Norovirus im Speise-Eis

Bis Donnerstagnachmittag waren es 157 Meldungen eines Magen-Darm-Virus’, die dem Kreisgesundheitsamt gemeldet wurden. Laut dem Reutlinger Amt wurden im konsumierten Speiseeis Noroviren nachgewiesen.

EVA FOCHT-RABEL |

Einige Arztpraxen in Metzingen haben Anfang der Woche nur noch Notfälle angenommen: Die Praxisräume waren gefüllt mit Patienten, die an einem Magen-Darm-Virus litten. Vielen gemeinsam war laut Gesundheitsamt, dass sie Eis in einem der zwei zusammengehörenden Eiscafés eines Metzinger Familienunternehmens konsumiert hatten.

Wie das Kreisgesundheitsamt berichtet, waren in den vergangenen Tagen der Behörde von niedergelassenen Ärzten vermehrt Erkrankungsfälle gemeldet worden, die im Zusammenhang mit dem Konsum von Eis stehen.

Insgesamt liegen dem Kreisgesundheitsamt bis gestern am späten Nachmittag 157 Meldungen vor. Die Patienten klagen vorwiegend über Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Die Ermittlungen ergaben, dass die Mehrzahl der betroffenen Personen am vergangenen Sonntag Eis des Eiscafés konsumierten und ungefähr 24 Stunden später erkrankten. Eine Labordiagnose bei den Erkrankten steht noch aus.

Inzwischen wurden bei den vom Kreisveterinär -und Lebensmittelüberwachungsamt gezogenen Eisproben Noroviren nachgewiesen. Weitere Bestätigungstests stehen noch aus. Vorsorglich wurde alles noch vorhandene Eis in den Eisdielen aus dem Verkehr genommen und die Produktionsstätte einer gründlichen Reinigung und Desinfektion unterzogen. Wie der Inhaber im Gespräch mit unserer Zeitung mitteilt, wird es voraussichtlich in den nächsten Tagen kein neues Eis geben. Die Produktion wird erst dann wieder aufgenommen, wenn nach der peniblen Grundreinigung und einer erneuten Untersuchung durch den Wirtschaftskontrolldienst dieser sein Einverständnis gibt. Dann wird neues Speise-Eis hergestellt.

Laut Gesundheitsamt sind die Betroffenen insbesondere während der akuten Erkrankung und mindestens bis zwei Tage nach Ende der Symptome ansteckungsfähig. Die Viren werden mit dem Stuhl auch noch einige Tage nach Abklingen der Beschwerden ausgeschieden. Auch außerhalb des menschlichen Körpers sind Noroviren mehrere Tage in der Umwelt überlebensfähig.

Die wichtigste Maßnahme zur Vermeidung weiterer Ansteckungen ist die sorgfältige Händehygiene. Das konsequente Händewaschen nach Toilettenbesuch und vor dem Essen ist für alle die wichtigste Maßnahme zum Eigenschutz und zum Schutz anderer Personen. Die Behandlung der Erkrankung erfolgt symptomatisch.

Wichtig ist die ausreichende Flüssigkeitszufuhr (Tee, Wasser, Brühe oder verdünnter Saft). Menschen, die besonders empfindlich auf Flüssigkeitsverluste reagieren, wie Kleinkinder oder alte Menschen, sollten bei schwerem Krankheitsverlauf (starker Flüssigkeitsverlust durch Durchfälle und/oder Erbrechen) einen Arzt hinzuziehen, damit bei Bedarf eine Flüssigkeitsersatztherapie eingeleitet werden kann. Eine spezifische Behandlung mit Medikamenten oder eine Schutzimpfung ist laut dem Gesundheitsamt nicht möglich. Informationen zum Norovirus Was sind Noroviren? Noroviren sind unbehüllte Viren mit sehr hoher Umweltresistenz. Noroviren sind die häufigsten Verursacher von infektiösen Magen-Darm-Erkrankungen. Wie verbreiten sich die Viren und wie werden sie übertragen? Das einzige bekannte Erregerreservoir ist der Mensch (Stuhl, Erbrochenes). Noroviren werden in erster Linie durch Kontakt übertragen. Die Übertragung erfolgt am häufigsten durch direkten Kontakt zu Erkrankten oder indirekten Kontakt über kontaminierte Gegenstände und Flächen. Eine Infektion über Tröpfchen, die während des Erbrechens entstehen, ist ebenfalls möglich. Auch eine Übertragung über kontaminierte Lebensmittel oder Trinkwasser ist ebenfalls möglich. Wie verläuft eine Norovirus-Infektion? Ungefähr einen Tag nach der Ansteckung kommt es zu plötzlich einsetzendem heftigen Erbrechen und Durchfall mit Magen- und Darmkrämpfen. Es besteht Übelkeit und ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl, manchmal auch Kreislaufschwäche, Fieber und Kopfschmerzen. Es gibt aber auch leichtere Verlaufsformen. Nach ein bis zwei Tagen klingen die Beschwerden in der Regel wieder ab. Wie lange ist man ansteckend? Die Betroffenen sind insbesondere während der akuten Erkrankung und mindestens bis zwei Tage nach Ende der Symptome ansteckungsfähig. Die Viren werden mit dem Stuhl auch noch einige Tage nach Abklingen der Beschwerden ausgeschieden. Auch außerhalb des menschlichen Körpers sind Noroviren mehrere Tage in der Umwelt überlebensfähig. Wie schütze ich mich vor einer Ansteckung? Die wichtigste Maßnahme ist die sorgfältige Händehygiene. Das konsequente Händewaschen nach Toilettenbesuch und vor dem Essen ist für alle die wichtigste Maßnahme zum Eigenschutz und zum Schutz anderer. Eine Impfung gegen Noroviren gibt es nicht. Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Wichtig ist die ausreichende Flüssigkeitszufuhr (zum Beispiel Tees, Wasser, Brühe oder verdünnte Säfte). Menschen, die besonders empfindlich auf Flüssigkeitsverluste reagieren (etwa Kleinkinder oder alte Menschen), sollten bei schwerem Krankheitsverlauf (starker Flüssigkeitsverlust durch Durchfälle und/ oder Erbrechen) einen Arzt hinzuziehen, damit bei Bedarf eine Flüssigkeitsersatztherapie eingeleitet werden kann. Eine spezifische Behandlung mit Medikamenten oder eine Schutzimpfung ist nicht möglich. Maßnahmen für Erkrankte Personen Erkrankte Personen sollten in der akuten Phase Bettruhe einhalten und bis 48 Stunden nach Ende der Durchfälle den Kontakt mit anderen Personen konsequent einschränken. Erkrankte dürfen für die Dauer der Erkrankung keine Lebensmittel in den Verkehr bringen, zum Beispiel durch eine Tätigkeit in der Gastronomie. Weitere Infos unter www.kreis-reutlingen.de/de/Service+Verwaltung/Bürgerservice-A-Zwww.kreis-reutlingen.de/de/Service+Verwaltung/Bürgerservice-A-Z

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