Fakten zu Buchenwald bei den Naturfreunden Gedenken an die Opfer der Nationalsozialisten

Metzingen.  Im Naturfreundehaus fand kürzlich, am Gedenktag für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, eine Veranstaltung mit dem Titel: "O Buchenwald, ich kann dich nicht vergessen", statt.

Auf dem Ettersberg oberhalb der Stadt der deutschen Klassik, Weimar, wurde vor 75 Jahren von der SS eines der größten Konzentrationslager errichtet, wie Günter Randecker vom Dr. Wilhelm und Louise Zimmermann-Geschichtsverein vortrug.

Der Gauleiter von Thüringen, Fritz Sauckel ("Generalbevollmächtigter für den Arbeitseinsatz"; 1946 vom Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg zum Tode verurteilt) verkündete schon 1926 beim NSDAP-Reichsparteitag im Weimarer Nationaltheater, als die "Blutfahne" von 1923 an die neugeschaffene SS übergeben wurde: "Das ist der Beginn der neuen Zeit!"

Bis Kriegsende gingen 240 000 Häftlinge durch die Hölle von Buchenwald. 56 000 von ihnen wurden erschossen oder zu Tode gequält, darunter der evangelische Pfarrer Paul Schneider. Auch Dietrich Bonhoeffer war zeitweise dorthin verschleppt worden.

Bei der Befreiung am 11. April 1945 hatten 21 000 überlebende Häftlinge geschworen: "Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht. Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Das sind wir unseren gemordeten Kameraden, ihren Angehörigen, schuldig."

Einer der 1945 Überlebenden, der 61-jährige Albert Fischer aus Metzingen, wurde nach seiner Rückkehr als stellvertretender Bürgermeister eingesetzt. Bei den Montagsappellen vor dem Rathaus sprach er zu den 90 Versammelten, in den zwölf Jahren davor "fanatische Nationalsozialisten", diese Worte: "Not und Elend sind die Früchte einer wahnwitzigen Idee. Als Anhänger Hitlers und Verfechter seines Systems sind auch Sie mitschuldig an der großen Sünde unseres Volkes, die sich Nationalsozialismus nennt."

Auf einer Tafel der zur Zeit im Stift Urach gezeigten Ausstellung sind die Worte einer Abiturientin aus dem Jahre 1998 zu lesen: "Wir brauchen keinen Sozialismus und keinen Kommunismus", hätte es mehr Leute der Art Paul Schneiders gegeben. Auf der Metzinger Gedenkveranstaltung wurde auch die Mahnung des in Stuttgart geborenen jüdischen Soziologen Max Horkheimer zitiert: "Wer vom Faschismus spricht, darf vom Kapitalismus nicht schweigen."


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Autor: SWP | 07.02.2012

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