"Man muss Ja sagen zum Leben"

Er arbeitet im Garten, hält Hühner, löst Sudokus und fährt gern E-Bike: Gerhard Weiblen wird am Montag 90, was man ihm nicht anmerkt.

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Das Rezept für ein langes, gesundes Leben: Humor, Freude, Schaffen und viel Bewegung. So hat es zumindest Gerhard Weiblen 90 Jahre lang gehalten.  Foto: 

"Man muss Ja sagen zum Leben", ist Gerhard Weiblen überzeugt, Freude und Humor sind sein Rezept für ein langes, gesundes Leben, aber auch das, was den Schwaben ausmacht: "Schaffa, schaffa, schaffa und viel Bewegung." All das hat Gerhard Weiblen stets beherzigt - er lacht gern und hat eine positive Einstellung. Die Arbeit ist ihm nie Last gewesen, bis heute treibt er seinen Garten um, hält Hühner, löst täglich Sudokus, versorgt sich komplett selbst und macht seinen Haushalt, nur für die wenigsten Dinge braucht er Unterstützung. Seinen Weinberg hat er erst mit 89 Jahren verkauft, weil ihm die Arbeit zu schwer wurde. Wenn es ihn dennoch in den Wengert zieht, steigt er auf sein E-Bike und fährt dorthin.

Geboren ist Gerhard Weiblen am 16. Mai 1926, als fünftes von sieben Kindern in Neuhausen, es sei damals nicht leicht gewesen, erinnert er sich, die Zeiten des Dritten Reichs und des Krieges, arm war die Familie, seine Eltern hatten zu kämpfen, dennoch sei seine Kindheit eine schöne gewesen. In Neuhausen ging er auch zur Schule, wo er seine Frau Thekla kennengelernt hat. Es war eine Kindheitsliebe, die bis zu ihrem Tod vor zweieinhalb Jahren gedauert hat. Als sie krank wurde, hat er sie zu Hause gepflegt. "Das war eine wertvolle Zeit, ich war froh, dass ich das konnte und dass sie friedlich sterben durfte", sagt er.

Geheiratet haben Thekla und Gerhard Weiblen 1949, gleich nachdem sie eine Wohnung vorweisen konnten. Aus der Ehe stammen vier Söhne, außerdem hat Gerhard Weiblen drei Enkelkinder. Er hat als junger Mann den Beruf des Automechanikers erlernt, hat sich dann allerdings umorientiert, zunächst als Kraftfahrer, dann hat er eine Filiale eines Aquarienherstellers übernommen. "Das war dann ein richtiger Familienbetrieb", erzählt er, auch die Kinder mussten öfter mit anpacken. Neben der Arbeit war Gerhard Weiblen schon immer in den Neuhäuser Vereinen aktiv: im Liederkranz, bei der Feuerwehr, bei den Kleintierzüchtern und im Kelternverein. Reisen hat die Familie auch gerne unternommen, "bis Amerika sind wir nicht gekommen", sagt Weiblen grinsend, das Gute liege doch so nahe. Besonders das Donautal habe es ihnen angetan, oder auch das Salzburger Land, wo er mit seiner Frau zur Goldenen Hochzeit den Urlaub verbrachte.

Gefeiert wird der Ehrentag natürlich groß am Montag - im Rebstöckle im Kreis der Familie und von Freunden.

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