Wandern? Aber sicher!

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Gemeinsam haben Rettungskräfte ein Sicherheitssystem für Wanderwege entwickelt.  Foto: 

Ein rutschiger Untergrund, ein unachtsamer Tritt und schon kann es geschehen sein. Ein Sturz ist meist schmerzhaft, zu einem echten Problem wird er indes, wenn er abseits der Stadt auf entlegenen Wanderwegen passiert und kein Schritt mehr möglich ist. Freilich ist das Handy meist griffbereit, doch wie erklärt man den bereitstehenden Rettungskräften den eigenen Standort, wenn man selbst nicht genau weiß wo man sich befindet und der einzige Hinweis etwa eine besonders krumm gewachsene Buche wäre?

Im Fall eines lädierten Knöchels ist die langwierige Suche nach dem Unfallopfer zumindest unerfreulich, bei akuten Herz-Kreislauf-Beschwerden hingegen kann jede verlorene Minute über Leben und Tod entscheiden. Hilfe schneller als bisher an verunglückte Wanderer zu bringen, verspricht nun ein Sicherheitssystem, das auf Initiative der Bergwacht und zusammen mit der Stadt und Rettungskräften, wie dem DRK und der Polizei, aber auch dem Forst entwickelt wurde.

Künftig werden auf dem rund 150 Kilometer umfassenden Wanderwegnetz rund um Bad Urach knapp 370 Metalltafeln engmaschig angebracht sein, die in deutsch und englisch neben der Notrufnummer 112 auch Informationen des jeweiligen Standorts in Form einer kurzgehaltenen Chiffre zeigen. Im Fall eines Notfalls genügt es, die jeweilige Standortnummer telefonisch durchzugeben (Beispiel: BU194) und die Rettungskräfte wissen auf Anhieb, wo genau Hilfe benötigt ist. Das Rettungssystem ist bislang einmalig im Bereich der Schwäbischen Alb und trägt dem Bestreben des städtischen Tourismuschefs Torsten Clement Rechnung, für Wanderer bestmögliche Sicherheit zu bieten. Gerne würde er es sehen, wenn sich andere Regionen anschließen, damit eine  flächendeckende Systematik entstehen kann.

Mehr Wanderer, mehr Unfälle

Landkreisweit, so weiß es Bernd Greiner, der Leiter der DRK-Bergwacht in Bad Urach, hatte man es im Jahr 2016 mit rund 50 Alarmen zu tun. 30 davon wurden zu Einsätzen. Etwa die Hälfte in und um Bad Urach. Tendenz steigend. Steigend gerade rund um Bad Urach ist auch die Zahl der ortsunkundigen Wanderer, die neugierig auf die fünf Premiumwanderwege, samt den mittlerweile bundesweit bekannten Wasserfallsteig, sind. „Es reißt nicht ab“, so Bad Urachs Bürgermeister Elmar Rebmann  über die spürbare Zunahme der Ankünfte. Dabei betont er, dass es mit der einmaligen Ausweisung der Wege alleine nicht getan sei. Erforderlich seien stattdessen fortlaufende Investitionen in ihre Instandhaltung und Ausstattung. Teil davon ist das bis Ende Mai fertig installierte Hilfssystem. Es wurde durch die Stadt finanziert.

 Das Wandergelände auf Bad Uracher Markung mit steilen An- und Abstiegen hat bisweilen alpinen Charakter und gilt als anspruchsvoll. Bislang dauert es im Schnitt etwa anderthalb Stunden bis die Hilfsbedürftigen im Rettungswagen lagen. Die Suche im unwegsamen Gelände konnte aber durchaus auch länger dauern. Greiner erinnert sich an einen Fall, bei es im  Calverbühl zum Unglück kam, obwohl sie zunächst zum Runden Berg gelotst wurden. Der Einsatz dauert bis vier Uhr morgens.

Notrufplaketten werden künftig entlang der Bad Uracher Wanderwege angebracht sein. Mit Hilfe der jeweiligen Standortnummer können Rettungskräfte Unfallopfer schneller finden.

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