Werben für das Geschäft vor Ort

Einzelhändler leiden unter verändertem Einkaufverhalten der Kunden, die immer öfter im Internet bestellen. Unter dem Namen "Buy Local" haben sich Händler zusammengetan, um die Entwicklung zu bremsen.

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Auf die eine oder andere Weise hängt alles zusammen, ist Michael Riethmüller überzeugt, der auf Einladung von "Bad Urach aktiv" den Einzelhändlern in der Kurstadt die Idee der Organisation "Buy Lokal" erklärte. Wenn die ortsansässigen Geschäfte weniger Umsatz machen, etwa weil ein Großteil im Internet kauft, verringerten sich deren Steuerzahlung. Steuern, die wiederum der Gemeinde fehlten, um Kindergärten, Schulen und andere Gemeindeeinrichtungen zu unterhalten, wie der Referent ausführte.

Riethmüller gehört zu den Gründern der "Buy-Lokal-Bewegung". Der Buchhändler betreibt zwei Buchhandlungen in Ravensburg und Friedrichshafen. Die Bewegung versucht, dem veränderten Kaufverhalten der Kunden etwas entgegenzusetzen. Eine Studie hat ergeben, dass bei einem Umsatzzuwachs von acht Prozent im vergangenen Jahr immerhin 5,3 Prozent auf den Onlinehandel entfielen. Die Mitglieder von "Buy Lokal" wollen die lokale Ökonomie stärken, ein stabiles Wirtschaftssystem in den Städten etablieren und faire Arbeitsbedingungen schaffen. Das Bewusstsein beim Kunden, dass der Einkauf beim örtlichen Einzelhandel Auswirkungen aufs eigene Leben haben kann, soll geschärft werden. Dabei, so Riethmüller, lebe man nicht hinter dem Mond. Die Mitgliedsgeschäfte müssen eine Website betreiben, wo sie idealerweise auch die Vorbestellung ihrer Waren ermöglichen. Das Geschäft muss in der Innenstadt liegen, möglichst regionale Produkte anbieten, seine Mitarbeiter fair behandeln und seine Steuern in der Region zahlen. Werden alle Bedingungen erfüllt, kann ein Mitglied das Logo des Vereins führen und die Kunden über das Konzept informieren. Die Botschaft: Wer sich etwas Gutes tun will, kauft bei inhabergeführten Geschäften in der Stadt. Bislang beteiligten sich überwiegend Buchhändler an dieser Initiative. Die Vereinsgründung erfolgte im vergangenen Jahr. Von den bisher 99 Mitgliedern der bundesweiten Initiative sind inzwischen rund zehn aus anderen Branchen. Bis 2015 will man rund 1000 Mitglieder zählen, das sei die kritische Masse, die etwas bewirken könne, hieß es beim Vortrag in Bad Urach. Nach der Vorstellung schloss sich eine Diskussion mit den Bad Uracher Einzelhändlern an. Man fand den Ansatz gut, möglichst viele der Einzelhändler sollten sich der Initiative anschließen, so der Tenor.

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