Braucht Metzingen das Stromnetz?

Metzingen.  Der SPD-Ortsverein lädt am Montag, 20. September, um 20 Uhr zu einer Veranstaltung zum Thema Stromnetz in den Sitzungssaal des Rathauses ein.

Mit Ablauf des Jahres 2012 läuft das Recht der EnBW aus, im Bereich der Stadt Metzingen die Bürger mit ihrem Leitungsnetz mit elektrischer Energie zu versorgen.

Es ergeben sich für die Stadt die Möglichkeiten, entweder frisches Geld von der EnBW einzunehmen und die Konzession zu verlängern oder das Netz aufzukaufen und die Bevölkerung von den Stadtwerken mit Strom versorgen zu lassen. Die Metzinger SPD ist der Meinung, dass beide Möglichkeiten gegeneinander abgewogen werden müssen. Da bekannt ist, wie die Stromversorgung mit der EnBW läuft, muss sorgfältig geprüft werden, ob auch die Stadt in der Lage wäre, diese Leistung zuverlässig und preiswert zu erbringen.

Es stellen sich damit viele andere Fragen, zum Beispiel wie der Netzkauf finanziert werden soll, welche Leistungen gegebenenfalls von den Stadtwerken zu erbringen wären, ob die Stadtwerke in der Lage sind, das Netz technisch auf dem neuesten Stand zu halten und welche Auswirkungen für die anderen Bereiche der Stadtwerke, wie Wasser- Gas und Wärmelieferung zu erwarten sind. Vor allem aber, ob sich Vorteile für die Bürger Metzingens ergeben. Es ist auch zu prüfen, ob die Versorgung selbständig oder nur in Verbindung mit anderen Stadtwerken vorgenommen werden kann und ob dann nicht die Gefahr besteht, in eine andere Abhängigkeit zu geraten.

Schließlich stellt sich die Frage, ob sich die Stadtwerke gegebenenfalls an der Stromerzeugung beteiligen sollen und welche Perspektiven sich dabei ergeben, besonders auch unter Berücksichtigung der aktuellen Beschlüsse der Bundesregierung zur zukünftigen Energiepolitik. Die SPD möchte diese Fragen mit Fachleuten und Verantwortlichen am 20. September um 20 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses diskutieren. Zugesagt haben der Erste Bürgermeister der Stadt Tübingen Michael Lucke und der Leiter der Tübinger Stadtwerke Dr. Kötzle sowie der Oberbürgermeister der Stadt Metzingen Dr. Fiedler und die Leiterin der Stadtwerke, Carmen Haberstroh. Nach den Ausführungen der Fachleute wird Gelegenheit zur Aussprache sein. Es ist erwünscht, dass sich möglichst viele Menschen an der Diskussion beteiligen. Die Ergebnisse dieser Veranstaltung werden in den Meinungsbildungsprozess der SPD und ihrer Stadträte einfließen.


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09.09.2010

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