und, wie Nißle sagte, einen guten Kompromiss gefunden zwischen Flexibilität und Funktionalität. Diese Meinung teilten die Räte mehrheitlich. Robert Schmid (FWV) betonte, diese Regelung für "sehr gerecht" zu halten: Für das Geld ihrer Eltern erhalten die Kinder eine gute Erziehung. Jürgen Fromhold (SPD) wagte einen kurzen, aber wenig hoffnungsvollen Ausflug in die Welt des Konjunktivs: "Die SPD-Fraktion wäre ja nach wie vor dafür, irgendwann in ferner Zukunft eine kostenlose Kinderbetreuung anzubieten." Doch zurück in der gegenwärtigen Realität bezeichnete er die von der Verwaltung vorgeschlagene Beitragsordnung als gelungen: "Dem können wir ohne Weiteres zustimmen." Bernhard Mohr (FDP) verwies auf die vielfältigen und qualifizierten Angebote, die die Stadt im Bereich der Kinderbetreuung anbietet: "Wir haben Verbesserungen erreicht. Bei gleich viel Personal."

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