Ein Sonntag mit Aussicht

Diese Aussicht. Wer vom Weinberg aus über die Stadt blickt, ist berauscht wie nach einem guten Roten. Und eben den gibt’s bei der Weinkultur obenauf.

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  • Mit einem solchen Panorama im Rücken schmeckt der Metzinger Wein besonders gut. Hier testen Gäste den stadteigenen Tropfen. 1/3
    Mit einem solchen Panorama im Rücken schmeckt der Metzinger Wein besonders gut. Hier testen Gäste den stadteigenen Tropfen. Foto: 
  • Alles, Wein oder was?  Eben nicht. Auf dem ehemaligen Reusch-Grundstück servieren Mitglieder des Fördervereins Obstbaumuseum Glems Waffeln und Most. 2/3
    Alles, Wein oder was?  Eben nicht. Auf dem ehemaligen Reusch-Grundstück servieren Mitglieder des Fördervereins Obstbaumuseum Glems Waffeln und Most. Foto: 
  • Gefragte Station: Rund um die Trockenmauer können Gäste die „trockene Linie“ der Weingärtner aus Metzingen und Neuhausen testen. 3/3
    Gefragte Station: Rund um die Trockenmauer können Gäste die „trockene Linie“ der Weingärtner aus Metzingen und Neuhausen testen. Foto: 
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Walter Veit steht oberhalb des Herlishäusles im Weinberg und blickt hinab auf die Aussichtsplattform. Dort sitzen bereits die ersten Wanderer, ein Glas kühlen Weißen in der Hand, und lassen den Blick ins Tal auf sich wirken. „Schöner könnte es nicht sein; sogar das Wetter spielt mit“, sagt der Chef des Förderkreises Metzinger Keltern zufrieden.

Klar, wer will schon in der prallen Sonne an einem kräftigen Spätburgunder nippen? Besser ist das wolkige Wanderwetter, das gestern hunderte Besucher zum Lustwandeln und Traumsaft-Testen in die Metzinger Weinlandschaft gelockt hat. Die Weinkultour paart Informatives rund um Grauburgunder, und Co. mit viel Natur und einem Spaziergang viel auf einer rund 2,5 Kilometer langen Strecke  hoch über der Stadt.

In den Hauptrollen: Die Weinberge, das landschaftliche Kapital Metzingens, und natürlich die Produkte der Weingärtner aus der Kernstadt und aus Neuhausen. Hiesige Tropfen, vom Stadtwein-Cuvée bis zur „trockenen Jura-Linie“ (etwa dem Lemberger-Rosé) goutierten die Gäste an insgesamt neun Stationen rund um das Naturfreundehaus, das zur Anlaufstelle für Familien geworden ist.

Und trotz des Festes der Flieger auf dem Rossfeld sind alle unterwegs: Junge, Alte, Gruppen, Paare – ja sogar Urlaubern aus dem bayerischen Rosenheim schüttelt Walter Veit zum Auftakt der Tour die Hand. Dabei gibt es noch genügend Einheimische, „die den Weinbau in Metzingen gar nicht so richtig wahrnehmen“, sagt Jörg Waldner, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer, der Weingärtnergenossenschaft. Deswegen trommeln sie  seit Jahren  regelmäßig alle miteinander für ihren Rebensaft, die  Metzingen Marketing und Tourismus GmbH, der Förderkreis Metzinger Keltern,  die Weingärtnergenossenschaft, der Förderkreis Obstbaumuseum Glems (da gibt es  freilich Most zum Kosten) und der Kelternverein Neuhausen.

Denn: „Nach so einem Event merken wir schon, dass die Nachfrage nach unseren Produkten anzieht“, erklärt Jörg Waldner, der eben einem angenehm überraschten Weintester eine Flasche trockenen Roten verkauft hat.

Gefragt sind aber auch die Weinerlebnisführer. Sie  haben   zwischen  im Saft stehenden und üppig mit Trauben behangenen Reben Fakten und Histörchen rund um den Vino parat.  Beispielsweise solche über einen Herrn  namens Ferdinand Oechsle, den Pforzheimer, der einst eine wichtige Maßeinheit für die Weinbauern erfand. Eine große Menschengruppe umringt Erlebnisführer Martin Schadenberger (der  mit seinem Kollegen Günther Weiblen unterwegs ist) an der Trockenmauer, wo der Fachmann  über Besonderheiten des Silvaner, Kerner und  Grauburgunder parliert. Und den Zuhörern die Zeitrechnung der Weingärtner nahebringt: „Die Lese ist immer 100 Tage nach der Blüte.“

Womit wir beim aktuellen Jahrgang wären. Im Weinberg geht’s in Richtung Endreife. Hier und da kämpfen die Wengerter  mit der berüchtigten Kirschessigfliege, sagt Jörg Weiblen, Weingärtner und Aufsichtsrat bei der Genossenschaft. Doch laut Prognose soll der neue Wein gut werden, sagt der Fachmann. „Nur hageln darf es nicht mehr.“

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