Wasserfall vor der Garage

Wenn ein Gewitter niedergeht, wird es manchem Anlieger des Gustav-Magenwirth-Wegs mulmig, weil sich das Regenwasser in Sturzbächen über die Grundstücke ergießt. Abhilfe zu schaffen, scheint schwierig.

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All jenen, die an den Hängen Bad Urachs ein Häuschen besitzen, öffnet sich ein traumhafter Ausblick auf ihre Heimatstadt und das obere Ermstal. Auch die Abendsonne lässt sich dort oben länger genießen als in den engen Gassen der Altstadt. Doch das vermeintliche Paradies besitzt auch seine Schattenseiten, wie die Anwohner des Gustav-Magenwirth-Wegs nur zu gut wissen. Wegen der exponierten Lage direkt am Waldrand findet Regenwasser schnell und von Hindernissen ungebremst den Weg auf die Grundstücke. Geht ein heftiges Gewitter nieder, schießen wahre Sturzbäche durch die Gärten und über Garagendächer hinweg, berichten die Anwohner.

Mit diesen Unbilden kämpfen sie zwar schon länger; nachdem beim Hochwasser 2013 der Hang im unteren Teil ihrer Straße ins Rutschen geriet, beschleicht die Anlieger aber nun bei jedem kräftigen Regenguss ein mulmiges Gefühl. In solchen Situationen, schildern sie, „kriegt man richtig Angst“. Im unteren Teil des Gustav-Magenwirth-Wegs hat eine Straßenbaufirma jene Schäden, die die heftigen Regenfälle des vergangenen Jahres hinterlassen haben, inzwischen beseitigt und die Strecke wieder in Stand gesetzt.

Außerdem beschloss der Gemeinderat Mitte September, die Straße auf einer Länge von 285 Metern zu sanieren. Um sie dauerhaft zu sichern, entsteht eine rund 150 Meter lange Winkelstützwand. Auf Bitten der Anwohner legen die Bauarbeiter zudem eine Ausweichbucht an. Wenn sich in dem engen Sträßchen zwei Autos begegnen, muss in der Regel einer den Rückwärtsgang einlegen. Dass sich die Situation in ihrer Straße verbessert, freut auch jene Anwohner, deren Grundstücke oberhalb des Stücks liegen, das nun gerichtet wird. Ihre Probleme seien damit allerdings noch nicht gelöst, wie sie in einem Brief an die Stadtverwaltung erklären, den sie vor kurzem im Rathaus abgaben. In ihrem Schreiben bitten sie um ein Konzept für ein Regenwassermanagement, das den gesamten Gustav-Magenwirth-Weg umfasst. Dabei leuchte ihnen selbstredend ein, dass es keine Generalsanierung geben könne: „Wir wollen keine neue Straße.“ Abhilfe, so glauben sie, brächte jedoch eine Bordsteinkante entlang aller Grundstücke bis zum Beginn der Sanierungsstrecke. Das, sagen sie, wäre „eine gerechte Entlastung aller Anlieger und kostengünstiger als eine Komplettsanierung“.

Die größte Wassermenge rinne freilich vom oberhalb der Straße verlaufenden Forstackerweg auf die Grundstücke, sagen die Anwohner. Ihn zu sanieren, steht deshalb ganz oben auf der Wunschliste der Anwohner. Tatsächlich gibt es diesbezüglich gute Nachrichten: Das Kreisforstamt will sich noch im Oktober ans Werk begeben, um die stark ausgespült Strecke wieder herzurichten. Der Weg soll neu aufgebaut werden, wie es aus dem Landratsamt heißt. Damit will man sicherstellen, dass der größte Teil des Wassers im Waldboden versickert.

Was die weiteren Anregungen der Anlieger des Gustav-Magenwirth-Wegs anbelangt, ist noch nichts entschieden. Die Stadtverwaltung wird in den kommenden Wochen prüfen und beraten, was möglich ist. Anschließend werden die Bürger schriftlich informiert. Tatsächlich reagierte die Stadt schon im Sommer auf die Bitten der Anlieger und ließ oberhalb mehrerer Garagen einen Belagskeil anlegen, um das Nass umzuleiten. Als Folge ergoss sich bei heftigen Regenfällen ein Wasserfall über die Garagenwand einer Anliegerin. Das Problem sei zwar inzwischen gelöst, berichten die Betroffenen, mehr als ein Provisorium, das von den nächsten starken Regenfällen weggespült wird, sei diese Lösung indessen nicht.

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