Bewegung ist einfach gut

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Michaela Bühner ist fast täglich mit ihren Walking-Stöcken unterwegs. Ihre Freude an dem Freizeit-Vergnügen teilt sie gerne mit ihren Kursteilnehmern.  Foto: 

Mit einer Skizunft verbindet man auf Anhieb eher den Wintersport. Tatsächlich hat sich der Deutsche Skiverband aber auf die Fahne geschrieben, seine Mitglieder auch in den Sommermonaten fit zu halten. So hielt das Nordic-Walking einst in Deutschland Einzug. Michaela Bühner, Trainerin bei der Skizunft Metzingen, ist fast seit der ersten Stunde an mit dabei.

Frau Bühner, sowohl beim Skifahren als auch beim Nordic-Walking hat man zwei Stöcke in der Hand. Sind sie die Verbindung des Skiverbandes mit dem Nordic-Walking?

Michaela Bühner: Die Stöcke alleine waren es wohl nicht. Dann doch eher die Erkenntnis, sich auch zwischen zwei Skiperioden konditionell fit halten zu müssen. In Norwegen hat man das schon lange mit Nordic-Walking gemacht, von dort ist der Trend dann auch nach Deutschland geschwappt.

Und wann wurden Sie persönlich von dieser Welle erfasst?

Das war vor zwölf Jahren. Ich bekam über die Firma die Gelegenheit, beim DSV die Trainerausbildung zum Nordic-Walking-Instructor zu machen. Mit diesem Schein in der Tasche habe ich dann kurze Zeit später bei der Skizunft meinen ersten Kurs gegeben.

Was muss man denn alles lernen, um lizenzierter Nordic-Walking-Trainer werden zu können?

Ich hatte mit dem Thema bis dahin eigentlich gar nichts am Hut, sondern ich war auch Joggerin. Die Ausbildung war für mich deswegen knallhart. Von morgens bis in den Nachmittag hinein sind wir nur gewalkt zur Technikschulung und für Übungen. Das war zum Teil lustig, zum Teil aber auch schon nicht mehr. Danach ging es dann bis in den Abend an die Theorie. Und am nächsten Tag wieder von vorne, da hab ich meine Arme und Beine kaum noch gespürt.

Dann der erste eigene Kurs: Aller Anfang war sicherlich auch in diesem Falle schwer?

Allerdings. Der Kurs damals war komplett von einer Damen-Gruppe aus Bempflingen belegt worden. Ich war richtig nervös vor der ersten Stunde, weil ich mir meine Unerfahrenheit nicht anmerken lassen wollte. Aber es hat alles geklappt und spätestens ab der dritten Stunde hatte ich meine Lockerheit wiedergefunden.

Es sollten dann ja noch einige Kurse folgen.

Ich mache das jetzt seit zwölf Jahren. Pro Jahr sind es neun bis zehn Einführungskurse und der Nordic-Walking-Treff der Skizunft. Ja, da kommt doch ganz schön was zusammen.

Und in diesem Frühjahr beteiligt sich die Skizunft Metzingen erstmals an der Aktion „Ermstal - da läuft was“ von unserer Zeitung?

Ja, dafür lassen wir extra unsere Skizunft-Kurse bis Ende Juni ruhen. Wir sind alle sehr gespannt auf dieses Projekt.

Was haben die Teilnehmer an diesem Kurs zu erwarten? Müssen sie irgendwelche Vorkenntnisse oder Fähigkeiten mitbringen?

Nein, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Wir werden drei verschiedene Gruppen anbieten, sodass auch absolute Anfänger gut betreut werden. Für Herzkranke allerdings sind die Kurse nicht unbedingt das richtige Angebot, dafür gibt es dann eher den Rehasport.

Wie läuft der Kurs dann ab? Was dürfen die Teilnehmer erwarten?

Am Anfang steht für alle Teilnehmer die Technikschulung. Dabei wird vor allem der richtige Stockeinsatz geübt, wir wollen mit denen ja nicht nur Schnecken-Stechen, wie die Nordic-Walker sagen. Das ist mir sehr wichtig, denn mit der falschen Technik macht man eher was kaputt und klagt dann später über Schmerzen im Ellbogen oder der Schulter. Es wird sicherlich auch Fortgeschrittene geben, die die Technik schon beherrschen. Mit Aufwärmen und Dehnen wird der Kurs jeweils etwa 90 Minuten dauern. Wir gehen von Beginn an die gleiche Dauer, im Laufe der Zeit steigert sich dann das Tempo.

Ziel könnte ja die Teilnahme am Ermstal-Marathon am 9. Juli sein. Dort stehen für Walker und Nordic-Walker 7,5 Kilometer auf dem Programm. Kann das jeder schaffen, der jetzt erst ins Training einsteigt?

Eigentlich schon, man muss ja nur das richtige Tempo wählen. Ich habe beim ersten Mal 59 Minuten gebraucht, jetzt beim letzten Mal waren es noch 54 Minuten. Man kann sich durch regelmäßiges Training also auch im höheren Alter noch steigern. Aber es geht nicht nur um Leistung, Strecke und Zeiten, sondern alle sollen bei dem Kurs vor allem Spaß haben, mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass ihnen Bewegung einfach gut tut. Und die Teilnahme am Ermstal-Marathon ist nicht Bestandteil des Kurses, sondern für jeden absolut freiwillig. Dazu muss jeder einschätzen, ob die Juli-Hitze für ihn das Richtige ist.

Wo genau wird denn bei dem Kurs gewalkt?

Treffpunkt ist jeweils der Parkplatz am Otto-Dipper-Stadion in Metzingen. Wir werden dann auf dem Trimm-Dich-Pfad und im Maienwald unterwegs sein. Später gehen wir dann auch auf Asphalt, weil Wald und Asphalt tatsächlich zwei Paar Stiefel sind. Auf Asphalt braucht man an den Stöcken zum Beispiel Pads, um die Erschütterungen für die Gelenke abzumildern.

Worauf freuen Sie sich mit Blick auf einen Kurs am meisten?

Auf die Menschen. Eine Gruppe wächst immer ganz schnell zusammen, ohne dass man viel dafür tun muss. Das ist faszinierend. Schön ist es dann auch, wenn aus einem Kurs ein bleibender Treff entsteht, wenn sich die Teilnehmer auch nach Kursende weiter treffen. Die ‚Stöckleswetzer’ sind zum Beispiel so eine Gruppe, die trainieren zusammen, machen Ausflüge und nehmen auch an Walking-Veranstaltungen teil. Etwas so Nachhaltiges mit geschaffen zu haben, freut mich besonders.

Am Donnerstag, 9. März, findet ab 19.30 Uhr in der Festkelter Metzingen eine Info-Veranstaltung zu „Ermstal - da läuft was“ der SÜDWEST PRESSE statt. Dabei werden die Leichtathleten der TuS Metzingen die Laufkurse und die Trainer der Skizunft Metzingen die Nordic-Walking-Kurse vorstellen.

Die Trainingszeiten für die Läufer werden dienstags und freitags jeweils um 19 Uhr sein, erstes Training ist am 21. März. Die Walker sind Dienstag- und Donnerstagabends ab 18.30 Uhr unterwegs, beginnen urlaubsbedingt erst am 28. März.

Bei dieser Auftaktveranstaltung besteht die Möglichkeit, sich vor Ort anzumelden und das in der Anmeldegebühr enthaltene Funktionsshirt anzuprobieren.

Als besonderer Höhepunkt hat Sabrina Mockenhaupt für den Abend zugesagt. Die vielfache Deutsche Meisterin auf den Laufstrecken von 3000 Meter bis zum Halbmarathon wird in einem rund einstündigen, unterhaltsamen Vortrag aus dem Leben einer Profiläuferin berichten. Dabei hat sie sicherlich viele hilfreiche Tipps für die Hobbyläufer aus dem Ermstal im Gepäck.

Der Eintritt zur Auftaktveranstaltung in der Festkelter ist frei.

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