Neandertaler suchen neuen Wohnraum
Metzingen. Als eiszeitliche Neandertaler waren die Kinder der Kindergruppe der Metzinger Naturfreunde kürzlich auf der Schwäbischen Alb unterwegs.
Als sowohl sehr belesenen, als auch unterhaltsamen Begleiter hatte Kindergruppenleiterin Doris Schreiber den Albguide Stephan Wagner engagiert. Erster Stützpunkt der Neandertaler-Sippe war der Parkplatz beim Traumland der Bärenhöhle in der Nähe von Erpfingen. Dort angekommen, versetzte Wagner seine kleinen und großen Gäste in eine Zeit vor zirka 10 000 Jahren zurück. Man ernährte sich von dem, was Wald und Feld hergaben. Während die Männer auf die Jagd gingen, waren die Frauen mit Tätigkeiten wie Beeren, Wurzeln und Nüsse sammeln, Feuer und Kinder hüten sowie Wasser holen beschäftigt. Und dann kam die feindliche Sippe, die die kleinen und großen Neandertaler aus ihrem angestammten Wohnraum vertrieben und sie somit zwang, einen neuen Wohnraum zu suchen und zu finden. Mit diesem Anfangsszenario wurde die Suche gestartet. Es galt eine geeignete Höhle zu finden, die neben Nahrung in Wald und Feld vor allem eines in der Nähe hatte: Wasser.
Wie das Gelände aussehen muss, in dem man Wasser findet, erfuhren die Wochenend-Neandertaler dann auf dem Weg ins große Rinnental und zur Klimastation Sonnenbühl. Der Weg dort war lang, besonders deshalb weil die Kinder so Einiges am und auf dem Weg entdeckten und schon mit gutem Vorwissen und großem Interesse glänzen konnten. Der Albguide war begeistert.
An der Klimastation angekommen, folgte ein kleiner Ausflug in die Zukunft, also die heutige Gegenwart und ausgerüstet mit einem Fragebogen erkundeten kleine und große Teilnehmer die Klimastationen und erfuhren dabei allerlei Wissenswertes rund um die Klimabeobachtung. Nachdem das Thema Wasser und sein Vorkommen geklärt war, wurde auch eine neue Höhle gefunden, die Bärenhöhle. Die offenbarte gleich das nächste Problem: da die Höhle (wie der heutige Name auch sagt) von Bären bewohnt war, galt es weiter zu ziehen. Aber erst stand eine Vesperpause auf dem Programm, bevor die kleine Sippe nach Veringenstadt weiterzog.
Mit den Höhlen bei Veringenstadt bot sich den eiszeitlichen Wohnraumsuchern eine ganze Reihe an Wohnstätten in allen Höhenlagen und Größen. Nach Abwägen von allen Vor- und Nachteilen entschieden sich die Hobby-Neandertaler für die Göpfelsteinhöhle, ein eiszeitliches Apartment auf mindestens zwei Ebenen mit guter Aussicht ins Tal und vielen kleinen Vorratsnischen. Und damit nicht die nächste kriegerische Sippe oder einer der zahlreich vorkommenden Bären die frisch Eingezogenen wieder vertreiben konnten, begab man sich gleich nach Höhlenbezug auf die Übungsjagd. Albguide Stephan Wagner steuerte dazu handgemachte Holzspeere bei und sogar einen beweglichen Bären. Die Kinder waren mit Feuereifer dabei und der Bär war schon bald erlegt, beziehungsweise vertrieben.
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29.07.2010
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Hurra, der Nachwuchs der Naturfreunde hat eine neue "Bleibe" gefunden. Foto: Privat
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