Bei den Ferienjobs wirkt die Wirtschaftskrise noch nach
Region. Ferienjobber können in diesem Sommer ein wenig aufatmen. Nachdem im vergangenen Jahr kaum ein Unternehmen Schüler oder Studenten beschäftigt hatte, wurden nun wieder einige Stellen besetzt.
Von der Wirtschaftskrise war im vergangenen Jahr vor allem das produzierende Gewerbe betroffen. Doch nicht nur Unternehmen sind mit dem unerwartet hohen Auftragseinbruch in die Bredouille geraten. Der Rattenschwanz setzte sich vor allem auch beim Personal mit Kurzarbeit und letztlich bei den Ferienjobbern fort, die keine befristete Arbeit in der schul- und seminarfreien Zeit fanden.
Der katastrophalen Lage des Vorjahressommers folgte eine leichte Entspannung auf dem Jobber-Markt. So beschäftigt Bosch, wie eine Sprecherin erklärte, allein in den Reutlinger Werken wieder 500 Schüler und Studenten.
Während diese Zahl Zeichen für eine Stabilisierung der Auftragslage sein dürfte, ringen andere immer noch mit den Folgen der Krise. Wafios bot in diesem Jahr keine Ferienjobs an - schließlich hat der Maschinenbauer die Kurzarbeit zwar heruntergefahren, aber noch nicht komplett beendet, wie der Vorstandsvorsitzende der Wafios AG, Thomas Hösle, erklärte.
Die Lage auf dem Jobber-Markt sei nur schwer einzuschätzen, bestätigt Birgit Jahn von der Agentur für Arbeit in Reutlingen. Viele Schüler und Studenten meldeten sich nicht bei der Agentur, sondern setzten "vielmehr auf Initiativbewerbungen". Auch seien dementsprechend wenige Stellenangebote von Arbeitgebern in der Albstraße eingegangen.
Dieser Trend sei zwar bereits seit drei Jahren zu erkennen. Wie Jahn weiter sagt, würden nach der schleppend angelaufenen Suche nach Arbeitskräften nun aber die kurzfristigen Angebote bei der Agentur für Arbeit eintreffen. Hierbei handle es sich erfahrungsgemäß um Jobs in der Dienstleistungsbranche und in der Kinder- und Altenbetreuung. Aber auch Umzugs- oder Gartenhelfer sowie Servicekräfte für die Gastronomie seien gefragt.
Jahn geht davon aus, dass es mit den Ferienjobs ohnehin erst wieder Stück für Stück aufwärts gehe. Nach Kurzarbeit oder gar Entlassungen sähen viele Unternehmen in der Einstellung von Jobbern das falsche Signal. Viele seien deshalb zurückhaltend, zeigt sich die Pressesprecherin der Agentur für Arbeit überzeugt. Dabei spielten bei einigen Firmen der Region Jobber ohnehin noch nie die große Rolle. So auch beim Automobilzulieferer Eissmann in Bad Urach. So wurden, wie Personalleiter Michael Maier sagte, in diesem Sommer gerade mal zwei bis drei Ferienarbeitskräfte eingestellt. Die seien aber ohnehin nicht in der Produktion eingesetzt, sondern mit anderen Aufgaben im Unternehmen betraut.
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Autor: JAN ZAWADIL | 30.07.2010
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Die Lage für Ferienjobber hat sich in diesem Sommer etwas verbessert. Foto: Archiv
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