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Innovative Lösungen und Produkte rund um die Zähne

Seit 2000 sucht und findet das Unternehmen Cumdente mit innovativen Behandlungskonzepten Mittel und Wege, um zum Ziel zu kommen. Der zahnmedizinische Erfindungsgeist aus Tübingen ist weltweit gefragt.

SIMON WAGNER | 0 Meinungen

Es scheint der Traum eines jeden Zahnarzt-Phobikers zu sein: Karies im Anfangsstadium einfach wegputzen. Das jedenfalls versprechen die Reparaturpasten aus dem Hause Cumdente. Bei regelmäßiger Anwendung sollen Löcher wieder aufgefüllt und "repariert" werden. Das Geheimnis: Hydroxylapatit - flüssiger Zahnschmelz. Er überzieht den Zahn mit Nano-Teilchen, dringt in kleinste Risse ein und füllt nicht nur schadhafte Stellen, sondern hinterlässt insgesamt glatte und belagabweisende Beißwerkzeuge. Drauf- statt Runterputzen also.

Produkte wie etwa das frei käufliche "ApaCare" Zahnpflegesystem, meint der 49-jährige Geschäftsführer der Cumdente GmbH, Prof. Dr. Rainer Hahn, wenn er von einem "Alleinstellungsmerkmal" seiner Firma und ihrer Produkte spricht.

Sie alle sind Resultate einer engen "Verzahnung" von Forschung, Produktion und Praxis und führen zu neuartigen Lösungsansätzen auf dem Feld der Zahnmedizin.

Diesen Anspruch verfolgt Hahn seitdem er sich mit der Gründung einer Privatpraxis 1997 selbstständig gemacht hat. Davor war er Oberarzt am Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universität Tübingen.

Im Jahr 2000 folgte die Gründung der Cumdente GmbH. Unter dem Dach der Firmengruppe eröffnete er 2008 auch seine zahnärztliche Privatklinik. Hier wendet er etwa auch die von ihm ersonnenen "Click Implants" an. Mit weit geringerem Aufwand als bisher, werden Schrauben im Kieferknochen versenkt und dienen so als Ankervorrichtung für Prothesen. Sie können mit einem einfachen "Klick" aufgesetzt und wieder entfernt werden - lästige Gaumenplatten entfallen.

Auch den Zahnersatz stellt das Unternehmen, seit 2008 mit Sitz im Tübinger Technologiepark, selbst her. Hierfür wird die Knochenstruktur des Kiefers einmalig eingescannt. Das dreidimensionale Abbild dient als Vorlage, um die Implantate hochpräzise anzupassen und sie aus jedem gewünschten Material zu fertigen.

Nicht nur das hierfür notwendige Know-how gibt er in seiner europaweit einzigartigen "Dental-School" an Fachkollegen im deutschsprachigen Raum weiter. Ergebnisse zu Grundlagenforschungen werden zudem in dem angeschlossenen Fachverlag publiziert.

Jüngster Spross der Gruppe ist aber der Zweig "Hahn Medical Systems". 2009 gegründet, gelingt hier der Brückenschlag zwischen moderner Zahnmedizin und allgemein anwendbarer Medizintechnik.

Erfolgversprechendes Kronjuwel ist dabei die "Photoaktivierte Therapie" (PACT). Zum Einsatz kommt ein harmloser Farbstoff, der sich an Viren, Bakterien und Pilze bindet. Nach der Behandlung mit hochdosiertem Licht sterben sie ab und hinterlassen keimfreie Stellen.

Was bei Karies, Parodontitis oder Wurzelkanalinfektionen gewünscht ist, hat auch abseits des Mundraums einen positiven Effekt. Die Technik, seit 1998 erprobt und getestet, könnte bald auch bei offenen Beinen, bei Akne oder Nagelpilzinfektionen zur Linderung verhelfen.

Spezielle Lichtquellen, ob punktuell oder großflächig strahlend, hat das Unternehmen bereits in petto. Im Januar 2012 soll die Serienfertigung starten. Die Kosten pro Strahler: zwischen 1500 und 3900 Euro - denkbar aber auch ihr Einsatz als Leihgerät.

Die Firmengruppe beschäftigt nach Angaben von Hahn "zwischen 60 und 70 Mitarbeiter" am Standort Tübingen. Hier wurde 2010 auch der Erweiterungsbau eröffnet. Über Umsatzzahlen schweigt sich der Geschäftsführer beim Gespräch mit dem Tübinger Presseclub aus.

Hahn ist seit 2010 Privatdozent für präventive Zahnheilkunde an der 2009 gegründeten "Danube Private University" im österreichischen Krems.

Seine Hinwendung zur Privatwirtschaft und die Abkehr von der Universitätsklinik Tübingen bereut der umtriebige Unternehmer nicht, ließ er doch so die "Einengung" des staatlichen Bildungs- und Forschungsbetriebs hinter sich.

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