Junge Talente in beachtlicher Perfektion

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Der Metzinger Musikschulleiter Bruno Seitz mit den Jungmusikern, die eine Kostprobe ihres Könnens gegeben haben.  Foto: 

Die elfjährige Hanming Deng nimmt am Flügel auf der Bühne im Pavillon der Musikschule Platz. Bereits die ersten Takte lassen aufhorchen. Locker, aber bestimmt, lässt sie sich auf die Sonate G-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart ein. Es folgt die Polonaise As-Dur von Frédéric Chopin. Wie sie diese beiden Stücke bewältigt, lässt Bewunderung aufkommen. Dem steht die siebenjährige Anke Xiang durchaus nicht nach. Da hört man das „Bächlein“ von Ludwig Schytte rauschen, und das „Fangspiel“ setzt Phantasie frei. Bereits das Spiel dieser kleinen Stücke lässt erahnen, welche musikalische Entwicklung das Mädchen vor sich haben wird.

Mit sechs schon am Klavier

Alina Deperschmidt ist erst sechs Jahre, besucht noch den Kindergarten. Sie hat seit einem Jahr Klavierunterricht. Doch wie sie die „Pedal-Klang-Studie“ von Hansjörg Hummel spielt, beeindruckt. Und Jean-Baptiste Duvernoys „Kleiner Ball“ hüpft sich ins Gefühl des Publikums. Zehn Jahre alt ist Tan-Elias Deile. Das Spiel seiner Stücke „Gondellied“ und „Gewitter“ von Friedrich Burgmüller beeindruckt nicht nur, hier zeigt sich geradezu ein Ausnahmetalent. Die Musik steckt wahrlich in ihm, er gibt ihr einen eigenen, spielerisch perfekten Ausdruck. Nach diesen Klavierstücken singt Sara Krabbendam (Sopran), begleitet von Elisabeth Fröschle, „If God ist for us“ aus dem „Messias“ von Georg Friedrich Händel. Ihre Interpretation bewegt stimmlich ausdrucksstark.

Hatte bereits Tan-Elias Deile mit seinem Spiel beeindruckt, so stand der gleichaltrige Levin Hagmeier am Flügel dem in keiner Weise nach. Auch seine perlenden Tonläufe, Nuancen betonend, Gefühlswechsel hörbar machend, absolvierte er das „Agitato“ von Friedrich Burgmüller und die Etüde c-Moll von Stephen Heller meisterhaft. Ayse Cay, gerade mal zwei Jahre älter, bewies mit ihrem Klavierspiel von zwei Stücken von Johann Baptist Cramer und Friedrich Burgmüller ebenfalls ihr Talent. Da bleibt eine Etüde nach der ursprünglichen Wortbedeutung eben nicht nur ein Stück für einen Musiker zum Erwerb größerer Fähigkeiten auf seinem Instrument, sondern ein eigenständiger Ausdruck kompositorischen Anliegens.

Albnebel und Märchen

Nochmals ließ Tan-Elias Deile mit dem „Albnebel“ von Karl Michael Komma und Aram Chatschaturjans „Märchen von fernen Ländern und Menschen“ seine Bewältigung des musikalischen Spektrums so unterschiedlicher Komponisten erleben. Und Hanming Deng gestaltete spielerisch zwei Teile von Franz Liszts „Etude en duze exercices“, das ebenfalls ihre enorme Fingerfertigkeit zeigte und mit dem resoluten Schluss einen besonderen Klavierakzent setzte.

Hannes Nedele (Mezzo-Sopran) verfügt mit seinen 15 Jahren über ein beachtliches Stimmvolumen. Er interpretierte Goethes „Es war ein König in Thule“, vertont von Friedrich Zelter, mit einem Einfühlungsvermögen, das die beispielhafte Liebe und Treue eines Königs zu seiner vor ihm verstorbenen Partnerin so recht zum Ausdruck brachte. Schade, dass er aus Termingründen nur das eine von den angekündigten Liedern singen konnte. Aber auch hier erwies er sich als ein besonderes Talent, das eine Gesangskarriere vor sich haben kann.

Es war schon ein besonderer Konzertabend, den das zahlreiche Publikum erlebte. Und zur besonderen Bestätigung der hier ausgeführten Zeilen seien noch die Bemerkungen von Lydia Gleim, die die Klasse der Klavierschüler leitet, angeführt: Selbst für ihre Verhältnisse seien die Schüler, die hier am Flügel saßen, „herausragend“ gewesen, wie sie es ganz selten erlebt habe.

Und auch Bruno Seitz, Leiter der Metzinger Musikschule, und Karin Hurle, Leiterin der Reutlinger Musikschule, waren des Lobes voll. So hat dieses erste gemeinsame Konzert der beiden Musikschulen einen Akzent zur Kooperation gesetzt, das mit Sicherheit zu einem weiteren Austausch anregt.

Die nächste Veranstaltung der Musikschule Metzingen ist am Samstag, 21. Juli, ab 19 Uhr in der inneren Kelter in Neuhausen. Das Jugendsinfonieorchester Metzingen, das inklusive Ensemble „Flauto granate & Friends“, der Elementarbereich der Musikschule Metzingen  und eine inklusive Volkstanzgruppe aus Neuhausen führen eine eigene Version der „Moldau“ von Bedrich Smetana auf. Die Kinder aus den Früherziehungsgruppen stellen szenisch die bildreiche musikalische Vorlage der bekannten „Moldau“ dar, während das inklusive Ensemble der Musikschule das Jugendsinfonieorchester unterstützt.

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