Jugendbegegnung in Brasilien

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Rund 30 Stunden dauerte unsere Reise ins Gonzalinho-Projekt in Cáceres, Mato Grosso, Brasilien. Wir wurden herzlich von fröhlichen Kindern und erwartungsvollen Gastfamilien empfangen. Nach einer Vorstellungsrunde spielten wir mit der Nachmittagsgruppe Lego. Das Spielzeug kam von Spendern aus Deutschland und nicht nur die Kinder hatten Spaß an den neuen Sachen, auch wir deutschen Austauschschüler durften mal wieder Kind sein.

Den ersten Abend in Brasilien verbrachten wir in unseren Gastfamilien, die uns mit offenen Armen bei sich aufgenommen haben. Am nächsten Morgen lernten wir die Vormittagsgruppe kennen, hier werden die Kinder betreut, die nur nachmittags vier Stunden Schule haben; wir spielten Volleyball, Frisbee und Fußball auf dem neuen Ballfeld, das mit dem Erlös des Schulpartnerschaftspreises gebaut werden konnte, bei dem wir letztes Jahr 2500 Euro gewonnen hatten.

Zum Mittagessen fuhren wir – 23 Deutsche plus brasilianische Partner – mit den für uns organisierten Fahrrädern in die Innenstadt (ein lustiger Konvoi, der im ganzen Stadtviertel für Aufmerksamkeit sorgte) und aßen in einem „Lanchonete“ zu Mittag. Danach gingen wir noch zum Strand des Rio Paraguay und kühlten unsere Füße im Wasser ab. Auch am Nachmittag spielten wir mit den Kindern, die Zeit verging viel zu schnell. Da Cáceres in Äquatornähe liegt, geht die Sonne schon um etwa 18 Uhr unter.

Am Freitag trafen wir uns um sieben Uhr am Naturschutzzentrum von Cáceres, wo wir die Strand- beziehungsweise Dschungelwanderung begannen. Die „Umweltpolizei“ begleitete uns durch den verwachsenen Wald und schlug uns den Weg mit der Machete frei. Nach dem anderthalbstündigen Fußmarsch gelangten wir an einen herrlichen Sandstrand, an dem wir entspannen und schwimmen konnten. Die Abkühlung tat richtig gut! Nachdem wir wieder zurück in unsere Gastfamilien gegangen waren und gegessen hatten, trafen wir uns im Projekt, um die verschiedenen Arbeitsverläufe zu organisieren.

So wollen wir die Grundstückmauer neu bemalen, einen Geräteschuppen bauen, neue Hochbeete anlegen, Basketballkörbe aufhängen und das Projektschild erneuern. Unser Hauptprojekt ist es, eine vierseitige Wippe zu bauen, dafür fuhren wir zusammen mit den Kindern auf unseren Fahrrädern zu einer „Borracharia“ – eine Werkstatt für Reifenwechsel. Mit den Reifen auf den Lenkern, den Gepäckträgern, um den Hals oder einfach auf den Schultern verstaut fuhren wir alle gemeinsam durch die Stadt zurück zum Projekt.

Abends verabredeten wir uns am Strand, um Zeit miteinander zu verbringen, zu singen und Gitarre zu spielen. Die Pünktlichkeit lässt inzwischen auch bei uns zu wünschen übrig, genauso wie die Orientierung in den Straßen einer Stadt mit zirka 80 000 Einwohnern und ohne Straßenschilder. Das „Projeto Gonzalinho“ befindet sich in einem der ärmeren Stadtviertel von Cáceres, zwischen kleinen Häuschen und umringt von staubigen Straßen. Nicht nur für uns ist es ein Abenteuer, hier zu sein, auch für die Projektkinder ist es etwas Besonderes, Besuch aus Deutschland kennenlernen zu dürfen. Zusätzlich zur Tatsache, dass das Gonzalinho-Projekt die Kinder von der Straße zieht und ihnen eine Möglichkeit zur sinnvollen Beschäftigung bietet, werden den Kindern hier wichtige Verhaltensregeln beigebracht. Als Belohnung für ihr gutes Benehmen erhalten die Kinder Sterne, was sie anspornt, weiterhin motiviert zu sein.

Am Samstagmorgen – trotz Wochenende – waren die Kinder bereit, bei den Arbeiten zu helfen und packten selbstständig und voller Leidenschaft mit an. Um die Löcher für die Reifen unserer vierseitigen Wippe zu graben, mussten wir erst Gartenwerkzeug im Baumarkt kaufen gehen. Dann konnte es losgehen. Unter vollem Körpereinsatz und mit viel Spaß schafften wir es, die vielen Wurzeln aus dem harten Lehmboden zu hacken, allerdings nicht ohne eine kleine Schlammschlacht. Auch beim Bau des Geräteschuppens wurde der harte Boden umgegraben. Das Werkzeug, das dafür verwendet wurde, soll später dort sicher verstaut werden, da es ansonsten „Beine bekommen“ könnte. Außerdem begannen die Malarbeiten an der Grundstückmauer. Zusammen mit den Projektkindern gingen die Arbeiten schnell voran und alle hatten Spaß beim Arbeiten.

Auch sonst spürt man das fröhliche Lebensgefühl, das so typisch für Brasilien ist. Wir freuen uns vor allem deshalb, aber auch wegen der vielen Ausflüge, zum Beispiel zum Assentamento der MST (Landlosenbewegung) ins Indigenendorf der Chiquitanos, zum Wasserfall Piraputanga oder ins Pantanal, das größte Süßwassersumpfgebiet der Welt, auf die kommenden Wochen hier in Brasilien. Até logo! Bis bald!

Für das Kinderprojekt Gonzalinho werden Spenden benötigt, um vor Ort die laufenden Kosten zu decken. Spenden können unter dem Stichwort „Brasilienprojekt St. Bonifatius“ auf das Konto DE89 6405 0000 0000 9490 99 eingezahlt werden.

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