Des Predigers ungewöhnlicher Ortswechsel auf Zeit

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Am ökumenischen Kanzeltausch am Sonntag, 15. Oktober, beteiligen sich (von links): Pfarrer Hermann Weiß, Pfarrer Dieter Schott, Pastor Bernd Schwenkschuster und Pfarrer Martin Winter. Nicht auf dem Foto ist Pastor David Roth.  Foto: 

Seit Jahrzehnten stehen die christlichen Gemeinden in Metzingen der ökumenischen Bewegung positiv gegenüber. Regelmäßig trifft sich der ökumenische Arbeitskreis, um über mögliche Aktionen und Projekte zu sprechen. So stellt sich immer wieder die Frage, wie man die Ökumene vor Ort am Leben halten kann. Einhellig räumen die Pfarrer Martin Winter, Hermann Weiß und Dieter Schott sowie Pastor Bernd Schwenkschuster ein, dass der Arbeitskreis die Aktionen und Projekte in den vergangenen Jahren  ein wenig verringert hat. Dennoch sind zumindest die Hauptamtlichen aller Kirchengemeinden stets im Gespräch geblieben, tauschen sich regelmäßig aus.

Ein Fixpunkt ist demnach immer der ökumenische Gottesdienst an Neujahr. Er biete die Gelegenheit zu fragen, was den eigenen Glauben eigentlich ausmacht. Gleichzeitig könne man den Blick auf den anderen Glauben richten. Und man könne sich diesen anderen mitteilen. „Das Ganze“, sagt der katholische Pfarrer, Hermann Weiß, von der St. Bonifatiusgemeinde, „ist freilich nicht ganz einfach.“ Wie dem auch sei, die Verantwortlichen haben sich eine neue Aktion überlegt: der ökumenische Kanzeltausch. Wobei Hermann Weiß sogleich feststellt, dass die Bezeichnung nicht ganz richtig sei, denn eigentlich würden ja nur die Prediger ausgetauscht, die jeweiligen Kanzeln blieben ja an ihrem Ort.

Die Geistlichen sind sich darüber einig, dass es gut sei, wenn ihre Gemeindemitglieder auch mal Gottesdienste anderer Konfessionen besuchen. Der ökumenische Kanzeltausch dreht das Ganze jetzt um. Dabei erscheint es ihnen wichtig, dass die Gläubigen sehen, dass so etwas überhaupt möglich ist. Denn es gebe ja durchaus nach wie vor unterschiedliche Sichtweisen im Glauben. Diese könnten durchaus anregend sein, doch das gestalte sich nicht immer einfach. „Aber“, sagt Martinskirchenpfarrer Martin Winter, „so kann man gemeinsam den geschwisterlichen Glauben erleben.“ Und Dieter Schott, Pfarrer an der Friedenskirche, gibt zu bedenken, dass die Hauptamtlichen auf diese Weise auch mal andere Arten von Gottesdiensten erleben. „Aber“, wendet Hermann Weiß ein, „wenn die Bibel zu Wort kommt, merkt man auch schnell, dass wir beieinander sind.“

Die neue Aktion des ökumenischen Kanzeltausches ist das erste ökumenische Projekt im Reformationsjahr 2017. Und sie soll keine Eintagsfliege sein. Denn eines ist allen Beteiligten klar: In Metzingen gibt es eine Offenheit für die Ökumene. Sie falle den Christen in Metzingen nicht schwer, auch wenn nicht alles machbar erscheint. „Ich bin jetzt seit drei Jahren in Metzingen“, sagt Pfarrer Martin Winter, „und ich habe schnell festgestellt, dass die Ökumene  in dieser Stadt lebt. Auf diesen Zug bin ich gerne aufgesprungen.“ Sprach’s und erinnerte an den ökumenischen Gottesdienst mit den Delegationen aus den drei Metzinger Partnerstädten Noyon, Hexham und Nagykálló, der eine wunderbare Sache gewesen sei.

Jedenfalls können die Metzinger Christen an diesem Sonntag auf neue Gesichter auf den Kanzeln gespannt sein. Und es werden sicher auch andere Überzeugungen zum Ausdruck kommen als sie gewohnt sind.

Die ökumenische Bewegung ist eine Bewegung im Christentum, die eine weltweite Einigung und Zusammenarbeit der verschiedenen Konfessionen anstrebt.

Sie begann, nach verschiedenen Ansätzen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Sie fand ihre institutionelle Gestalt vor allem im Ökumenischen Rat der Kirchen sowie den lokalen Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen.

Gewöhnlich wird als Leitbild eine organisatorische Zusammenführung der Kirchen, die gegenseitige Anerkennung ihrer Lehre und die gemeinsame Feier von Gottesdiensten angesehen.

Die Anfänge der ökumenischen Bewegung in Metzingen liegen in den 1960er Jahren. Beim ökumenischen Kanzeltausch am Sonntag, 15. Oktober, predigt Pfarrer Martin Winter im Gemeindehaus der Baptisten (10 Uhr), Pastor David Roth geht in die Martinskirche, Pastor Bernd Schwenkschuster spricht in der St. Bonifatiuskirche und Pfarrer Dieter Schott predigt im „Schlemmerstüble“ in der Metzinger Eichbergstraße ps

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