Der Wohntraum ist jetzt real

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Selbst im nobelsten Restaurant schwimmt mal ein Haar in der Suppe. Und so wundert es nicht, dass auch die Bewohner des „Wohn(t)raum  Sannental“ mitunter mit irdischen Problemen zu kämpfen haben: Die Umzugskartons packen sich einfach nicht von alleine aus, sie stapeln sich entweder in der Wohnung oder im dazugehörigen Kellerraum.

Der vergangene Freitag konnte da nur wenig Abhilfe schaffen, denn statt sich um den Einzug zu kümmern, stand da die feierliche Einweihung des Gebäudes auf dem Programm. Bewohner, Investoren und die am Bau beteiligten Firmen feierten sich selbst – und hatten auch allen Grund dazu. Blickt man nämlich mal über einen der Umzugskartons hinweg, so kommt das Mehrgenerationen-Projekt, letztlich 2003 aus einem Metzinger Zukunftsteam heraus initiiert, einem Wohntraum schon sehr nahe.

Bewohner zwischen null und 85 Jahren leben hier künftig unter einem Dach. Das Gebäude mit großem Gemeinschaftsraum im Eingangsbereich ist auf Kommunikation ausgelegt, wie Architekt Heinz Neudeck-Mützel vom Büro CasaNovo erklärte. Viele Glasflächen, viele Sitzgelegenheiten und eben die Gemeinschaftseinrichtungen sollen für ein buntes Miteinander sorgen. Eine hauseigene Kinderbetreuungseinrichtung, eine Inklusionswohngruppe, eine „Boule-Bahn“ im großzügig angelegten Garten, ein eigenes E-Auto fürs Carsharing unter den Bewohnern – Planer, Bewohner und die  Baufirmen haben bei dem Null-Energiehaus wirklich an alles gedacht, was innerstädtisches Wohnen heutzutage ausmacht.

Dementsprechend durften sich die Erwähnten am Freitag zur offiziellen Eröffnung auch ein bisschen selbst feiern. „Das Versprechen der Bewohner, füreinander einzustehen, klingt beinahe wie ein Eheversprechen“, machte Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler die Symbolik der „in Metzingen einmaligen Wohnform“ deutlich.

Über die Punktlandung im Terminplan zur Fertigstellung freute sich Wolfgang Brodbeck, er erinnerte, wie zuvor bereits Projektplaner Albrecht Reuß, auch an den 28-jährigen Bauarbeiter, der bei einem Arbeitsunfall auf der Baustelle ums Leben kam. Um die Gemeinschaft der Bewohner nochmals zu fördern, lud Brodbeck alle Einwohner zu einem gemeinsamen Kinoabend ein, „aber erst, wenn die Umzugskartons ausgepackt sind“, sagte er.

Auf Seiten der privaten Investoren und Eigentümer hatte Albin Gugl die Rolle des „Bauleiters“ inne. Ihm dankten seine künftigen Mitbewohner mit dem Setzen einer Albin-Gugl-Zirbelkiefer. Doch beim so Geehrten scheint der Eifer längst noch nicht erloschen. „Wir denken an ein weiteres, kleineres Projekt auf dem Grundstück Sannentalstraße 6. Eine entsprechende Anfrage an die Stadtverwaltung läuft bereits“, so Gugl. Weitere Wohnträume in Metzingen sind also nicht ausgeschlossen.

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