Zum 250. Jahrestag des Todes von Johann Ludwig Fricker

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In der jüngsten Sonntagsmatinee in der Wilhelm Zimmermann-Gedenkstätte hielt Martin Flöther, einen Vortrag aus Anlass des 250. Jahrestag des Todes von Johann Ludwig Fricker (1729 –1766), Pfarrer in Dettingen und Hülben. Frickers Grabstein im Chor der Stiftskirche erinnert an eine „mächtige Predigers-Stimme, die im Geist Eliä die wahre Gerechtigkeit gelehrt.“ Fricker stehe „am Anfang des Altpietismus in Württemberg“, so Flöther, und zähle neben Bengel, Oetinger, Steinhofer, Hahn zu den „Schwabenvätern“.

In der 1864 erschienenen Fricker-Biografie von Karl Christian Ehmann sind auch Briefe aus Frickers Dettinger Zeit (1762 – 1766) abgedruckt, außerdem Aufzeichnungen aus seiner zweijährigen Tätigkeit als Pfarrer in Hülben (1762 – 1764). Der dortigen Schullehrersgattin Anna Katharina Kullen empfahl Fricker die Lektüre des Römerbriefes. „Herr Pfarrer“, antwortete sie ihm, „die Römer-Epistel ist etwas für die Dettinger, aber nicht für die Hülbener.“ Fricker gab sich damit nicht zufrieden: „Frau Schulmeisterin, lesen Sie die Römer-Epistel noch einmal“. Wenig später erhielt der Seelsorger die Antwort: „Herr Pfarrer, die Römer-Epistel ist auch für die Hülbener da, auch für mich.“

Neben den erst vor drei Jahren wieder aufgetauchten Abschiedsversen hat sich ein weiteres Gedicht auf Frickers Tod erhalten: „Ein schönes Zeugnis der herzlichen Liebe“, durch welche die „Freunde im herzoglichen Stift und in der Stadt Tübingen im Herrn mit ihm verbunden“ waren, so Ehmann, der einige Strophen dieses „Leichencarmen der Tübinger Studierenden“ abgedruckt hat. Der befreundete Steinenbronner Pfarrer Ludwig Christoph Huzelin predigte vor 250 Jahren als Leichentext über den von Fricker gewählten Psalm 25, 8-10 und bezeugte: „Die ewige Versöhnungsgnade Gottes in Christo sei sein Halt gewesen.“ Pfarrer Flöther zitierte zum Schluss seines Vortrages aus Frickers mehrmals aufgelegter Schrift „Weisheit im Staube“ die Worte: „Weil Gott mit dir, o Mensch, o Staubmensch durch Jesum Christum ohne alles dein Zutun längst versöhnt ist, so lässt er sich aus unendlich zarter Liebe in alle deine oft ganz gering scheinenden Umstände hinein, dir in denselben sein und dein Herz zu erkennen zu geben.“

Zur nächsten Sonntagsmatinee am 4. Dezember, 11 Uhr, in der Wilhelm Zimmermann-Gedenkstätte, Milchgasse 6, in Dettingen, ist der frühere Dettinger Pfarrer Bernhard Reusch eingeladen. Sein Vortrag im Rahmen der Sonderausstellung „150 Jahre Dettinger Wahrzeichen“ beschäftigt sich mit dem Thema „150 Jahre Stiftskirche“.

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