Wenn die Wellen in den Äther gehen ...
Metzingen. Mit anderen Menschen in Kontakt treten und Verbindungen bis nach Australien aufnehmen - das macht die Amateurfunkerei interessant. Dass die aber noch mehr bietet, zeigte jetzt der Ortsverband Ermstal.
Es waren immer die großen Antennen auf dem Dach von Häusern oder auf dem Auto, die einen Amateurfunker verraten haben. Doch diejenigen, die das Hobby immer ein wenig belächelt haben, konnten sich am Samstag selbst ein Bild von dem machen, was die Funkerei wirklich ausmacht.
Im Dachgeschoss des VHS-Hauses in der Inneren Heerstraße hat der Ortsverband Ermstal des Deutschen Amateur-Radio-Clubs nämlich nicht nur seine Heimstatt. Am Samstag hatten die Mitglieder auch Interessierte zu einem Abstecher eingeladen und gaben Einblicke in die teils so fremd erscheinende Welt aus Empfängern und Sendern.
Dass dabei auch auf modernste Technik gesetzt wird, ist für die Funker selbstverständlich und macht einen der Reize fürs Hobby aus. Um absoluten Neueinsteigern allerdings ein Verständnis für Schalter oder Relais zu geben, konnten technisch mehr oder minder Begabte auch einen von den Ermstälern selbst entwickelten Radiobausatz selbst zusammenbasteln.
So auch der 12-jährige Julian Strähle. Der war nämlich nicht nur von Lothar Liebel als Dankeschön fürs Schneeschippen zum Radiobauen eingeladen worden, sondern war auch sichtlich fasziniert von der so genannten Reißnagel-Brettschaltung, die ein ansonsten kleines Bauteil in fast undurchschaubarem Maßstab ist und das Herz des Empfängers bildet. Dass der Baukasten neben jungen aber alle Technikinteressierten begeistere, bestätigte Walter Ocker. Habe doch selbst eine ältere Dame mal einen Empfänger bauen wollen. Da waren allerdings die Bausätze ausgegangen.
"Der Aufbau einer Funkverbindung ohne kommerzielle Hilfsmittel", beschreibt der Ortsverbandsvorsitzende Dieter Zimmermann hingegen die Faszination. Wobei man mit den eigenen Geräten schon mal versuche, bis nach Australien durchzukommen.
Wenn der Kontakt gelungen ist, tauschen die Funker jedoch Karten aus. Als Beweis dafür, welche Strecke die Funkwellen mit dem im Idealfall noch selbst gebauten Gerät zurückgelegt haben. Dass das Funken aber auch einfach nur Spaß macht, bestätigte dabei Zimmermann.
Trotz Internet wollen die Funkfans auf ihre Technik allerdings nicht verzichten. Braucht es doch jede Menge Köpfchen, Verständnis und Wissen ums Thema. Und mit dem lassen sich die unterschiedlichsten Funkdaten empfangen oder absetzen. Wobei beispielsweise auch Signale von Wetterstationen eingefangen werden, mit denen man den Wetterbericht immer aktuell und wissenschaftlich genau bei sich Zuhause hat.
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Autor: JAN ZAWADIL | 01.03.2010
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