Der Garten ist Ausgleich und Erholung

Ein Familiengarten mit Selbstversorgerambitionen: Kräuter, Obst und Gemüse gibt es in Anne Gekelers Garten zuhauf und alles wird verwertet.

|
Vorherige Inhalte
  • Anne Gekeler in ihrem Garten. 1/2
    Anne Gekeler in ihrem Garten. Foto: 
  • Am Sonntag ist er für Besucher geöffnet. 2/2
    Am Sonntag ist er für Besucher geöffnet. Foto: 
Nächste Inhalte

Wildkräuter statt Rosensträucher, Obst, Beeren, Gemüse statt Steingarten mit einzelnen Blumenkübeln: Anne Gekeler setzt in ihrem Garten auf Natur und Nutzen, es sei, wie sie sagt, „ein Familiengarten mit Selbstversorgerambitionen“. Das meiste, was hier wächst und gedeiht, kann später genossen werden, sei es als Sirup, Salbe oder Saft. Sie stellt Kekse her, Marmelade und vieles mehr. Dabei probiert sie immer wieder Neues aus, neben der herkömmlichen Ringelblumensalbe gibt es auch welche aus Johanniskraut. Vom Sirup hat sie mehr als 20 Varianten, vom Klassiker Holunder bis zum immer wieder anderen  Wildkräuterdudler, der im Sommer erfrischt und der dank wenig Zucker nicht so süß ist, wie man es von Sirup sonst kennt.

Mit Gartenarbeit, Obst- und Gemüseverwertung und dem  Streuobstanbau kennt Anne Gekeler sich seit frühester Kindheit und Jugend aus. Aufgewachsen in einer Familie mit sieben Kindern, die allesamt auf den Wiesen mithalfen, lernte sie alles aus dem Obstbau von Grund auf. Als ihre Geschwister dann bis auf einen, aus der Region weggezogen waren, half  sie ihren Eltern verstärkt aus.

Und sie ist eine waschechte Schwäbin - etwas wegwerfen will  sie nicht, „das ist doch viel zu schade“. So lernte sie, fast alles, was im Garten wächst, zu verwerten. Sie begann  mit Dörrobst, um all den Äpfeln, Zwetschgen, Mirabellen und vielem mehr, Herr zu werden. Als sie mit Mann und zwei Kindern dann vor sechs Jahren in den Steinerweg 4 zog, erfüllte sich für sie der Traum von einem eigenen, großen Garten. Den legte sie mit viel Eifer und Herzblut an, zuvor gab es in ihm bis auf ein paar Obstbäume nichts. Heute aber findet man dort Kräuter und Beeren in rauen Mengen. Anne Gekeler hat sie, als sie den „Tag der offenen Gartentür“ vorbereitet hat, die Sorten gezählt und war selbst überrascht vom Ergebnis:  28 Küchenkräuter- und 20 Wildkräutersorten hat sie entdeckt.  Dazu gibt es neun Beerensorten, Feigen, Minikiwis, Obstbäume, darunter auch Exoten wie Aprikosen oder einen Maulbeerbaum.

Ein solcher Garten bedeutet viel Arbeit, im Sommer ist Anne Gekeler mindestens eine Stunde pro Tag am Werkeln, meistens auch mehr. Urlaub im Sommer, das geht höchstens mal eine Woche, sagt sie lachend. Doch sie macht es gern: „Mein Garten ist für mich Ausgleich und Erholung.“

Hier kann sie nach getaner Arbeit im Liegestuhl entspannen. Die Hauptarbeit beginnt im Frühjahr, „so bald der Löwenzahn blüht“, im Winter verarbeitet sie dann ihre Ernte, stellt Salben her, Essig oder Öle.

In der Zwischenzeit ist die Gartenarbeit für sie auch Nebenerwerb. Sie verkauft ihre Produkte aus der heimischen Küche, will damit Selbstgemachtes von den Streuobstwiesen anbieten. Zudem bietet sie Kurse in Zusammenarbeit mit dem Bezirks-Obst- und Gartenbauverein und der vhs an, es gibt Exkursionen zum Naturgarten, zur Beerenverarbeitung, zu Küchenkräutern, aber auch Kurse zu Großmutters Hausrezepten, zu Salben und Duftprodukten. Anne Gekeler ist gelernte Erzieherin und darum sattelt sie nun noch eine Ausbildung zur Streuobstpädagogin drauf, ihr Ziel: Kinder vermitteln, was alles Gutes bei uns wächst und was man damit machen kann. Ihr schwebt vor, mit Grundschulkindern auf Streuobstwiesen zu gehen und sie dort vor Ort zu unterrichten.

Auch am Tag der offenen Gartentür am Sonntag können die Interessierten einiges lernen und sich ein Bild machen über die Gartenarbeit, sie können Kräuter erkunden, im Schatten unter dem Apfelbaum verweilen, für die Kinder gibt es einen Sandkasten und ein Trampolin und natürlich gibt es auch Leckeres zu verkosten.

Anne Gekeler bietet Kaffee und zahlreiche Sirupvarianten an und wer gern etwas knabbern will, kann den Kuchen aus dem Glas probieren, den sie eigens für diesen Tag kreiert hat.

Tag der offenen Gartentür

Am Tag der offenen Gartentür bieten Personen Interessierten die Gelegenheit, sich in ihren Gärten umzuschauen. Am morgigen Sonntag öffnet Anne Gekeler aus Metzingen von 11 bis 17 Uhr ihren Garten im Steinerweg 4.

Es kann der kleine Haus- und Familiengarten für Selbstversorger besichtigt werden, mit Wild- und Gartenkräutern. Es gibt außerdem die Möglichkeit, im Hofladen einzukaufen oder im Terrassen-Cafe einzukehren.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Gesucht: Ideen und Investoren

Die Stadt will das Areal rund um den Ulrichsturm neu gestalten. Am Montag startet deswegen ein Architekten- und Investorenwettbewerb. weiter lesen