Junge Führungsspitze

Die Vorstandswahlen 2016 werden in die Geschichte des mitgliederstärksten Albvereins im Land eingehen: Sie brachten unerwartet eine neue, junge Führungsspitze aus Skizunft und Wanderverein.

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Ein junges Führungsduo, Heiko Luz und Michael Hauser (Mitte) leitet in Zukunft den Schwäbischen Albverein in Metzingen. Dietmar Bez (zweiter von links) gibt sein Amt ab.  Foto: 

Der Saal zur Hauptversammlung des Schwäbischen Albvereins Metzingen brummte wie ein Bienenhotel. Vor und nach der Vorstandswahl erst recht. Eineinhalb Jahre hatten die Metzinger alle Hebel in Bewegung gesetzt, um einen Nachfolger für Dietmar Bez und seinen Vize Hans Bader zu finden.

"Das Doppelpass-Spiel mit der Skizunft hat heute seine Krönung erlebt", formulierte Wilhelm Mändle, verbliebener Dritter in der Vorstandschaft des Albvereins Metzingen. Mit dem 37 Jahre alten Kletterer Heiko Luz (neuer Erster Vorsitzender) und dem 43 Jahre alten passionierten Wanderer Michael Hauser (neuer Vize) spannte die Versammlung einstimmig zwei junge Zugtiere ins Geschirr.

Ehrenvorstand Dr. Dieter Feucht konnte sich kaum halten: "Was ich loswerden will: schrankenlose Begeisterung und eine ganz herzliche Begrüßung". Mit Blick zurück auf eine denkwürdige Ära war der Grandseigneur bis kurz vor der Wahl der Ansicht gewesen: "Wir stehen vor einer ausweglosen Situation."

"Geboren 1979, seit vier Jahren im Verein und für mich der ideale Kandidat. Er hat das Herz am rechten Fleck und wohnt derzeit noch in Dettingen." Der kommissarische Erste Vorsitzende des Schwäbischen Albvereins Metzingen, Dietmar Bez, hatte die Spannung bis zuletzt auf die Spitze getrieben und präsentierte dann: Heiko Luz, waschechter Remstäler aus der Ski- und Kletterzunft im SAV.

Die Fäden im Hintergrund hatte Abteilungsleiter Mathias Koch gezogen. Luz, der Familienmensch mit dem Kfz-Mechaniker-Meisterbrief und einer Anstellung als SAP-Qualitätsmanager in Bad Urach, hat sein Faible für große Höhen in der Metzinger Kletterhalle entdeckt.

Die großen Fußstapfen seines Vorgängers Dietmar Bez schrecken ihn wenig: "Großprojekte wie der Gustav-Ströhmfeld-Weg sind wahre Glücksfälle. Ich verspreche, die Dinge auch in Zukunft am Laufen zu halten, mit der professionellen Hilfe meiner Stellvertreter. Die Funktionen, habe ich gehört, sind im Verein gut verteilt."

Am Freitag trat auch Vize Hans Bader einen Schritt zurück. Der 75 Jahre alte SAV-Kämpe sorgte für die zweite Überraschung des Abends, indem er einen eigenen Nachfolger präsentierte: Michael Hauser, 43 Jahre jung und verheiratet. Der Outdoor-Aktivist und studierte Jurist stellte sich als bekennender Metzinger vor, der "gerne in die Schönheit, die uns umgibt, investieren will."

"Wer hätte das gedacht: zwei junge, dynamische Vorstandsmitglieder", applaudierte der neue Gauvorsitzende Werner Schrade aus Mehrstetten, "das wird in die Geschichte der Ortsgruppe eingehen. Noch vor ein paar Tagen war der Ausschuss ratlos. Das hat auch an meinen Nerven genagt." Schrade will das Verhältnis zwischen den Ortsgruppen und dem Ermsgau enger schließen: "Vor allem mit denen, die Familienarbeit betreiben."

Beide neuen Vorsitzenden wurden von der Mitgliederversammlung mit ohrenbetäubendem Applaus und jeweils einstimmig für vier Amtsjahre gewählt.

"Wir vertrauen darauf, dass Heiko Luz seine Aufgabe mit Elan antritt und den Verein mit einem sich verjüngenden Team in die Zukunft führt", sagte Mändle. Was einen guten Chef ausmacht, hatte er dem Neuen schon vorher ins Stammbuch geschrieben: "Das Heben eines riesigen Schatzes: ein Ehrenamt, das seine Kraft und sein Netzwerk in den Dienst der Gemeinschaft stellt." Ein Charakterzug, den Dietmar Bez im besonderen Maße ausgezeichnet habe. Sein Engagement etwa für das Biosphärengebiet und die Zertifizierung des bundesweit beworbenen Gustav-Ströhmfeld-Weges sei beispielhaft gewesen.

Die wichtigsten Passagen seiner achtjährigen Amtszeit fasste Dietmar Bez selbst zusammen. "Es war für mich eine spannende Zeit, Vertrauensmann der größten Ortsgruppe in Baden-Württemberg zu sein. Ich fühlte mich zuhause. Wir hatten die höchsten Zugangsraten. Ein vielseitiges Angebot ist der entscheidende Faktor dafür. Das besondere Erleben unserer Heimat haben wir unseren Wanderführern zu verdanken. Eine entsprechende Würdigung des ehrenamtlichen Einsatzes der Wegewarte für den Tourismus durch die Gemeinde wäre wünschenswert." Eines sei ihm allerdings nicht richtig gelungen: Die Gruppe mit jungen Menschen zu ergänzen. Das sei dann eine Herausforderung für die Zukunft.

Die Skizunft im Albverein Metzingen hält derzeit einen selbstbewussten Anteil von 540 Mitgliedern im Gesamtverein mit seinen stabilen 950 Mitgliedern. "Das Jugend-Reservoire mit dem großen Outdoor-Programm", beschrieb Dietmar Bez den Partner.

Von Mathias Koch, Thomas Leichtle und Hans Bader engagiert und ins Team berufen freut sich der Remstäler Heiko Luz auf die bevorstehende Aufgabe als neuer Erster Vorsitzender des Schwäbischen Albvereins Metzingen.

"Ich bin drei Tage in der Woche in der Kletterhalle und zusätzlich bei der Ski- und Sportgymnastik." Zum Geocaching geht der gelernte Handwerker mit seiner Nichte und freut sich riesig, wenn die ihren Spaß dabei hat: "Man braucht sehr viel Kreativität, um Jugendliche zu begeistern. Das ist eine der Herausforderungen, die wir angehen." Beim Klettern habe er die Lust am Vereinsleben verschmeckt. Die Kontakte zur Familiengruppe im Wanderverein sind gut. Inzwischen hat der neue Vorsitzende seine erste DAV-Lizenz in der Tasche und betreut die kommenden vier Samstage selbst Kinder-Kletterkurse.

Den Gustav-Ströhmfeld-Weg ist Heiko Luz in Dettingen von der Haustür weg gewandert: "Für mich ein großer Verdienst von Dietmar Bez und Hans Bader und eine interessante Alternative zur anderen Richtung, mit den Uracher Wasserfällen. Man kann hier viel über die Region lernen."

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