"Grande et très jolie!"

Seit über 40 Jahren besuchen sich Schülerinnen und Schüler aus Metzingen und Noyon zum Schüleraustausch. In dieser Woche werden 21 Jugendliche aus Frankreich im Metzingen willkommen geheißen.

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Die französischen Gastschüler und ihre Lehrer wurden gestern im Rathaus in Empfang genommen. Foto: Natalie Eckelt

Mit einem herzlichen "Bonjour" und einem "schönen guten Morgen" begrüßte OB Dr. Ulrich Fiedler die 21 französischen Schülerinnen und Schüler gestern bei einem offiziellen Empfang im Rathaus. "Ihr seid jung, also die Zukunft und damit auch die Zukunft unserer Partnerschaft", so der Oberbürgermeister über die am Donnerstag angereisten Gäste. Er freue sich sehr, dass der Schüleraustausch mit Noyon immer so toll klappt.

Mittlerweile gebe es diesen Austausch schon seit 41 Jahren, so Ulrike Lamp-Schaich vom Partnerschaftsverein in ihrer Begrüßungsrede. Sie gab den Schülern den Rat, Freundschaften zu schließen und zu versuchen, diese Kontakte zu halten.

Untergebracht sind die Jugendlichen zu Hause bei Schülern der neunten Klasse des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums und der Schönbein-Realschule.

Dabei sind die ersten Tage im fremden Land und in einer fremden Familie für die 13- bis 14-Jährigen gar nicht so einfach. "Viele von ihnen waren noch nie alleine von zu Hause weg und sind zum ersten Mal in der Partnerstadt", erzählt Marie Digé, die gemeinsam mit zwei weiteren Lehrerinnen als Begleitperson angereist ist. Die Schüler seien in ihren Gastfamilien zwar herzlich aufgenommen worden, trotzdem dauere es meistens zwei oder drei Tage, bis sie sich eingelebt haben. "Aber es ist toll, dass sie schon am Frühstückstisch Deutsch sprechen müssen", so die Lehrerin aus Noyon. Durch den Schüleraustausch bekämen sie die Gelegenheit, Deutschland richtig zu erleben, nicht als Touristen, sondern durch Teilnahme am täglichen Leben.

Auch wenn es dann und wann ein wenig Heimweh gebe, wie Sandra Fimpel, Lehrerin am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium, berichtet, hätte man noch nie jemanden wieder nach Hause bringen müssen. Vielmehr rede man den Schülern liebevoll zu und erkläre ihnen, was für tolle Erfahrungen sie dabei sammeln können. Damit sich die Jugendlichen schnell anfreunden, veranstalte man gleich zu Beginn des Austauschs einen Sportnachmittag. "Sport hilft da ganz arg", erzählt Monika Louvard, ebenfalls Lehrerin am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium. "Da wachsen sie schnell zusammen und haben etwas, worüber sie reden können." Tränen gebe es dann erst wieder bei der Heimfahrt, wenn der Abschied von den Freunden in Metzingen schwer falle.

Ungewohnt sei für die französischen Jugendlichen, wie viele Freiheiten ihre Altersgenossen in Metzingen haben. Auch seien die Lehrer in Deutschland wohl weniger streng und die Schüler hätten nachmittags mehr Freizeit. "Das finden sie natürlich super", schmunzelt die Lehrerin. Auch kulturell gebe es so manche Unterschiede. Zum Beispiel kenne man das schwäbische Vesper in Frankreich nicht. "In Frankreich isst man immer warm am Abend", erzählen die deutschen Lehrerinnen. Die 14-jährige Grace wundert sich auch sehr über das deutsche Frühstück. "Das finden wir komisch, dass die Deutschen zum Frühstück Wurst essen, das gibt es bei uns nicht schon am Morgen", lacht sie. Bei ihnen gibt es Müsli, Früchte und Milch. Ganz überrascht seien die Schüler auch vom schönen Wetter in Deutschland, erzählt Marie Digé. "In Frankreich war das Wetter nicht so schön", so die Lehrerin.

Die Schüler freuen sich nun auf ihr Abenteuer in der Partnerstadt, die sie in den kommenden Tagen erkunden können. "C´est une ville grande et très jolie" ("das ist eine große und sehr schöne Stadt"), so die 13-jährige Dounia, die von der Kelternstadt sehr begeistert ist.

Insgesamt bleiben die jungen Gäste acht Tage. In dieser Zeit werden sie viele Ausflüge unternehmen, wie zum Beispiel Stocherkahnfahren in Tübingen, Wandern auf der Alb, einen Abstecher in die Landeshauptstadt und auf die Burg Hohenzollern. Dabei werden sie von den deutschen Schülern begleitet, die beim Empfang nicht dabei waren. Sie mussten nämlich die Schulbank drücken.

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