Aufbau einer Schule wird mitfinanziert

"Das ist eine ganze Menge Geld", sagt Boss-Betriebsratsvorsitzender Antonio Simina. Über den Verein "Mountain Spirit" wird der Betrag verwendet, um eine Schule in Nepal wieder aufzubauen.

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Wolfgang Henzler ist eigentlich Reiseleiter und wohnt in Unterhausen. Doch über seinen Verein "Mountain Spirit" ist er immer wieder in Nepal unterwegs, unterstützt dort zahlreiche Projekte - und das tat er auch schon vor den verheerenden Erdbeben im April und Mai dieses Jahres. Als die Mitarbeiter der Hugo-Boss-Zentrale in Metzingen von dem Engagement des Vereins und von der Not in dem Himalaya-Staat erfuhren, "war uns klar, dass wir helfen wollen", sagt Boss-Betriebsratsvorsitzender Antonio Simina.

Am gestrigen Dienstag war Wolfgang Henzler in der Metzinger Boss-Zentrale, um einen Scheck in Höhe von 10 000 Euro abzuholen. Verwendet werden soll das Geld für den Wiederaufbau der Yangrima School in Shermatang - "die Gebäude sind alle komplett zerstört", so der Vereinsvorsitzende. Insgesamt seien in Nepal 70 Prozent aller Schulen kaputt, "glücklicherweise waren zur Zeit der Erdbeben gerade Schulferien, sodass keine Kinder zu Schaden kamen". Aber: Manche Dörfer in der Region um die Schule herum seien zu 100 Prozent vernichtet worden.

Nun soll die Yangrima School für 200 Kinder erdbebensicher wieder aufgebaut werden. In einem zweiten und dritten Bauabschnitt sei vorgesehen, ein Hostel zu errichten und obendrein die Möglichkeiten zu schaffen, dass die jungen Menschen eine Berufsausbildung machen können. "Sonst gehen sie dort zur Schule, wandern danach aber sofort in den Moloch Kathmandu ab", so Henzler. "Bildung ist das Wichtigste, auch in dieser Nepal-Region." Und deshalb sei er auch auf die Idee gekommen, alte Laptops zu sammeln, die darauf vorhandenen Daten sicher zu löschen und mit Lernprogrammen für die Kinder in Nepal zu bespielen. Weitere Informationen dazu gibt es auf der Homepage von "mountainspirit-deutschland.org".

Die Metzinger Boss-Mitarbeiter sind laut Antonio Simina sehr spendenfreudig - durch diverse Aktionen wie etwa Stoffresteverkauf oder den Verzicht auf Flaschenpfand komme jährlich ein überaus ansehnlicher Betrag zusammen. "Damit helfen wir vor allem hier in der Region zwischen Stuttgart und Sigmaringen, wenn unsere Mitarbeiter von der Not anderer Menschen erfahren", so der Betriebsratschef. Mit dem AK Asyl in Metzingen etwa bestehe ein ständiger Kontakt, vor wenigen Tagen erst sei gefragt worden, was die Flüchtlinge benötigen. Als es hieß "Geschirr, Besteck und Winterkleidung, hatten wir ein paar Tage später sechs Paletten voll hier stehen", freut sich Simina. Unterstützt werden aber immer wieder auch Projekte in der ganzen Welt: "Wichtig ist uns dabei, dass wir einen Ansprechpartner hier vor Ort haben." So wie mit Wolfgang Henzler, bei dem klar sei, dass die gespendeten 10 000 Euro auch dort ankommen, wo sie gebraucht werden. "Es gibt übrigens auch Schulpatenschaften für einzelne Kinder", betont der Mountain-Spirit-Vorsitzende, der am Donnerstag wieder nach Nepal fliegt.

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