Das Ende der Kreidezeit

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    Die Sieben-Keltern-Schule erhält interaktive Schultafeln. Foto: 
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    Die Sieben-Keltern-Schule (ganz oben) erhält interaktive Schultafeln. Das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium hat dank des G9 so viele Anmeldungen wie nie. Die Neugreutschule (Bild rechts) und die Seyboldschule werden für die Klassen eins bis vier zu Ganztagesschulen. Foto: 
  • Die Neugreutschule (Bild) und der Seyboldschule werden für die Klassen eins bis vier zu Ganztagesschulen. 3/3
    Die Neugreutschule (Bild) und der Seyboldschule werden für die Klassen eins bis vier zu Ganztagesschulen. Foto: 
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Ehe die Sieben-Keltern-Schule im Februar 2018 bezugsfertig sein wird, muss die Stadt noch etwa 1,8 Millionen Euro investieren. Das hat Metzingens OB Dr. Ulrich Fiedler am Donnerstagabend dem Gemeinderat offenbart. Allerdings seien diese Kosten weder dem Architektenbüro noch der Stadtverwaltung anzukreiden. Vielmehr fließen weniger Mittel als ursprünglich gehofft aus dem Denkmalschutz, aber auch die Zuschüsse des Landes nach den Schulbauförderrichtlinien für eine Generalsanierung fallen nicht so üppig aus, wie zunächst geplant. Konrad Berger, der Leiter des städtischen Planungsamts, hält diese Entwicklungen rückblickend für kaum kalkulierbar. Doch für dieses Landesprogramm habe es laut Berger „wahnsinnig viele Anträge gegeben“, sodass die Fördersumme eben auf viele Schultern verteilt wird. Susanne Bernauer (Grüne) kritisierte in diesem Zusammenhang das Denkmalamt: „Es hätte auch mehr Geld bezahlen sollen, wenn es schon so viel verlangt.“ Auch das relativierte Berger: Die Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege bewertet er als gut: „Die sind uns oft entgegengekommen.“ Allein schon beim Aufzug, der in das mehr als 100 Jahre alte Gebäude eingebaut werden durfte.

Ein Teil der zusätzlichen Kosten (612 000 Euro) muss für Ausstattungs- und Einrichtungsgegenstände ausgegeben werden. In dem Zusammenhang von Mehrkosten zu sprechen, so Berger, sei vor allem deswegen falsch, da zu Beginn der Sanierung im Jahr 2014 für diesen Posten die Summe Null veranschlagt war: „Weil wir ja gar nicht wissen konnten, was gebraucht wird“, erklärte Berger. Das steht jetzt fest. Stadtverwaltung und Kollegium haben eine Liste von Möbeln und Inventar erstellt, die der Gemeinderat genehmigt hat. Magnetfarbe ersetzt künftig Pinnwände, es braucht neue Vorhänge, Sitzgruppen und Touchscreens, also berührungsempfindliche Bildschirme, die künftig die grünen Tafeln ersetzen. Bernhard Mohr (FDP) hätte gerne diesbezüglich einige Informationen in Sachen Nutzbarkeit und Alltagstauglichkeit mehr gehabt und sieht das Ende der Kreiddezeit nahen. Eckart Ruopp (CDU) tut sich eigenen Angaben zufolge schwer mit diesen interaktiven Tafeln, die Lehrer und Schüler von ihren Plätzen aus bedienen können. Auch Susanne Bernauer findet den ohne Tafel auskommenden Unterricht „fast schon etwas unsympathisch“. OB Fiedler warb indes für diese neue Art der Unterrichtsgestaltung: „Wir sollten diese Chance nutzen“, sagte er hinsichtlich der Investitionssumme von einer Milliarde Euro, die der Bund für die Digitalisierung bereit stellen möchte. Von den Erfahrungen mit den interaktiven Tafeln profitiere die gesamte Metzinger Schullandschaft.

G8 soll fortgesetzt werden

Viel Neues gibt es aus dem Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium seit dem Schuljahr 2013/14 zumindest bezüglich der Akzeptanz von G9 nicht mehr zu sagen. Seit das Gymnasium am Schulversuch „Zwei Geschwindigkeiten zum Abitur am allgemeinbildenden Gymnasium“ teilnimmt, melden Eltern von Viertklässlern ihre Kinder kaum mehr fürs G8 an. 2013 waren es noch drei, im Jahr darauf ein Schüler, drei mal hintereinander steht die Null. Deswegen hat Schulleiter Matthias Pröhl Verwaltung und Gemeinderat gebeten, einen Antrag auf die Fortsetzung dieses Versuchs einzureichen. Sowohl Schulkonferenz als auch Gesamtlehrerkonferenz seien zu diesem Beschluss gelangt. Eine Befragung von Schülern, Lehrern und Eltern habe ergeben, dass die Akzeptanz von G9 ungebrochen hoch ist. Inhaltlich, sagte Pröhl, um einem aus seiner Sicht bestehenden Missverständnis entgegenzuwirken, inhaltlich also ist G9 exakt dasselbe wie G8. Das eine sei weder leichter, das andere nicht schwerer. Der einzige Unterschied: Auf einem G9-Gymnasium haben die Schüler ein Jahr mehr Zeit. Bernhard Mohr hat freilich, wie alle anderen auch, zugestimmt, hat aber seiner Hoffnung Ausdruck verschafft, dass diese absurde Situation alsbald beendet wird. Ob sich G9 oder G8 durchsetze, sei ihm egal, aber beides nebeneinander spreche nicht gerade für die Plausibilität der Politik dieser Landesregierung.

Etwas allerdings hat sich im Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium seit 2013 doch geändert: die reine Zahl der Anmeldungen. Die steigt stetig an. Vor vier Jahren wollten 136 Viertklässler aufs Boni-Gymnasium wechseln, zwei Jahre später 150, die auch alle aufgenommen wurden, vergangenes Jahr wurden von 161 Interessenten elf abgewiesen, fürs kommende Schuljahr aber haben sich 185 Schüler angemeldet.  Damit wird es sechs fünfte Klassen geben, und doch reichen die Plätze nur für 180 Schüler. Es ist nicht schön, beschreibt es Schulleiter Pröhl, „aber ich musste Eltern anrufen und ihnen sagen, sie sollen ihr Kind nach Bad Urach schicken“.

Ganztagsschulen

Weiterhin hat der Gemeinderat den Anträgen der Seyboldschule und der Neugreuthschule zugestimmt, die für deren Grundstufe respektive Grundschule eine Ganztagsschule einrichten wollen. In der Neugreuthschule wahlweise, in der Seyboldschule verpflichtend.

Anmeldungen liegen dem Metzinger Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium fürs neue Schuljahr vor. Alle haben sich für G9 angemeldet, niemand hat Lust auf G8.

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