Denkmal mit Zukunft
Metzingen. Seit Ende März laufen die Sanierungsarbeiten an Metzingens zweitältestem Gebäude in der Wilhelmstraße. Gestern war Spatenstich für den Anbau, der als moderner Komplex den Kontrastpunkt stellen soll.
Noch vor eineinhalb Jahren schien das Schicksal des zweitältesten Gebäudes der Stadt besiegelt, es drohte der Abriss. Die jahrelangen Bemühungen der AIP Projektsteuerung GmbH aus Münsingen, das denkmalgeschützte Haus Wilhelmstraße 14 zu einem Büro- und Wohngebäude umzubauen, waren erfolglos geblieben.
Dabei hat es in all den Jahren immer wieder Interessenten gegeben, doch war denen stets die Nutzfläche zu klein. So hat man sich zusammen mit dem Münsinger Architekturbüro und der Metzinger Investorengruppe Kammerer/Bazlen II daran gemacht eine marktgerechte Lösung zu entwickeln. Seit Ende März wird das Gebäude nun saniert und umgebaut. Der älteste Teil des Gebäudes stammt aus dem Ende des 15. Jahrhunderts. Die Lösung für mehr Nutzfläche ist ein Anbau, der sich an das historische Gebäude anschließt.
Gestern war dafür der offizielle Spatenstich für den Neubau. Er wird den Straßenraum zur Wilhelmstraße mit einem länglichen Gebäude abschließen.
Ein steiles Satteldach soll den urbanen Charakter des Ensembles unterstreichen. Auf zwei Stockwerken entstehen moderne Verkaufsflächen, die mit der historischen Substanz über eine Glasfuge verbunden werden. Der Neubau wird klar als solcher erkennbar sein und wird sich in seiner Architektur nicht an den Altbau anbiedern. Die Verkaufsfläche wird 490 Quadratmeter betragen. Die Gesamtkosten für das Ensemble liegen bei rund 1,3 Millionen Euro.
Architekt Gerhard Keppler ging zunächst auf den Altbau ein und verwies darauf, dass das Gebäude in den rund 500 Jahren seiner Geschichte "unglaublich viele Veränderungen, Anpassungen und Erneuerungen" über sich hat ergehen lassen müssen. Die letzten Umbaumaßnahmen wurden in den 1950er Jahren vorgenommen. "Der hintere Hausteil", so Keppler, "erhielt einen nahezu neuen Dachstuhl mit nicht unbedingt vorteilhaft proportionierten Dachgauben."
Die baulichen Veränderungen seien für die Fachleute relativ gut nachvollziehbar. "Interessant wäre es", so Keppler weiter, "die Sozialgeschichte des Hauses zu erforschen." Nun stehe das Haus auf einem neuen, statisch einwandfreien Fundament. Das Fachwerk sei wieder in einem tragfähigen, zusammenhängenden Zustand. Das Dach sei neu gedeckt, und habe eine zeitgemäße Wärmedämmung erhalten. Als nächstes stehen Fassaden- und Ausbauarbeiten an.
Für die Investorengruppe erklärte Gabriele Bazlen, die Wilhelmstraße sei eine wichtige Straße, die in die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt einbezogen werden müsse. "Und jetzt", so Bazlen, "ist der Zeitpunkt gekommen, an dieser Straße Historisches mit Zeitgenössischem zu verbinden."
Dies ist ein Aspekt, der auch für Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler von Bedeutung ist, wie er gestern betonte.
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar
Autor: PETER SWOBODA | 09.09.2010
| Artikel twittern |
|
|
Gelungener Spatenstich für den Neubau neben Metzingens zweitältestem Gebäude Wilhelmstraße 14. Fotos: Peter Swoboda
MEISTGELESENE ARTIKEL
Türsteherpoltik in Crailsheim in der Kritik
Daheim Geburtstag zu feiern ist ganz schön, aber zum Schluss mit der ganzen Clique noch in die Diskothek zu gehen, hat auch was. Also machte das kürzlich auch die ältere Tochter des Crailsheimer Bürgermeisters Herbert Holl so.... mehr
Neu-Ulmer Bordell-Chefin wehrt sich gegen Vorwürfe
Neu-Ulm Der in einem Neu-Ulmer Bordell aufgefundene Tote wird nicht obduziert. Die Polizei ist sicher: Der 36-Jährige starb durch einen autoerotischen Unfall. Derweil hat sich die Bordellchefin zu Wort gemeldet.... mehr
Inferno in der Hechinger Altstadt
Hechingen Der größte Altstadtbrand der jüngeren Hechinger Geschichte tobte gestern Abend in der Markt- und Schlossstraße. Dramatische Rettungsszenen spielten sich ab. Neun Menschen wurden verletzt.... mehr
Hechinger Brandruinen qualmen noch
Am Tag nach dem Großbrand in der Hechinger Altstadt qualmt es immer noch aus den Brandruinen. Feuerwehrleute sind auch 20 Stunden nach Ausbruch des Feuers noch mit Löscharbeiten beschäftigt.... mehr
Haussklave erhängt sich bei Sex-Spiel in Neu-Ulmer Bordell
Neu-Ulm Ein 36-jähriger Hausbediensteter hat sich am Montag im Neu-Ulmer Bordell „Lili M.“ bei einem Sex-Experiment offenbar zu Tode stranguliert.... mehr

ZURÜCK


