Ein Schmuckstück mit Strahlkraft

Vor exakt zehn Jahren wurde das Glemser Obstbaumuseum eröffnet. Am Samstag feierte der Förderverein den runden Geburtstag mit etlichen Ehrengästen. Das Mostfest stand am Sonntag auf dem Programm.

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Gäste und Ehrengäste feierten im Museum.  Foto: 


Glems. „Es waren zehn erfolgreiche Jahre“, sagte Wolfgang Dürr vor zahlreichen geladenen Gästen. Im Blick hatte der Vorsitzende des Glemser Fördervereins Obstbaumuseum dabei die Führungen und Bewirtungen von rund 450 Gruppen und mehr als 9 200 Besuchern, wie er erklärte: „Das ist unsere Hauptaufgabe“.

Vor allem Obst- und Gartenbauvereine und Jahrgangsgruppen hätten sich auf den Weg in Metzingens kleinen Ortsteil gemacht, um dieses besondere Museum genauer unter die Lupe zu nehmen. Waren die Besuchergruppen fast durchweg in fortgeschrittenem Alter, hat der Glemser Verein den Nachwuchs aber nie aus den Augen verloren, so Wolfgang Dürr weiter.

Im Ferienprogramm und mit ganzen Klassen auf den Streuobstwiesen Obst einsammeln und dann selbst pressen – das haben sich der Vorsitzende Dürr und seine Mitstreiter von Anfang an ebenfalls auf die Fahnen geschrieben. Am Samstag stand jedoch zunächst der Rückblick auf die Zeit vor dem fertiggestellten Obstbaumuseum auf dem Programm. „Im November 2003 wurde der erste Hammerschlag hier an der alten Kelter getätigt“, erinnerte etwa der Erste Landesbeamte Hans-Jürgen Stede, Vertreter des Landkreises Reutlingen.

Mit viel lobenswertem ehrenamtlichen Engagement, aber auch mit viel Geldeinsatz ( insgesamt 350 000 Euro) „ist ein Schmuckstück entstanden, das weit über Glems und den Landkreis hinaus strahlt“, so Stede. Laut Dietmar Bez, Metzingens Erstem Bürgermeister, hat die Stadt damals nach längeren und kontroversen Diskussionen im Gemeinderat 200 000 Euro für die Sanierung der Glemser Kelter zur Verfügung gestellt. Der Landkreis gab laut Stede 130 000 Euro, vor allem über die Förderprogramme Plenum und Regionen aktiv dazu.

Dietmar Enkel verwies als Vertreter des Regierungspräsidiums Tübingen auf einen größeren Zusammenhang: „Das Obstbaumuseum gibt dem Biosphärengebiet ein Gesicht.“

Andreas Seiz hob dann die Bedeutung der Mosterei im Obstbaumuseum hervor: „Vor einer halben Stunde bin ich noch hier an der Mostpresse gestanden“, sagte Glems Ortsvorsteher. Dass sich die Obstmenge, die er dort als „Most-Meister“ in Saft verwandelt, in den vergangenen Jahren mehr als verdoppelt hat, sei zum einen dem Erfolgsmodell der „Bag-in-box“-Maschine zu verdanken. Aber eben auch dem Obstbaumuseum.

Bez dankte in seiner Festrede besonders Dieter Hauswirth: Metzingens ehemaliger Oberbürgermeister habe sich besonders für die Entstehung des Obstbaumuseums eingesetzt. Rechtzeitig zur 750-Jahr-Feier von Glems ist 2004 das Museum tatsächlich fertiggestellt worden. Es stehe seitdem laut Bez im Zusammenhang mit einigen anderen Projekten im Ermstal, die ebenfalls über die beiden Fördertöpfe bezuschusst wurden: „Dadurch ist hier eine Infrastruktur entstanden, die zum Erhalt unserer Kulturlandschaft beiträgt.“

Doch was nütze eine überreiche Obsternte wie in diesem Jahr, wenn der Preis für einen Doppelzentner sich bei weniger als vier Euro einpendelt. „Dies ist ein Schlag ins Kontor all derjenigen, die sich um den Erhalt unserer Kulturlandschaft kümmern“.

Aus diesem Grund werde der Kreisobstbauverband bei der nächsten Streuobstparadies-Sitzung den Antrag stellen, „eine Paradiesische Streuobstgenossenschaft zu gründen“. Preisschwankungen des internationalen Marktes sollen damit ausgeglichen werden.

Neben diesen ernsten Themen am Samstagabend gab es aber auch gutes Essen und musikalische Umrahmung durch den Gesangverein Glems. Und obendrein die Aussicht auf das Mostfest, das ja am Sonntagvormittag gleich wieder jede Menge Leben in das Obstbaumuseum brachte.

Für die Mitglieder des Fördervereins und des Trachtenvereins bedeutete das allerdings einmal mehr – jede Menge Arbeit.

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