Ein Toter nach Hubschrauberabsturz auf dem Roßfeld in Metzingen

Das Fliegerbergfest auf dem Metzinger Roßfeld hat am Sonntag ein tragisches Ende genommen. Ein Hubschrauber stürzte während des Starts ab. Das Unglück forderte ein Menschenleben und fünf Verletzte.

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Als Spätsommertag wie aus dem Bilderbuch hätte das 26. Fliegerbergfest auf dem Roßfeld in die Geschichte eingehen können. Doch kurz vor Ende der Vorführungen ist es am Sonntagnachmittag zu einer Katastrophe gekommen wie sie die Veranstalter vom Metzinger Luftsportverein seit dem ersten Fest 1964 noch nicht erlebt haben.

Ein Hubschrauber, der auch für Rundflüge vorgesehen war, verhakte sich während der Startphase gegen 16.15 Uhr aus noch ungeklärten Gründen mit den Kufen. Wie die Polizei mitteilt, stürzte die Maschine deswegen aus geringer Höhe ab und schlug auf dem Boden auf. Der Hauptrotor krachte auf die Erde, einzelne Blätter zerbarsten und wurden in Richtung der Zuschauer (mehrere tausend waren gekommen) geschleudert.

Ein 38-jähriger Familienvater ist bei dem Unfall so schwer verletzt worden, dass er wenig später, trotz sofortiger ärztlicher Hilfe, noch an der Unglücksstelle verstarb. Die Polizei spricht zudem von mehreren weiteren Verletzten. Zwei Zuschauer – eine 58-jährige Frau und ein 47-jähriger Mann – wurden mit Rettungshubschrauber und Rettungswagen in Kliniken nach Tübingen und Reutlingen gebracht. Beide hatten schwere Verletzungen erlitten. Der Pilot des Hubschraubers konnte das Cockpit ohne fremde Hilfe verlassen. Er und sein Copilot hatten sich leicht verletzt. Sie und ein weiterer Zuschauer wurden in die Krankenhäuser nach Bad Urach und Reutlingen eingeliefert.

Die Rettungskräfte auf dem Roßfeld waren stundenlang im Einsatz. Rund 30 Männer und Frauen der Metzinger Feuerwehr waren im Dienst, so Kommandant Hartmut Holder. Gegen 20 Uhr am Sonntagabend übergab die Metzinger Feuerwehr die Unfallstelle an die Kollegen der Reutlingen Feuerwehr: Um das Kerosin aus dem abgestürzten Hubschrauber vom Typ Eurocopter EC 120 abzupumpen und zu bergen, mussten die Kreisstädter mit dem Gefahrstoffzug anrücken.

Noch am Sonntagabend inspizierte auch ein Vertreter des Luftfahrtbundesamtes die Unglücksstelle auf der Nordseite des Roßfeldes sowie den abgestürzten Hubschrauber, so Hartmut Holder.

Der Reutlinger Landrat Thomas Reumann machte sich ein Bild von der Situation am Albtrauf. Auch Metzingens Oberbürgermeister Ulrich Fiedler war vor Ort – ebenso, wie der Landesbranddirektor der Feuerwehren, Hermann Schröder und Bezirksbrandmeister Andreas Spalinger.

Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung, die Staatsanwaltschaft Tübingen und die Kriminalpolizei Reutlingen haben die Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen. Der Sachschaden auf dem Roßfeld beläuft sich auf zirka zwei Millionen Euro.

Beim Fliegerbergfest waren aus den Reihen des Rettungs- und Sanitätsdienstes drei Ärzte und mehr als 30 Führungskräfte, Sanitätshelfer, Rettungssanitäter und –assistenten mit neun Rettungsfahrzeugen im Einsatz. Darüber hinaus wurden zwei Notärzte, zwei Rettungshubschrauber und weitere Rettungswagen alarmiert. Mitarbeiter des DRK-Notfallnachsorgedienstes und der Notfallseelsorge der Kirche haben Augenzeugen und Verletzte an der Unglücksstelle betreut.

Auch bei einem Flugplatzfest in Backnang gab es am Wochenende Tote. Am späten Nachmittag verunglückte am Sonntag ein Kleinflugzeug mit vier Personen an Bord. Kurz nach dem Start war der Flieger abgestürzt, der Pilot und ein 15-jähriges Mädchen starben, zwei weitere Passagiere wurden schwer verletzt. 

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