Schüler schnuppern in der Arbeitswelt

Sie strahlten regelrecht um die Wette: 18 Metzinger Realschüler der 9. Klasse erhielten am Dienstag Zertifikate, weil sie sich ein Jahr lang mit Berufsbildern in der Metallbranche auseinandergesetzt haben.

NORBERT LEISTER |

"Es ist für alle Beteiligten eine Win-win-Situation", betonte Dr. Jan Vetter als Geschäftsführer der Südwestmetall-Bezirksgruppe Reutlingen am Dienstagabend im Foyer der Schönbein-Realschule. Seit April vergangenen Jahres erhielten 18 Achtklässler der Metzinger Schule (darunter zehn Mädchen) die Möglichkeit, in Berufen der Metall- und Elektrobranche hinein zu schnuppern. Insgesamt sind es 40 unterschiedliche Berufslaufbahnen, die Jugendliche in der Metall- und Elektrobranche sowie im IT-Bereich einschlagen könnten, sagte Vetter. Für die Betriebe in der Region, die sich am Projekt "Berufswahlkompass (BWK) Metall Ermstal" beteiligt hatten, ist es laut Vetter ein Gewinn, weil sie womöglich unter den 18 Realschülern schon die eine oder den anderen künftigen Auszubildenden in der Firma hatten. Mit im BWK-Boot waren die Dettinger Elring-Klinger AG, die Firma Sauter aus Metzingen und Uniplast Knauer aus Dettingen. In allen drei Unternehmen haben die Jugendlichen nicht nur eine Führung durch den Betrieb erhalten, sondern durften sich auch selbst handwerklich betätigen. Bohren, Fräsen, Sägen, Drehen waren nur ein paar wenige Tätigkeiten, die Schüler unter fachkundiger Anleitung von Azubis und Ausbildern angehen durften. Oder sie gestalteten nach einer Einführung selbst in 3D am Bildschirm per CAD-Programm ihr Traumhaus, Schmuck und weitere schöne Dinge.

Doch vor dem Einsatz in den Unternehmen standen andere Themen auf dem BWK-Plan: Anette Beeh und Silvia Schanz von der Beruflichen Bildungs-GmbH BBQ absolvierten mit den Jugendlichen ein Outdoor-Teamtraining, bereiteten sich auf die Firmenbesuche vor und leiteten ein "Stärken-Seminar".

Insgesamt lief das Projekt fast ein Jahr, immer wieder trafen sich die Jugendlichen, waren bei einem Bewerbungstraining dabei, bei dem Vorstellungsgespräche geübt wurden und haben gelernt, wie Bewerbungsschreiben aussehen sollten. "Zehn goldene Regeln für das Vorstellungsgespräch" gab es obendrein. Zwei darunter lauteten: "Kein Kaugummi kauen" und "Handy aus". Hinzu kam ein Training, wie sich die Jugendlichen bei dem vielleicht zukunfts-entscheidenden Gespräch präsentieren sollten.

Das Fazit der Jugendlichen nach den zahlreichen, völlig freiwilligen Terminen, die sie nach dem Unterricht oder auch in freigestellten Zeiten absolvierten: "Schön war's im BWK" - das war zumindest auf der Leinwand am Dienstagabend im Realschul-Foyer zu lesen. Die Gesichter der Schüler bestätigten allerdings die Aussage und ein Jugendlicher sagte: "Ich freue mich auf das Praktikum in dem Betrieb." Und vielleicht wird ja eine Lehrstelle draus.

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