"Der Hubschrauber lag plötzlich da, wie ein gestrandeter Wal"

Schockiert und fassungslos haben die Zuschauer gestern das Geschehen auf dem Roßfeld verfolgt. Trotz aller Schrecken blieben die Besucher ruhig, viele verließen den Unglücksort in aller Stille.

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 Die Nordseite des Roßfelds bietet an den Flugtagen eine der besten Möglichkeiten, um das Geschehen in der Luft zu verfolgen. Am Sonntag allerdings war das kein guter Ort. Die Besucher, die sich dort drängten, wurden hautnah Zeugen eines schweren Unglücks. Als den Gästen kurz nach 16 Uhr eine Hubschraubervorführung angekündigt wurde, blickten alle gespannt in Richtung Olgafelsen, wie eine Zeugin schildert. Der Hubschrauber habe nach dem Abheben aber offenbar eine Kufe nicht richtig in die Luft bekommen und sei in Schräglage geraten, beschreibt die Frau. Sie habe zunächst gedacht, der Pilot versuche ein Kunstflugmanöver und wunderte sich noch über dessen Waghalsigkeit. Kurz drauf hörte sie einen heftigen Knall, „plötzlich lag der Hubschrauber wie ein gestrandeter Wal auf dem Boden“.

Wer direkt in der Nähe des Unglücksortes stand, versuchte die Gefahrenzone so schnell wie möglich zu verlassen. Aus der entsetzten Menschenmenge, so schildert es ein weiterer Augenzeuge, riefen etliche Menschen geschockt und unter Schmerzen um Hilfe. Sie waren von herumfliegenden Splittern der Rotorblätter getroffen und verletzt worden. Die Zuschauer, auf der anderen Seite blickten derweil völlig fassungslos und wie erstarrt auf das Geschehen am Olgafelsen.

Nach dem ersten Schock verließen die meisten der Zuschauer, mehrere tausend an der Zahl, das Roßfeld ruhig und zügig. Lob erteilen die Augenzeugen nicht zuletzt den Mitgliedern des Luftsportvereins Roßfeld. Diese hätten sehr professionell reagiert und damit geholfen, die Situation zu entspannen. Der Vorsitzende des Luftsportvereins, Eberhard Wezel, war gestern Abend ebenso tief geschockt wie seine Vereinsmitglieder. „Wir sind sehr bestürzt.“ Großes Lob zollte er den Rettungskräften. Allerdings hatte die Fliegergruppe für den Notfall auch gut vorgesorgt, wie Wezel erklärt. 50 Feuerwehrleute, ebenso viele Mitglieder des THW und rund 40 DRK-Kräfte sowie zwei Notärzte seien während der zwei Tage permanent vor Ort gewesen.

Seit 1964 lädt der Luftsportverein zum Fest aufs Roßfeld ein, einen ernsthaften Unfall gab es dabei noch nie zu beklagen. Die Sicherheitsvorkehrungen sind jedoch auch hoch, wie Wezel erklärt. Kunstflugvorführungen dürfen beispielsweise nicht über dem Flugfeld gezeigt werden.

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