Wetterkapriolen im Obstjahr

Metzingen.  Keine griechischen Verhältnisse in der Kasse der Metzinger Hobby-Gärtner - beim Blick auf das heimische Wetter in manchem Monat 2011 traf der Vergleich mit Südeuropa aber durchaus zu.

Das vergangene Jahr protzte nach den Ausführungen von Metzingens Bürgermeister Dietmar Bez in seinem Grußwort mit Extremen: "Die Temperaturen im März lagen im langjährigen Mittel bereits 2,5 Grad über dem Durchschnitt." Hinzu kam, dass nur knapp 21 Liter Regen pro Quadratmeter fielen - was lediglich 40 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge ausmachte. Doch auch April und Mai 2011 ließen sich nicht lumpen, wie Ann-Karin Hahn vom Bezirks-Obst- und Gartenbauverband Metzingen vermeldete. An einigen Tagen im April stieg das Thermometer auf über 25 Grad, im Mai ging es gerade so weiter mit Höchsttemperaturen von über 30 Grad. Die Folge von all dem: "Die Kirschblüte begann drei Wochen früher als gewohnt", so Hahn bei der Hauptversammlung der Obst- und Gartenfreunde.

Die bis dahin arg vermisste Feuchtigkeit wurde nachgeholt - "im Juni regnete es an 19 Tagen, im Juli an 18 Tagen". Wer nun gedacht hätte, dass der Sommer völlig ins Wasser fallen würde, sah sich getäuscht: Im August wurden laut Bez an 13 Tagen Temperaturen über 25 Grad gemessen, an sechs Tagen waren es gar über 30 Grad. Hinzu kamen lokale Unwetter, von denen das Ermstal und die nähere Umgebung aber verschont blieben. "In Pfrondorf hingegen war innerhalb von wenigen Stunden nach einem Gewitter nahezu die gesamte Obsternte vernichtet", so Metzingens Bürgermeister. Beim Blick zurück fiel zudem auf: "Der November war so trocken wie noch nie", seit dem Beginn der Wetteraufzeichnungen. Allerdings folgte sogleich der "nasseste Dezember seit über 100 Jahren", so Bez.

Bei der Hauptversammlung des Bezirks-Obst- und Gartenbauver-bands wurde aber auch noch über andere Dinge geredet als über das kapriolenhafte Wetter: Vorsitzender Johannes Jugel ließ seinen Blick über die zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen im vergangenen Jahr schweifen. Besonders erwähnenswert dabei: Die Schnittkurse von Frauen für Frauen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. "Auch der Anfängerkurs war gut besucht", so Jugel.

"Unser Verband hat zur Zeit 880 Mitglieder - die Abgänge konnten durch Neueintritte fast ausgeglichen werden", betonte der Verbandsvorsitzende. Und das sei durchaus eine erfreuliche und alles andere als selbstverständliche Meldung. An dieser Stelle ehrte Johannes Jugel all die aktiven Mitglieder, die im vergangenen Jahr dafür gesorgt hatten, dass die Vielzahl der Aktivitäten überhaupt möglich waren. "Damit es nicht beim vG-Tarif bleibt." vG-Tarif? "Vergelts Gott", lautete die Aufklärung. Als Nachfolger im Amt freue Jugel sich besonders darüber, seinen Vorgänger Rudolf Rossbach nicht nur für seine 25jährige Verbandszugehörigkeit zu ehren, sondern ihm auch noch die Würde des Ehrenmitglieds zu verleihen.

An diesem Punkt war Jugel auch schon bei den Ehrungen langjähriger Vereinszugehöriger angelangt: Insgesamt 13 Mitglieder rief der Vorsitzende zu sich auf die Bühne, weil sie seit 25 Jahren dabei sind. Auf 40 Jahre im Verband blicken elf Mitglieder zurück und fünf schon auf 50 Jahre.

Für 60jährige Treue ehrte der Vorsitzende Anna Ott, Heinz Straub, Hermann Siegwarth und Fritz Schmid. Auf sage und schreibe 70jährige Zugehörigkeit brachte es gar eine Metzinger Firma, die Max Holder GmbH. Auch ihr gebührte Dank und ein Geschenkkorb.


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Autor: NORBERT LEISTER | 07.02.2012

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