Einmal tanken bis Berlin

Wer ein Wasserstofffahrzeug besitzt, kann ab sofort in Metzingen tanken und muss dafür nicht extra nach Stuttgart oder Ulm fahren.

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Bundestagsabgeordneter Michael Donth (links) darf auf den Knopf drücken: Die neue Wasserstofftankstelle bei OMV ist eingeweiht.  Foto: 

Die erste Wasserstoffzapfsäule in Metzingen ist eingeweiht worden, und zwar durch prominente Gäste aus Politik und Unternehmen. Ab sofort können Fahrer eines Wasserstofffahrzeugs in Metzingen Halt machen und wie gewohnt tanken. Die OMV-Tankstelle in der Auchtertstraße hat in Kooperation mit der Clean Energy Partnership (CEP) den Betrieb aufgenommen. Dieser Zusammenschluss von diversen Firmen ermöglicht es, deutschlandweit Tankstellen mit dem emissionsfreien Kraftstoff auszustatten und ein verbraucherfreundliches Netz zu schaffen. Mit der feierlichen Einweihung der Metzinger Tankstelle gibt es nun in Baden-Württemberg insgesamt acht, wobei noch weitere folgen sollen, wie Madeleine Herdlitschka von der Daimler AG erklärte.

Der parlamentarische Staatssekretär Norbert Barthle vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur betonte in seiner kurzen Rede die Vorteile des Wasserstoffs. „Die Kunden können ihr gewohntes Tankverhalten beibehalten“, so Barthle. In die jahrelange Forschung habe man Millionen investiert und nun sei die Marktfähigkeit erreicht. Mit dem Kraftstoff könnten in Zukunft auch Busse und Schiffe betrieben werden. Wichtig sei zunächst aber ein flächendeckendes Tanknetz für die Verbraucher. Norbert Barthle gab zudem an, dass das Förderungsprogramm des Bundesministeriums fortgesetzt wird. „Sie können sich auf die Partnerschaft verlassen“, betont der Staatssekretär. Für die Zukunft sollen 400 solcher Tankstellen entstehen. Ob sich die Wasserstofftechnologie gegen die elektronische durchsetzt, könne man noch nicht mit Gewissheit sagen, „das zeigt die Zeit“, so der Staatssekretär. Helmfried Meinel, Ministraldirektor des Landes Baden-Württemberg für Umwelt, Klima und Energie, merkte an, dass man Mut zum Investieren braucht. „Die Prognosen sehen gut aus, aber mal schauen, was passiert“, stellt der Umweltminister fest. Die Wasserstoffinfrastruktur müsse ausgebaut werden, und vom Einzel- in den Serienbetrieb gehen. Der Metzinger Tankstelle wünschte er einen störungsfreien Betrieb.

„Alles hat mit Ideen angefangen“, erklärte Christian Bomm von der Linde AG. Der stellvertretende kaufmännische Projektleiter, zählte die bisherigen Erfolge im Bereich der Wasserstoffinfrastruktur auf und blickte positiv in die Zukunft. Kritische Stimmen und Bedenken gab es bei Neuerungen immer, beispielsweise als der Fuhrwagen abgeschafft und gegen benzinbetriebene Fahrzeuge ersetzt wurde. Visionen seien ein Faktor der Forschung und sollten die Möglichkeit erhalten, umgesetzt zu werden.

Christian Mohrdieck, Leiter Brennstoffzelle von der Daimler AG lobte die Fortschritte der Wasserstofftechnik und zählte die Vorteile auf. Bereits heute sei gewährleistet, dass man mit einem Wasserstofffahrzeug von Metzingen nach Berlin fahren kann. „Das Tanken an der Zapfsäule dauert drei Minuten, da ist nicht mal Zeit, einen Kaffee zu trinken“, scherzt Mohrdieck.

Sein Dank ging ebenfalls an die Unternehmen und im Besonderen an das Bundes- sowie Staatsministerium für deren finanzielle und ideelle Unterstützung. Die Debatten zwischen Politik auf der einen Seite und der Industrie auf der anderen haben sich nach Ansicht von Mohrdieck gelohnt. Die Daimler AG sei zudem stolz auf ihr Engagement, das sich auf Forschung und Investitionen beziehe. Roland Kiesel, Schulleiter der gewerblichen Schule Metzingen, nahm ebenfalls an der Einweihung teil und erhielt von Christian Mohrdieck den Schlüssel für einen Wasserstoffmercedes. Die Schüler im Kraftfahrzeugbereich haben so die Möglichkeit, ihre Kenntnisse zu erweitern. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Gerhard Wagner, dem Geschäftsführer der OMV Deutschland.

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