Fit werden für die regionale Gastlichkeit
Metzingen. Dieter Wetzel hat die Zahl der Auszubildenden im "Schwanen" in diesem Jahr verdoppelt. Acht neue Auszubildende haben gestern ihren Dienst angetreten und wurden mit einer Schultüte empfangen.
Eine kleine Schultüte mit nützlichem Inhalt wie Filzstift und Taschenrechner wird künftig acht junge Auszubildende an ihren ersten Tag im Hotel-Restaurant "Schwanen" erinnern. Sie wurden unter 20 Bewerbern in einem Assessment-Center ausgewählt und werden nun in verschiedenen Berufen ausgebildet wie Koch, Hotel- oder Restaurantfachmann.
Auch von der Dualen Hochschule in Ravensburg ist jemand dabei, die das Studium im dualen System absolviert, das heißt wechselt zwischen Theorie und Praxis. "Baden-Württemberg ist das einzige Bundesland mit einer staatlichen dualen Hochschule", so die Dehoga- Bundesvorsitzende für die Abteilung Ausbildung, Eva-Maria Rühle, die selbst an diesem Morgen fünf statt drei neue Auszubildende in ihrem Gesundheits- und Rehazentrum Schwäbische Alb in Bad Urach begrüßen konnte. Wie Dieter Wetzel vom "Schwanen" sorgt sie damit vor für die Zukunft, denn durch den demografischen Wandel gibt es auch immer weniger Bewerber für einen Ausbildungsplatz in der Gastronomie. "Arbeiten, wenn viele andere frei haben", sei zwar ein Nachteil in dieser Branche, aber dafür seien die Berufe "vielseitig und bieten viele Möglichkeiten und Aufstiegschancen", so Rühle über ihren Traumberuf. Sie hat übrigens selbst als junges Mädchen im "Schwanen" aushilfsweise gearbeitet, bevor sie ihre Ausbildung machte. Damals gab es den Schwanensaal noch mit 300 Plätzen, "und wir mussten schnell springen, die schweren Silbertabletts die schmale Stiege hochtragen", erzählte sie den Auszubildenden und machte ihnen keine Illusionen, dass ein Traumberuf nicht auch schwere Zeiten habe. Rühle ist für mehr als 100 000 Auszubildende im Bundesgebiet zuständig und darum sei es ihr auch ein "Herzensanliegen" auf die Notwendigkeit und Vorteile etwa der Berichtshefte aufmerksam zu machen und sie nicht als "Streitobjekt" mit dem Ausbilder zu sehen.
Die neuen Auszubildenden durften gleich einmal das "neue" Restaurant im "Schwanen" besichtigen, das an ihrem ersten Arbeitstag nach fünfwöchiger Bauzeit erstmals wieder geöffnet wurde.
Dabei bekamen sie gleich mit, welche Feinheiten noch bis zur offiziellen Eröffnung zu erledigen sind und wo der Schwerpunkt liegt, nämlich auf der Regionalität. Sie erleben auch gleich die Vorbereitungen für die Zertifizierung zum "Biosphärengastgeber", lernen den Umgang mit erneuerbaren Energien besonders natürlich alles über die Herkunft der Produkte.
"Es ist die schärfste Umweltzertifizierung in Europa", so Dieter Wetzel. Er plädiert wie Rühle dafür, dass Ernährung Schulfach werden solle, "dass man schon dort den Schaden von Geschmacksverstärkern kennen lernt", so Wetzel. Im "Schwanen" werde nur mit Kräutern und Gewürzen gearbeitet, darum werden die Auszubildenden sich auch mit Kräutern befassen, um fit zu sein für die regionale Gastlichkeit auf qualitativ hohem Niveau, wozu durchaus auch einfache Gerichte gehören.
Er sieht übrigens einen Vorteil in den vielen Kochshows im Fernsehen. Dadurch werde die Aufmerksamkeit auf die Gastronomie gelenkt. "Sie lernen hier die Grundlage auch für viele andere Berufe, aber die Verantwortung für das Leben müssen sie selbst übernehmen, selbst entscheiden wohin der Weg geht", gab ihnen Anna-Maria Wetzel mit auf den Berufsweg.
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Autor: MARA SANDER | 02.09.2010
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Das Ehepaar Wetzel (rechts) mit ihren neuen Auszubildenden. Foto: Mara Sander
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