"Wir bauen ein Wildbienenhotel"

Metzingen.  Eine spannende Angelegenheit war das Angebot des Naturschutzbunds (Nabu) Metzingen. Die Kinder durften ihr eigenes Wildbienenhotel bauen. 20 Buben und Mädchen waren mit Begeisterung dabei.

Bienenfleißig und dazu noch tüftlerisch, eben wie richtig typische Schwaben sind, das waren alle zwanzig Mädels und Jungs beim Nabu-Naturprojekt "Wildbienen willkommen", im Rahmen des Metzinger Sommerferienprogramms. Es wären mehr als doppelt so viele gewesen, doch das Nabu- und Forsthof-Team mit Albert Brodbeck, Andreas Knapp, Horst Lang, Günter Lerch, Ulrich Notz, Franz Schmid sowie Dietmar und Michi Schurr, wurden auch so bei dem rundum Aktivprogramm gefordert.

So um die dreißig Kinder hat so eine allein erziehende Bienenmutter während einer Sommerzeit. An sich hat sie aber nur einige Wochen (Lebens)-Zeit für ihre Bienenkinder.

Da heißt es Nektar und Blütenstaub in die Kinderstube, als vegetarisches Vesper für das erst nächstes Jahr schlüpfende Junge, zu schleppen. Jedes Blütenkind hat sein eigenes Kinderzimmer, zum Beispiel in hohlen Stängeln oder von Käfern in Holz gefrästen Gängen. Die sind rar, es herrscht Wohnungsnot und mit blühenden Nahrungspflanzen drum herum, sieht es auch nicht besser aus. "Ich tu was". Und ob die zwanzig jungen Naturaktivisten was für die Wildbienen taten. Da wurde ein Giebeldach zusammen genagelt. Schilfrohre auf Maß glatt abgeschnitten. Blechdosen und hohles Kirschenholz mit markigen oder hohlen Pflanzenstängeln sachgerecht voll gestopft. Tiefe Löcher in Hartholzstücke gebohrt. Wie und wo die Nisthilfen zu Hause angebracht werden sollen, dementsprechend dann die Aufhänge- oder Befestigungsvorrichtung, da hatten sich alle schon vorher ihre Gedanken gemacht und die Bienen allgemein genau beobachtet.

Von wegen "wilde" Bienen. Gutmütige Gesellen sind es, sie müssen auch keinen Honig verteidigen. Und wenn die Weibchen sich wehren müssen, es wäre nur ein Pieks auf der menschlichen Haut. Dies und noch vieles mehr, Anke Arnold wusste genau Bescheid. Da waren auch die beiden Schwestern Laura und Janina Nanfaro. Sie bekamen für dreimaliges aktives mitmachen für die Natur, eine Laubfroschbrosche verliehen. Und auch die Allerkleinsten stellten sich in der Werkstatt äußerst geschickt an. Daniels Nasenspitze reichte gerade mal bis zur Tischkante. Doch auf dem Fußboden hatte er alles bestens im Griff.

Die häufige Mauerbiene ist ein besonders effizienter Obstbaumbestäuber. Aber nicht nur sie, alle von der großen Wildbienenfamilie, dazu gehören auch die Hummeln, sind für Wild- und Nutzpflanzen unverzichtbar, sorgen letztendlich auch für eine reiche Ernte bei Beeren und Obst. Manche sind Spezialisten, brauchen bestimmte Pflanzen. Allgemein haben einfach blühende Wildformen von Blumen und Sträuchern eine besondere Anziehungskraft. Mehrere hundert Blüten müssen am Tag besucht werden. Meist unauffällig, messen die Sonnenanbeter von winzigen zwei bis drei bis zu stattlichen 40 Millimeter. Die Farbpalette reicht vom einheitsschwarz bis farbenfroh. Eine faszinierende Beobachtung, wenn sie über und über gelb bepudert, die übliche Bauchbürste oder auch die Hosenhaare voll beladen, die Pollen ins Nest schleppen. Auch bei den vielen Artgenossen drum herum, die Duftmarke weist den Weg und auch das Landschaftsbild prägen sie sich ein. Geduldet wird die enge Nachbarschaft, aber kümmern tut sich jedes Weibchen nur um den eigenen Nachwuchs. Aber zuerst muss sie ein Ei in die waagrechte Brutröhre legen. Zelle an Zelle wird je nach Platz aneinander gereiht, getrennt durch eine Lehmwand. Das Pollenbrot jeweils dazu, damit sich die später schlüpfende Larve mehrere Wochen durchfüttern kann. Gut verpackt im Kokon erwartet das Bienenkind das Frühjahr. Clever wird das letzte Kinderzimmer leer gelassen.

Da guckt dann ein Vogel auf Nahrungssuche "blöd in die Röhre". In der vordersten Reihe sind es meist die Männchen. Sie verlassen dann zuerst ab April, auch bei kühleren Temperaturen, ihr dunkles Nest um "Hochzeit" zu feiern.


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