„AKE ist kein Claqueur-Club“

|

Frieder Handel und Peter Reiff waren 13 Jahre lang gemeinsam die treibende Kraft hinter all den Aktivitäten und Treffen des Arbeitskreises Klima und Energie Metzingen (AKE): „Frieder Handel hat seit 2003 nur einmal gefehlt“, lobte Reiff am Dienstagabend während des letzten Treffens unter gemeinsamer Leitung. Allerdings war das nicht das Wesentliche in dieser Zeit: „Ihr habt ganz viel Zeit, Engagement und Herzblut für den Klimaschutz in Metzingen investiert“, waren auch Peter Schwarzmann und Rainer Sautter als Mitstreiter der ersten AKE-Stunde im Jahr 1993 voll des Lobes für das Duo.

Bürgerbeteiligung versucht

Zuvor hatten sich Handel/Reiff bedankt – bei den Mitstreitern, die teilweise über mehr als 20 Jahre dabei waren, Dank aber auch an die Stadt, den eigentlichen Hauptadressaten des AKE-Engagements: „Wir hatten auch einige unbequeme Ideen und das war gut so, denn wir sind schließlich kein Claqueur-Club“, so Handel. Auch wenn, wie eine kleine Studie herausfand, „der Großteil der Metzinger keine Ahnung hat, wer der AKE ist, hatten wir immer die klare Absicht, was für den Klimaschutz in der Stadt zu bewegen – wir haben eine Art Bürgerbeteiligung versucht“, so Frieder Handel weiter. Dieser Versuch war durchaus gelungen, wie auch Carmen Haberstroh betonte: „Sie haben es geschafft, dass seit 2012 jährlich 100 000 Euro in den städtischen Haushalt für den Klimaschutz eingestellt werden“, so Metzingens Finanzbürgermeisterin.

Lob gab es also auch von Stadtseite für die beiden und: „Danke für Ihr großartiges und idealistisches Engagement – aber auch für Ihre menschliche Energie, für Ihre Wärme“, sagte Haberstroh weiter. Aber: „Alles hat seine Zeit“, sagte Frieder Handel selbst. Und nach 13 Jahren an der Spitze des Arbeitskreises – der sich mit großer Fachkompetenz und noch viel mehr Einsatz für das Ziel der CO2-Minderung in der Stadt  einsetzte – sei die Zeit gekommen, um den Staffelstab abzugeben, so Handel. Und zwar an Dr. Fritz Kemmler, der sich bereit erklärte, die Geschicke des AKE weiterzuführen.

Eine Liste der Aktivitäten des Arbeitskreises in den zurückliegenden Jahren hier anzuführen, würde jeglichen Rahmen sprengen. Peter Reiff selbst erwähnte etwa die acht Energie-Ausstellungen, die auf die Füße gestellt wurden. „Da steckte ganz viel Arbeit dahinter“, wusste auch Carmen Haberstroh. Viel Arbeit auch beim Engagement in der „Arbeitsgruppe Kommunales Energie-Management“, in die sich Reiff und Handel ebenfalls einbrachten und laut Bürgermeisterin ganz viel Zeit investierten. Viel Lob und Geschenke gab es also am Dienstag, doch zuvor stand noch das Klimaschutzkonzept der Stadt (KliM) auf dem Programm: Der AKE-Beirat hatte sich intensiv mit dem Werk befasst und Stellungnahmen sowie Empfehlungen zu dem Maßnahmenkatalog erarbeitet, der in fünf Handlungsfelder aufgeteilt ist. Außer Acht gelassen hat der Arbeitskreis dabei den Bereich der Mobilität.

Nahwärmenetz und Geothermie

Die Vorschläge des Arbeitskreises unterteilen sich in zwei Bereiche – so zum einen in bereits laufende Aktivitäten, die fortgeführt werden sollen. Dazu zählen: Die lokale Energieberatung für Bürger, die Modernisierung der Straßenbeleuchtung, die allerdings ergänzt werden sollte durch die Umrüstung der Beleuchtung in allen städtischen Gebäuden. Aber auch die Umtauschaktion von Heizungsumwälzpumpen solle weiterlaufen, betonte Frieder Handel. Eine neue Maßnahme, aus dem Katalog des KliM, die der AKE favorisiere, sei die Schaffung einer Stelle für einen Klimaschutzsteuerfachmenschen durch die Stadt. Ebenso solle der Photovoltaik-Ausbau weiter vorangetrieben werden, Nahwärmenetze für Neubau- und Gewerbegebiete seien große Themen ebenso wie Abwasserwärmenutzung und auch oberflächennahe Geothermie oder Klärschlammvergasung.

Ein dickes „Aber“ stehe laut Handel dennoch im Raum: Die Umsetzung dieser Themen würde allein schon viele Jahre in Anspruch nehmen, um aber tatsächlich den CO2-Ausstoß von heute 7,2 Tonnen pro Metzinger Einwohner auf zwei Tonnen zu senken, müssten alle Maßnahmen aus der KliM-Liste angegangen werden, so Handel. Ohne Wenn und Aber.

Auf zwei Tonnen pro Metzinger Einwohner soll der CO2-Ausstoß gesenkt werden. Eine große Herausforderung:  Derzeit liegt der Verbrauch bei 7,2 Tonnen.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden