Zuschussbetrieb Wald

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Der Bad Uracher Stadtwald ist zur Zeit ein Zuschussbetrieb.  Foto: 

Um das Jahr 2016 aus Sicht des Forsts zu beschreiben reichte Forstdirektor Alfred Krebs im Verwaltungsausschuss der Stadt Bad Urach nur eine einzige Vokabel: verzwickt.

Infolge des um sich greifenden Eschentriebsterbens waren seine Mitarbeiter immer wieder mit Verkehrssicherungsmaßnahmen auf Straßen und Wegen und Aufgaben des Umweltschutzes beschäftigt. 30 Prozent ihres Arbeitspensums erledigten sie abseits der Waldwirtschaft. Die Folge: Nur etwa 75 Prozent des ursprünglich geplanten Holzeinschlags konnte in die Tat umgesetzt werden. Damit nicht genug: 2016 sei die Brennholznachfrage regelrecht eingebrochen, so Krebs. Unter dem Strich ergibt sich ein Rechnungsergebnis, deutlich negativer Art. Rund ­­74 800 Euro musste die Stadt zuschießen.

Und das Jahr 2016 hat Auswirkungen bis heute. Den Einschlag, den man damals versäumte, muss man nun, über die kommenden Jahre verteilt, wieder nachholen. Plante man in diesem Jahr schon eine Erhöhung des Einschlags um 1000 Festmeter, wird man sich im kommenden Jahr statt der avisierten 7500 Festmeter deren rund 8100 zum Ziel nehmen.

Im aktuellen Betriebsplan rechnet man mit einem deutlich gesunkenen Minus von rund 7000 Euro. Im Plan für das kommende Jahr mit einem Zuschussbedarf von rund 27 300 Euro. Krebs kalkuliert dabei mit einem durchschnittlichen Festmeterpreis von rund 48 Euro und einem Gesamterlös aus dem Holzverkauf von rund 393 500 Euro. Dem Gesamterlös von 420 700 Euro stehen Aufwendungen von 464 500 gegenüber. Unter den Kostenstellen befindet sich auch die Ersatzbeschaffung eines Schutzwagens. Für 22 500 Euro soll er den 25 Jahre alten ersetzen. Die Mittel sollen sich im kommenden Haushalt wiederfinden.

Darauf angesprochen ging Krebs noch auf das Kartellverfahren und die Reform der Forstorganisation ein. Die organisatorische Aufspaltung zwischen Staatswald und Körperschafts- und Privatwald habe zur Folge, dass ab dem 1. Juli 2019 der Staat und die Kommunen getrennt voneinander als Holzverkäufer auftreten müssen. Eine gemeinsame Vermarktung, so entschied es das OLG in Düsseldorf im März, sei nicht länger rechtens. Dies habe nun zur Folge, dass jede Kommune für sich selbst wirtschaften und aufgrund fehlender Massen keine einträgliche Geschäfte mehr machen könne. Angedacht sei deshalb, dass sich die Kommunen im Landkreis zu einem Zweckverband oder zu einer kommunalen Anstalt zusammenschließen. Ziel sei es, bis Mitte 2018 zu einer Lösung zu kommen. Dabei sollen Privatwaldbesitzer nicht alleine gelassen werden. Sie, so Bürgermeister Elmar Rebmann, will man bei der Bewirtschaftung des Walds und beim Verkauf der Holzernte unterstützen.

Die gesamte Forstverwaltung stehe vor diesem Hintergrund vor einer Zerschlagung, so Krebs. Die für die Staatswälder zuständigen Förster werden sich so künftig alleine auf betriebliche Aufgaben beschränken, Tätigkeitsgebiete wie etwa die Waldpädagogik würden wegfallen. Eines aber versicherte er: „Ich bleibe bis zum 1. Juli 2019 an ihrer Seite.“

Monate hat die bisherige Praxis noch Bestand, Holz aus Staatswald und Holz der Kommunen unter der Regie des Landes zu vermarkten. An einer Lösung für danach wird gearbeitet.

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