Grässlin über Waffenhandel und die Folgen

|

Der Rüstungskritiker Jürgen Grässlin referierte über Waffenhandel und seine Folgen vor rund 70 Interessierten. „Der IS mordet deutsch“, so die Schlussfolgerung Grässlins aus seinen Recherchen. Noch bis 2015 sei Saudi-Arabien das größte Empfängerland deutscher Rüstungsexporte gewesen. Und Saudi-Arabien exportiert nicht nur seine menschenverachtende Auslegung des Islam, sondern unterstütze zugleich mehrere islamistische Terrororganisationen: Boko Haram, Al Qaida und eben auch den IS. Im ersten Halbjahr 2016 sei Algerien zur Nummer eins der Empfängerländer aufgestiegen.  In Syrien liefern sich die USA und Russland einen Stellvertreterkrieg: Russland unterstützt das Assad-Regime, die USA die Rebellen, Deutschland wiederum beliefere beide Seiten.

Anhand von Folien und Statistiken veranschaulichte Grässlin, dass die Mehrzahl der Flüchtlinge aus eben jenen Ländern kommen, in die Deutschland wiederum Waffen liefert. Enttäuscht zeigte sich Grässlin auch über die Politik. Eigentlich existiert ein Rüstungsexportverbot an Drittstaaten, jedoch können diese Verbote mit Ausnahmeregelungen umgangen werden. Seit Jahren setzt sich Grässlin für internationale Friedensverhandlungen, Abrüstung und ein Waffenembargo im Nahen und Mittleren Osten ein und engagiert sich im  Rüstungs-Informations-Büro (RIB). Dort sind auch die entsprechenden Rüstungsexportberichte der Bundesregierung, der EU und der USA hinterlegt, aus welchen er in seinen Büchern und Vorträgen berichtet. Doch Grässlin bleibt nicht nur bei den Zahlen stehen: Den Opfern der Schusswaffen eine Stimme zu geben, ist ihm ebenfalls ein Anliegen.  Zudem hat er mit inzwischen 140 weiteren Organisationen die „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel“ ins Leben gerufen, welche einen Exportstopp für Kleinwaffen und Munition fordert.

Unterschriftenlisten für die „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel“ liegen inzwischen im Weltladen Metzingen aus.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden