Das Kraftwerk im Keller

Metzingen.  In der städtischen Wohnanlage in der Bohlstraße wurde eine optimale Heizung eingebaut. Installiert haben die Stadtwerke ein Miniblockheiz-Kraftwerk, das nicht nur heizt, sondern auch Strom produziert.

Seit März 2010 ist sie in Betrieb - die Heizung, die auch Geld verdient. "Mit dem Mini-Blockheiz-Kraftwerk (BHKW) im Mehrfamilienhaus in der Bohlstraße haben wir eine optimale Lösung gefunden", so Giancarlo Bragagnolo von den Stadtwerken Metzingen.

Im Unterschied zu Brennwertgeräten nutzt der neue Heizkessel die Energie zwei Mal und produziert dabei nicht nur Wärme sondern auch Strom. "Das Prinzip der Heizung ist ganz einfach", erklärt Bragagnolo, "der Motor erwärmt das Kühlwasser, speichert es im Pufferspeicher und leitet es in den Heizkreislauf des Hauses. Dabei macht der Dynamo Strom. So konnten wir in der Bohlstraße bis zum heutigen Tag zehn Tonnen CO2 einsparen, 32 000 Kilowattstunden Wärme und 13 000 Kilowattstunden Strom produzieren und dies ist immerhin der durchschnittliche Verbrauch von drei Vier-Personen-Haushalten."

Einen Riesenvorteil bietet den Stadtwerken auch der direkte Online-Zugriff auf die Benutzerdaten des so genannten "Dachs" in der Bohlstraße. So sind Betriebsstunden, thermische Energie, elektrische Menge und die CO2-Einsparung pro Monat jederzeit abrufbar und die Diagramme lassen einen schnellen Überblick der Wirtschaftlichkeit zu und schematisieren eine Datenauswertung.

Erdgas kommt nicht nur als Heizenergie im Haus zum Einsatz. Gerade auch in der Stromerzeugung ist der Energieträger Erdgas heute nicht mehr wegzudenken. Überzeugt von der Technik des Mini-blockheiz-Kraftwerks ist auch die Familie Kienle/Wurz aus Metzingen. "Mit dem Neubau unseres Fleischerfachgeschäfts und Mehrfamilienhauses wollten wir eine effizientes und wirtschaftliches Heizsystem und haben uns deshalb für diese Variante entschieden. Ein weiteres entscheidendes Kriterium war die Förderung der Stadtwerke Metzingen, die den Einsatz der innovativen Gastechnologie mit einer Gutschrift auf die Jahresrechnung mit 2000 Euro unterstützt", berichtet Michael Wurz. Ein eigenes Mini-BHKW bietet laut Bragagnolo viele Vorteile: Der selbst erzeugte Strom ist billiger als der aus dem öffentlichen Netz, überschüssiger Strom wird ins Stromnetz eingespeist und dafür bekommt der Betreiber eine Vergütung. Die anfallende Wärme geht nicht verloren, sondern wird zum Heizen im Gebäude genutzt, die jeweilige Energiesteuer des eingesetzten Erdgases wird auf Antrag vom Hauptzollamt zurückerstattet, und für den Energieausweis gibt es Bestnoten.

"Nachdem der Bund die Förderung ab September begrenzt, sehen wir uns in der Verantwortung, unser Förderprogramm weiter aufrecht zu erhalten beziehungsweise sogar auszuweiten, damit die so wichtigen Fortschritte des Klimaschutzes nicht gebremst werden", sagt Bragagnolo. Die Stadtwerke Metzingen fördern im laufenden Jahr den innovativen Einsatz von Gastechnologien, wie beispielsweise Gaswärmepumpen, Mikro- oder Mini-BHKWs, Stirlingtechnik und Brennstoffzelle von Erdgas-Brennwerttechnik. Am Förderprogramm kann jeder Metzinger teilnehmen, der sich für die umweltschonende Energie Erdgas entscheidet und diese im neuen Heim nutzen möchte oder von einem anderen Energieträger auf Erdgas-Brennwerttechnik umsteigt. Dafür gibt es eine Erdgasgutschrift im Wert von 500 Euro. Beim Einsatz von SWMBioGas10 gibt es einen zusätzlichen Bonus von 100 Euro. "Zusätzlich bieten wir für fünf innovative Metzinger Energieprojekte eine Förderung im Wert von je 2000 Euro an", so Bragagnolo weiter. Das Förderprogramm funktioniert ganz einfach. Den Antrag erhält der Kunde unter www.stadtwerke-metzingen.de, per Post oder E-Mail, füllt diesen aus und reicht ihn bei den Stadtwerken ein.


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28.08.2010

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