Eine gehörige Portion Vitamine für den Winter

Metzingen.  Deftiges Essen und Blasmusik vom Feinsten - was will man mehr? Und dennoch blieben am gestrigen Sonntag einige Plätze frei in der Metzinger Festkelter, als die Stadtkapelle Schlachtplatte servierte.

Die Besucher des traditionellen Schlachtplattenessens der Stadtkapelle Metzingen wussten genau, warum sie am gestrigen Sonntag in die Festkelter gekommen waren: Solch ein deftig-würziges Essen bringt einen gut durch die kalte Jahreszeit, "das sind Vitamine für den Winter", wie Markus Herzig, der Vorsitzende der Stadtkapelle Metzingen, betont.

Wem diese 200 Mahlzeiten mit Sauerkraut, viel Fleisch und Wurst dann doch eine Spur zu "vitaminhaltig" war, der konnte sich ja immer noch für Schupfnudeln mit Sauerkraut oder für Fleischkäse mit Pommes Frites entscheiden.

Für das leibliche Wohl war also in der heimeligen Atmosphäre der Festkelter bestens gesorgt. Und die Seele? Die kam natürlich auch nicht zu kurz - schließlich hatte ja die Stadtkapelle eingeladen. Und was lag da näher, als dass die Musiker zur Unterhaltung aufspielten? Richtig - gar nichts. Und so präsentierte die Metzinger Blaskapelle ein buntes Potpourri beliebter Melodien, bevor sie allerdings die Bühne räumte und Platz machte für die Kollegen aus Pfullingen. "Bisher hatte bei uns stets die Jugend am Nachmittag aufgespielt", so Herzig. Um die Kontakte zu auswärtigen Kapellen zu stärken, war jedoch dieses Mal die Pfullinger Stadtkapelle eingeladen worden. "Dann kommen wir beim Gegenbesuch auch mal wieder raus", so Herzig.

Nach dem Mittagessen in der Festkelter war gestern aber noch lange nicht Schluss: Ohne große Pause wurde schon bald nach dem Deftig-Kräftigem das Süße mit Kaffee und Kuchen serviert. Für die rund 40 ehrenamtlichen Helfer gab es also jede Menge zu tun. "Wir arbeiten hier in Schichten", verrät Markus Herzig. Schon am frühen Morgen um 8 Uhr hatte die Truppe mit dem Aufbau begonnen, "gegen 20 Uhr heute Abend sind wir mit dem Aufräumen dann voraussichtlich fertig", betont der Vorsitzende.

Ob sich der Aufwand denn lohnt? "Ja", sagt Herzig. Ein "Aber" schiebt er jedoch gleich hinterher: In den vergangenen Jahren sei der Zuspruch der Metzinger Bevölkerung zurückgegangen. Über das "Warum" könne man wohl stundenlang philosophieren, die eindeutige und richtige Antwort dürfe aber schwer zu finden sein. Ein Erklärungsversuch: "Es hängt auch immer mit dem Wetter zusammen, wie viele Leute kommen", sagt der Vorstand. Bei Sonnenschein nach einigen Regentagen würden viele wegfahren, bei kalt-feuchten Bedingungen bleiben sie zuhause.

Auch am gestrigen Sonntag wären noch einige Plätze in der Kelter frei gewesen. Nur gut, so Herzig, dass die Zusammenarbeit mit den Metzinger Metzgern prima funktioniere, dass die Stadtkapelle in dem Bereich keine Verluste mache. Und da die Helfer ja ehrenamtlich tätig seien, bleibe auf jeden Fall ein wenig in der Kasse der Kapelle hängen. Nur - es könnte ja auch ein wenig mehr sein.

"Wir überlegen uns für das kommende Jahr ein neues Konzept", sagt der Vorstand. Wie das aussehen wird, hat er noch nicht verraten. Die Besucher dürfen im kommenden Jahr aber gespannt sein. Und vielleicht mal wieder in Strömen die Kelter stürmen. So wie das vor einigen Jahren noch gang und gäbe war.


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Autor: NORBERT LEISTER | 09.02.2010

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