Deftige Wortwahl im Straßenverkehr

Metzingen.  Wegen der Panne seines Lkw gerieten im Februar 2009 dessen Fahrer und ein Autofahrer aneinander. Dabei sollen Beleidigungen gefallen sein.

Den Ort einer Autopanne kann sich ein Fahrer leider nicht aussuchen. Auch der Führer eine Lasters hätte sich gewiss lieber an anderer Stelle an die Reparatur seines Untersatzes gemacht, als auf einer Straße im Gewerbegebiet Katzensteig. Ohnehin schon entnervt genug durch diesen ungeplanten Aufenthalt, brachte für den Lastkraftfahrer scheinbar ein zufällig des Weges kommender Autofahrer das Fass zum Überlaufen.

Auf dessen Kritik an der seiner Meinung nach mangelnden Absicherung der Pannenstelle reagierte er offenbar mehr als ungehalten und forderte den 26-Jährigen mit deftiger Wortwahl zum Weiterfahren auf. Zudem soll er ihm mit einem großen Gabelschlüssel gedroht haben. Deshalb musste er sich nun vor dem Uracher Amtsgericht wegen Beleidigung verantworten. Er habe nur darauf aufmerksam machen wollen, dass das Pannenservicefahrzeug eine Unfallgefahr darstelle, sagte der Geschädigte aus. Dieses hatte der herbeigerufene Mechaniker nämlich auf der Fahrbahn neben dem defekten Lastzug geparkt, um gefahrlos an diesem arbeiten zu können. Der Lkw selbst war dabei in einer Parkbucht abgestellt. Als er neben den arbeitenden Männern angehalten und sein Anliegen vorgebracht hatte, wurde er von dem Lkw-Fahrer mit Beschimpfungen bedacht, wie der 26-Jährige aussagte. Unter anderem sollen die Worte "Fahr zu, du Sch... Ausländer" gefallen sein. Auch die Freundin des Geschädigten, die mit im Auto saß, will eine ausländerfeindliche Äußerung vernommen haben. Der Lastkraftfahrer selbst bestritt die Vorwürfe. Er habe seinen Gegenüber nur als "Baraber" bezeichnet, was kein Schimpfwort sei.

Als Zeugen führte er den Pannenhelfer an. Auch dieser will keine verbalen Unflätigkeiten gehört haben, gab aber zu, sich mehr auf die Reparatur, als auf den Wortwechsel konzentriert zu haben. Er selbst habe auf die Vorwürfe des Autofahrers nur kurz erwidert: "Ich lasse mir doch den Arsch nicht wegfahren." Möglicherweise habe der 26-Jährige dies akustisch falsch verstanden. Den Ort der Panne habe man jedenfalls ordnungsgemäß abgesichert, gab der Mechaniker zu Protokoll. An seinem Servicefahrzeug seien Warnblinkanlage und eine Rundleuchte eingeschaltet gewesen. "Der Pkw war ausreichend gesichert", man habe eben vorsichtig fahren müssen, bestätigte auch ein Polizeikommissar, den der 26-Jährige nach dem Zwischenfall herbeigerufen hatte. Der Lkw-Fahrer habe sich damals vor Ort nicht zu den Vorwürfen geäußert, habe aber einen leicht gereizten Eindruck gemacht.

Deshalb war auch Amtsrichterin Mechthild Weinland letztlich doch davon überzeugt, dass es zu Beleidigungen gekommen sei. "Ich gehe davon aus, dass Sie völlig entnervt waren", so die Richterin an den Angeklagten gerichtet. Allerdings sei dies aus der Situation heraus auch bis zu einem gewissen Grad verständlich. "Sie standen ja nicht aus Jux und Tollerei da." Das Gericht beließ es daher bei einer Verwarnung.


zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

Sie können noch Zeichen als Text schreiben
Für registrierte Nutzer
Bitte anmelden, um Ihren Kommentar abzuschicken
Für noch nicht registrierte Nutzer
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.








Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:


Autor: MICHAEL BANHOLZER | 11.03.2010

Google 1+

Türsteherpoltik in Crailsheim in der Kritik

Daheim Geburtstag zu feiern ist ganz schön, aber zum Schluss mit der ganzen Clique noch in die Diskothek zu gehen, hat auch was. Also machte das kürzlich auch die ältere Tochter des Crailsheimer Bürgermeisters Herbert Holl so.... mehr

Neu-Ulmer Bordell-Chefin wehrt sich gegen Vorwürfe

Neu-Ulm Der in einem Neu-Ulmer Bordell aufgefundene Tote wird nicht obduziert. Die Polizei ist sicher: Der 36-Jährige starb durch einen autoerotischen Unfall. Derweil hat sich die Bordellchefin zu Wort gemeldet.... mehr

Inferno in der Hechinger Altstadt

Hechingen Der größte Altstadtbrand der jüngeren Hechinger Geschichte tobte gestern Abend in der Markt- und Schlossstraße. Dramatische Rettungsszenen spielten sich ab. Neun Menschen wurden verletzt.... mehr

Hechinger Brandruinen qualmen noch

Am Tag nach dem Großbrand in der Hechinger Altstadt qualmt es immer noch aus den Brandruinen. Feuerwehrleute sind auch 20 Stunden nach Ausbruch des Feuers noch mit Löscharbeiten beschäftigt.... mehr

Haussklave erhängt sich bei Sex-Spiel in Neu-Ulmer Bordell

Neu-Ulm Ein 36-jähriger Hausbediensteter hat sich am Montag im Neu-Ulmer Bordell „Lili M.“ bei einem Sex-Experiment offenbar zu Tode stranguliert.... mehr

Ein Raub der Flammen

So einen Brand wie gestern am frühen Abend haben die Hechinger mitten in der Altstadt schon seit vielen, vielen Jahren nicht mehr gesehen. Der Altbaukomplex an der Ecke Marktstraße/Schlossstraße wurde ein Raub der Flammen. Von vier Drehleitern aus schützten die Feuerwehren die Nachbargebäude.... mehr