Die rasante Spindel

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Sauter Feinmechanik ist ein florierendes Unternehmen im Werkzeugmaschinenbau, das beinahe alles selbst herstellt, vom Rohmaterial bis zum fertigen Produkt. Kernstück der Produktion bei Sauter sind Werkzeugrevolver für die Drehmaschinenindustrie. Mit diesen Revolvern können verschiedene Werkzeuge wie Drehstahl, Bohrer und Fräser eingebaut werden, sodass die Werkzeuge nicht wie früher einzeln eingesetzt werden müssen.

Dabei ist die Produktpalette breit gefächert. Hergestellt werden verschiedene Revolverbaureihen. Elektromechanischer und hydraulischer Revolver, der AC-Servorevolver sowie der Revolver für den Transportstraßen-Bereich sowie den Direkt-Drive. Für dieses Werkzeug ist Sauter mehrfach ausgezeichnet worden. Die Revolver gibt es in allen möglichen Baugrößen, von ganz klein bis ganz groß. Sägen, Drehen, Fräsen, Schleifen – die Produktion läuft mit hochmodernen CNC-Maschinen. Da muss der Facharbeiter nicht mehr selber Hand anlegen, sonder „nur“ noch den Computer der Werkzeugmaschine programmieren, um ihr damit zu sagen, was sie tun soll.

Jetzt hat die Firma Sauter eine Neuheit entwickelt, eine so genannte Hochfrequenzspindel, die mit einem Werkzeugrevolver kombiniert werden kann. Sie kann bis zu mittel Elektroenergie und Drehmomenten 60 000 Umdrehungen pro Minute machen. Diese Kombination galt laut Marketing-Leiterin Andrea Strobel lange Zeit als unmöglich. Doch die Sauter-Entwicklungsingenieure haben es geschafft. Das große Problem war die Verlegung des Kabels im Innern des Revolvers, wo es ohnehin kaum Platz gibt. Und das Kabel darf sich nicht aufrollen, wenn sich der Revolver dreht. Die Lösung ist ein Drehverteiler und eine stehende Welle, in der das rotierende Teil geführt wird.

Flexibilität und Kosteneffizienz in der Fertigung sind die wichtig-sten Kriterien für Unternehmen. Dazu gehört, so viel wie möglich unterschiedliche Prozesse auf einer Maschine zu verbinden. Die Möglichkeit von bis zu 60 000 Umdrehungen auf einem Werkzeurevolver eröffnet ein breites Spektrum an Bearbeitungen von Werkstücken. Sauter hat sich die Erfindung dann auch patentieren lassen. „Wir versprechen uns sehr viel davon“, sagt Andrea Strobel.

Auf der Emo, der wichtigsten Messe für die Maschinenbau-Branche in Hannover wird das neue Werkzeug präsentiert. Die Firma Sauter hofft, mit dem neuen Produkt neue Kunden an Land ziehen zu können. Das bestätigen auch die beiden geschäftsführenden Gesellschafter, Heiko Müller und Bernhard Sauter. Wobei es dem Unternehmen nicht schlecht geht. Zurzeit beschäftigt es 360 Mitarbeiter. „Die Auftragslage“, so Heiko Müller, „ist auf einem guten Niveau.“ Im Jahresverlauf sei es besser gelaufen, als man es erwarten konnte. Allerdings hinke das Auslandsgeschäft dem Inlandsgeschäft etwas hinterher.

Der Auftragseingang lag in diesem Jahr bei durchschnittlich fünf Millionen Euro pro Monat. Zum Jahresende rechnet Müller jedoch mit einem leichten Plus im Vergleich zum vergangenen Jahr. Erst vor kurzem ist es dem Unternehmen gelungen, eine große Firma in Japan als Kunden zu gewinnen.

„Dabei“, so Heiko Müller weiter, „handelt es sich um einen der weltweit größsten Hersteller von Drehmaschinen.“ Das ist laut Heiko Müller deshalb so bemerkenswert, da sich die Japaner bisher eher abgeschottet haben. Ansonsten bedient eine Tochterfirma in Taiwan den asiatischen Markt.

Alles in allem blicken Bernhard Sauter und Heiko Müller optimistisch in die Zukunft.

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