Blicke und Sinne erweitern
Metzingen. Der Weinlehrpfad ist in die Jahre gekommen, teilweise defekt und auf jeden Fall überholt. Der FMK, unterstützt von der Weingärtnergenossenschaft, plant einen neuen Erlebnis-Pfad.
Schon seit gut einem halben Jahr beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe des Förderkreises Metzinger Keltern (FMK) mit der Planung eines neuen Weinerlebnispfades. Bereits vor rund 15 Jahren hatte der FMK gemeinsam mit der Weingärtnergenossenschaft Metzingen-Neuhausen (WG) einen Weinlehrpfad angelegt - einen Rundweg, der am Parkplatz in der Weinbergkurve an der Straße nach Kohlberg beginnt und rund 2,7 Kilometer lang ist. Viele der 17 Schilder sind inzwischen schlecht lesbar, demoliert oder umgefallen - außerdem entspricht der Lehrpfad nicht mehr den modernen Anforderungen.
Der neue Pfad ist eine Ergänzung der "Wege zum Wein" des FMK und soll künftig Weinerlebnispfad heißen. Geplant sind zwei verschiedenen Strecken, nämlich am Weinberg und am Hofbühl - mit Wegverbindungen miteinander. Einzeln sind die Strecken jeweils gut zweieinhalb Kilometer lang. Angedacht wurde ein Abstecher in den Wald, so wären die "Sonderkultur" Wein, die Streuobstwiesen und eben auch der Forst und die Natura-Trails im Programm.
Im Gegensatz zu rund 120 vorhandenen Weinlehrpfaden, die vielfach lieblos gestaltet und textlich überfrachtet sind - wie der Leiter der AG Weinerlebnispfad, Frieder Lemmer, berichtete, will man in Metzingen an das vorhandene Niveau aufbauen. "Die Qualität in der Stadt sollte beim Weinerlebnispfad beibehalten werden."
So sind auch interaktive Stationen mit Experimenten geplant, die den Besucher mit der Materie vertraut, aber auch neugierig machen sollen. Beispiele sind die Weinbergstaffeln, aber auch Wasser und abrufbare Informationen. Eine Identifikation mit der Landschaft und der Kultur ist ebenso vorgesehen wie der Bezug zu regionalen Produkten. "Wir wollen Blicke und Sinne erweitern, was sich durchaus mit den Zielen von Verwaltung und Biosphärengebiet, aber auch denen von FMK und der WG deckt", sagte Kulturwissenschaftler Peter Menzel bei der Informationsveranstaltung am Dienstag im Wengerterhäusle.
An den Wegen sollen verschieden gestaltete Tafeln aufgestellt werden, die nicht nur über den Wein und seine Geschichte sowie die Arbeit des Wengerters informieren. Sondern auch über Mundart, Ortskunde, Topographie, Klima oder die Weinberghäuschen, die besondere Kleinode im Metzinger Weinberg sind und im Hofbühl beispielsweise fehlen. Es wird Hinweise auf das Biosphärengebiet geben und die Vernetzung mit weiteren Wegen (Ströhmfeldweg/Birnenweg) und modernsten Medien ist angedacht.
Einstiege in den Weinerlebnispfad gibt es mehrere, die jeweils auch gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind. Ein Weg wird vom Falkenberghaus her führen - wobei hier, wie am Bahnhof Neuhausen oder am Kelternplatz Metzingen - es auch Einkehrstationen gibt. Weitere Überlegungen sind Toiletten und auch E-Bike-Ladestationen, erinnerte Frieder Lemmer. "So können wir den Besuchern, je nach deren Interesse, verschiedene Module anbieten, wie sie den Pfad nutzen können."
Tobias Brammer vom Biosphärengebiet betonte, dass vor allem interaktive Stationen Schwerpunkte sein müssen, denn "nur so bleibt etwas hängen, bei Infotafeln ist das eher nicht der Fall." Er konnte allerdings bei den Kosten von geschätzten 75 000 bis 100 000 Euro für Konzeption und Ausführung einen Zuschuss nicht versprechen. "Es heißt über Metzingen Mode and more - das wäre dann das more", gab Lemmer ihm und Oberbürgermeister Fiedler mit auf den Heimweg.
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Autor: EVA FOCHT-RABEL | 09.02.2012
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Raritäten sind die Weinberghäusle, die man in Metzingen findet. Hier soll der Weinerlebnispfad vorbeiführen. Foto: Thomas Kiehl
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