Wetterumschwung statt Rekord

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Erstmals ausverkauft war das Open-Air-Kino am zweiten Filmtag, als mit „Willkommen bei den Hartmanns“ ein deutscher Film die Flüchtlingskrise humorvoll auf die Schippe nahm.  Foto: 

Der große Renner beim diesjährigen Bad Uracher Open-Air-Kino war die deutsche Komödie „Willkommen bei den Hartmanns“, in der Regisseur Simon Verhoeven die Auseinandersetzung der Deutschen mit der Flüchtlingskrise thematisiert. „Wir mussten leider 50 oder 60 Personen wegschicken“, bilanziert Thorsten Hail vom Stadtjugendring, der das Kinoevent zusammen mit dem Kulturreferat der Stadt organisiert.  „Mir wäre es natürlich lieber, wenn jeder Besucher einen Platz findet“, ergänzt Hail. Idealerweise so wie bei „Monsieur Pierre geht online“, als bis auf zehn Plätze alle Stühle besetzt waren. Bestuhlt ist stets für 450 Besucher.

Jacke statt T-Shirt

Bis zu jenem Montagabend, als der verwitwete Griesgram Pierre das Online-Dating für sich entdeckt, war die Welt für Thorsten Hail und das Open-Air-Kino noch in Ordnung. Sie war sogar nahezu perfekt: „Wir sind auf ein Rekordergebnis zugegangen.“ Doch dann legte der Hochsommer eine Pause ein. Konnte man zuvor Abends noch im T-Shirt im Schlosshof sitzen, wurde es nun zusehens nasskalt.

Die Stammgäste blieben dem Freiluftkino trotzdem treu, freut sich Hail. „Das war früher nicht immer so, in manchen Jahren hatten wir bei schlechtem Wetter auch Totalausfälle.“ Dabei flimmern die Filme bei fast jedem Wetter über die aufblasbare Leinwand – nur bei richtigen Unwettern bleibt der Projektor aus. Aber auch ohne einen solchen Totalausfall: Von einem Rekordergebnis sind die Kinomacher nun doch ein Stück weit weg, auch wenn mit dem „Pubertier“ heute nochmal ein Zuschauermagnet gezeigt wird.

Überhaupt seien die Gäste voll des Lobes über die Filmauswahl, berichtet Hail: „Wir haben nur positives gehört.“

Was nicht von ungefähr kommt: Schließlich gab es nicht nur qualitativ hochwertige Filme zu sehen, an jedem Abend kümmerten sich auch zehn Helfer um die Gäste im Schlosshof – ob am obligatorischen Popcorn-Verkauf oder am Grillstand. Der Förderverein Forum 22 bot zudem an einem eigenen Stand das Gläschen Sekt zum Film an.

Die Helfer rekrutieren sich zur Hälfte aus dem Team des vom Stadtjugendring getragenen Bad Uracher Kinos „Forum 22“, aber auch weitere Mitglieder des Stadtjugendrings helfen gerne mit. Und viele frühere Mitstreiter fragen regelmäßig vor dem Open-Air-Kino, ob noch eine helfende Hand benötigt würde. Insgesamt sind so in den vergangenen zehn Tagen rund 30 Helfer zusammengekommen, die das besondere Kino-Flair in den Hof des Residenzschlosses zauberten.

„Das ist schon etwas besonderes“, sagt Thorsten Hail und ergänzt: „Da kommt man wirklich einmal weg vom Alltag.“ Für den heutigen Abend wünscht er sich deshalb auch nochmal gutes Wetter und einen krönenden Abschluss – möglichst ausverkauft, ohne das potenzielle Besucher leer ausgehen müssen.

Im kommenden Jahr steht für das Bad Uracher Open-Air-Kino übrigens ein kleines Jubiläum an: Die Filmreihe im Residenzschloss geht dann in ihre 25. Auflage. „Die ersten Überlegungen zum nächsten Kino-Open-Air laufen gerade schon parallel“, verrät Hail. Konkret geplant wird dann ab dem Frühjahr.

Thorsten Hail wird das Thema Open-Air-Kino indes nicht so schnell los, auch wenn heute gegen Mitternacht, zum letzten Mal in diesem Jahr, die Lichter im Residenzschlosshof ausgemacht werden. Denn mit der Kinotechnik hilft Hail auch in Reutlingen aus, wo das Open-Air im Spitalhof am 15. August startet. 13 Filme werden in der Achalmstadt gezeigt. Und Ende der Sommerferien steht dann Freiluftkino in Metzingen auf dem Programm.

Besucher finden beim Open-Air-Kino im Hof des Residenzschlosses in Bad Urach Platz. Umsorgt werden sie an jedem Abend von zehn Helfern. Heute zum vorerst letzten Mal.

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