Die süße Last

Mit einem Vortrag des Bienenfachberaters wurde die Ausstellung des Imkervereins rund um die faszinierende Welt der Honigbienen eröffnet.

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Eine Ausstellung in der Stadtbücherei zeigt derzeit Wissenswertes über Honigbienen und die Imkerei.  Foto: 

Der Imkerverein Metzingen hat schon am vergangenen Freitag allerlei Schätze in die Räumlichkeiten der Bücherei gebracht. Verschiedene Schutzbekleidungen, einen Strohbienenkorb, den klassischen Hut mit Schleier, Holzbeuten und sogar eine alte Klotzbeute kann bewundert und angefasst werden.

An dem hohlen Baumstamm ist hinten eine Tür eingebaut, durch die sich die Bienen bei ihrer Arbeit beobachten ließen, beim Wabenbauen, Honigeinlagern und Schlüpfen junger Bienen. Diese Art Bienenstöcke, Klotzbeuten oder auch Holzfigurenbeuten genannt, stammen schon aus dem 14. Jahrhundert und entwickelten sich mit der Zeit zu wahren Kunstwerken. Auch die alte Klotzbeute, die nun noch bis zum 17. Mai in der Bücherei zu bestaunen ist, wurde aufwendig verziert.

"Viele Kinder haben die Ausstellung schon besucht", freut sich Büchereileiter Ulrich Koch über den gelungenen Start der Ausstellung. Zum Auftakt zog es dann die erwachsenen Bieneninteressierten in gemütlichen Räumlichkeiten der Stadtbücherei. Nicht nur Hobbyimker und Vereinsmitglieder lauschten den faszinierenden Ausführungen des Bienenfachberaters aus Tübingen. Remigius Binder entführte seine Zuhörer in die spannende Welt der Honigbienen und natürlich auch der Imker.

Mit Hilfe zahlreicher Bilder gewährte er Einblicke in die Staatsordnung im Bienenvolk und die Entwicklung einer Arbeiterbiene, die nach 21 Tagen schon voll einsatzbereit ist, Zellen putzt, Larven füttert, Tracht sammelt und Wachs herstellt. Selbst den Experten fasziniert die einzigartige Kommunikation der Honigbiene durch ihre Tanzsprache immer wieder aufs Neue. Durch ihre Tänze geben sie die Position lohnender Futterquellen weiter und entscheiden, welcher neuer Standort für den Schwarm in Frage kommt.

Dabei sind sie extrem anpassungsfähig und überwintern im Volk auch bei starken Minustemperaturen. Das kleine Nutztier Biene, das artgerecht in platzsparender Massentierhaltung lebt, hat einen wahrlich großen volkswirtschaftlichen Nutzen. Remigius Binder wies auf die zahlreichen Blütenpflanzen hin, die auf Fremdbestäubung der geflügelten Helfer angewiesen sind. Dieser Nutzen übersteigt sogar den Wert der Honigproduktion, der natürlich auch nicht zu verachten ist. Durchschnittlich 20 Kilogramm kommt pro Bienenvolk zusammen.

Eine süße Last, die der Imker den Bienen gerne abnimmt. In einer Wabenschleuder, die auch in der Bücherei zu sehen ist, wird der Honig durch schnelle Drehbewegungen aus den Waben geschleudert, anschließend gesiebt, geklärt, gerührt und schließlich abgefüllt. Mit seinen zahlreichen Mineralstoffen und Spurenelementen ist der Honig viel mehr als nur süßer Brotaufstrich. Für diesen kostbaren Süßstoff ist der Imker gerne "ein bisschen Masochist", schmunzelt Binder mit einem Augenzwinkern. Längst sind es nicht mehr nur Naturfreunde im fortgeschrittenen Alter, die sich für die Imkerei als Hobby interessieren. "Immer mehr Frauen und auch Städter interessieren sich für die Honigbiene", freut sich der Bienenfachberater. "Sogar in Berlin und Hamburg summt und brummt es mittlerweile", wies er auf den Trend der Imkerei in Großstädten hin.

Wer Lust auf einen kleinen Einblick in die interessante und nützliche Tätigkeit der Imkerei hat, ist noch bis zum 17. Mai in die Bücherei Metzingen eingeladen. Neben der Ausstellung des Imkervereins, hat Ulrich Koch natürlich für spannenden Lesestoff rund um das Thema Bienen gesorgt.

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