Neuer Dienst über Grenzen hinweg

Metzingen.  Mit der Gründung eines Pflegedienstes in Rumänien möchte die Diakonie-Sozialstation Metzingen der Beschäftigung illegaler Kräfte in Deutschland entgegenwirken. Das Unternehmen startet jetzt durch.

Seit vielen Jahren schon beobachtet Oliver Maier, Geschäftsführer der Diakonie-Sozialstation, immer wieder, dass in Haushalten, in denen sein Dienst tätig ist, Frauen illegal im Haushalt beschäftigt sind. Oftmals übernehmen diese Frauen auch die Pflege Hilfsbedürftiger.

In den vergangenen Jahren hat Maier ausgelotet, wie man hier gegensteuern kann (wir berichteten). Zunächst hat er sich in Polen, Tschechien, Ungarn in der Slowakei und im Baltikum umgeschaut, doch da war nichts auszurichten. Im rumänischen Sibiu (Hermannstadt) stieß seine Idee auf fruchtbaren Boden. Dort gibt es noch viele Siebenbürgen, die deutsch sprechen. Auch ein deutschsprachiges Gymnasium ist vorhanden. Denn die Beherrschung der deutschen Sprache ist laut Maier eine Grundvoraussetzung dafür, um als Pflegekraft oder Haushaltshilfe in Deutschland arbeiten zu können.

Gegründet wurde zunächst der Verein "Diakonie Metzingen-Sibiu", der mittlerweile als Firma ins Handelsregister eingetragen ist. Geschäftsführer des rumänischen Unternehmens ist Oliver Maier, weil die Rumänen selbst wohl kein Interesse hatten, einen Pflegedienst aufzubauen.

Das ganze Projekt wurde im Übrigen von der Paul-Lechler-Stiftung unterstützt. "In Deutschland", so Oliver Maier, "ist der Bedarf an Pflegekräften und Hilfen im Haushalt riesig." Einen solchen Bedarf gibt es freilich auch in Rumänien, nur sind dort die Verdienstmöglichkeiten äußerst gering. Und Rentner können pflegerische Leistungen laut Maier nicht bezahlen. Also bietet die neue rumänische Firma ihre Dienste in Deutschland an - günstiger als deutsche Dienste das tun können. Ansprechpartnerin bei der Diakonie-Sozialstation Metzingen ist Sabine Epple. Oliver Maiers Statthalterin in Hermannstadt (Sibiu) ist Adina Dumitriu.

Info Wer einen solche Dienst sucht, kann unter Telefon: (0 71 23) 9 10 22 11 informieren.


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Autor: PETER SWOBODA | 16.12.2011

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