Bilder aus einer fernen Stadt

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Mahmoud Toubeh, Tarek Abdul Kader, Feras Kasti und Mervat Sabbagh (von links) gehören zum Vorstand des Arabischen Vereins, der morgen zur Diaschau einlädt.  Foto: 

Damaskus hat im Laufe der Jahrtausende manchen Sturm überstanden. Viele Eroberer streckten ihre Hände nach der Metropole aus, unter anderem schwangen sich Assyrer, Babylonier, Perser, Römer und Osmanen zu Herrschern auf. Alle hinterließen ihre Spuren, bereicherten mit ihren Sitten und Gebräuchen die Kultur in der Kapitale. Einen Eindruck vom Leben in dieser ungewöhnlichen Stadt, von architektonischen Schätzen und versteckten Schönheiten, will ein Diavortrag des Arabischen Vereins Metzingen und Umgebung vermitteln, der am morgigen Freitag ab 20.30 Uhr in der Medienakademie zu sehen ist.

Viele Bilder hat Mervat Sabbagh vor wenigen Wochen eingefangen. Die Elektroingenieurin ist in Damaskus geboren, ihr Heimatland verließ sie vor vielen Jahren aus privaten Gründen und siedelte sich in Deutschland an. In Metzingen lebt sie seit 2005. Ein Teil ihrer Familie, darunter ihre Mutter, wohnt allerdings noch in Damaskus. Im Sommer dieses Jahres heiratete eine Verwandte, und Mervat Sabbagh reiste in die alte Heimat. Doch die Angst fuhr mit. Denn der Krieg, der Syrien seit Jahren schüttelt, hat auch das Leben in der Hauptstadt dramatisch verändert. Lebensmittel sind extrem teuer, Die Versorgung mit Strom und Wasser funktioniert nicht immer zuverlässig. Auch Medikamente und medizinisches Gerät sind Mangelware. Dazu kommt die Angst, von einem Geschoss oder einem Terroranschlag getroffen zu werden.

Die Spuren, die der Krieg hinterließ, versuche die Regierung zu beseitigen, im Wunsch, das Land zur Normalität zurückzuführen, schildert Sabbagh. Tatsächlich, so berichtet sie, sei sie überrascht gewesen, wie intakt sich die Stadt präsentierte. Die Angst der Einwohner sei jedoch greifbar gewesen. Um ihre eigene Familie bangt Sabbagh jeden Tag. Damit ihre Angehörigen den Alltag meistern können, schickt sie regelmäßig Geld. Ohne diese Unterstützung aus dem Ausland, sagt sie, könnten viele Familien im Bürgerkriegsland nicht überleben. Probleme, ins Land einzureisen, hatte Sabbagh nicht. Dank ihres deutschen Passes öffneten sich die Schlagbäume fast sofort, verbunden mit den besten Willkommenswünschen.

Im vergangenen Jahr gehörte Mervat Sabbagh zudem zu den Gründungsmitgliedern des Arabischen Vereins Metzingen und Umgebung. In dessen Vorstand übernimmt sie seither Verantwortung. Der Verein kümmert sich auch um Flüchtlinge, die in Deutschland Asyl suchen. Ebenso wollen die Mitglieder die notleidenden Menschen in Syrien und in den Flüchtlingslagern in den angrenzenden Ländern unterstützen.

Zu einer Bilderschau über die syrische Hauptstadt Damaskus lädt der Arabische Verein Metzingen und Umgebung ein. Konzipiert und zusammengestellt wurde die Diaschau von Mervat Sabbagh und Salem Alfayoumi. Zu sehen ist die Schau am Freitag, 15. September, ab 20.30 Uhr in der Medienakademie, Eisenbahnstraße 29.

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